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Der Israelit · 1901-07-11 · Heft 54 (11.7.1901) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 54 (11.7.1901)
Date
1901-07-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
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4£. Jahrgang. Jß 84. Ier Israelit. Ein Eentrat-Hrgan für das orlyodore KudenIHum. Begründet von W». fe^mnwn i» Utitis. Donnerstag, den 11. Jnli 5661 (1661). Leitender Artikel. Jüdische Rache. (Zu rroc ntms.) -bv im xnsS D’twx 2271X2 126m nosb avrrbx ntro 22-11 .fHÖ2 nnS s'22 Moses sprach zum Volke: „Rüstet unter Euch Männer zum Heere, sie sollen wider Midjan ziehen, um die Rache des Ewigen auszuüben." Schweres Leid hat Midjan übe' Israel gebracht, und Moses' letzte Anordnung war, das Volk zum Rachezuge aufzufordern. Um jedoch der etwaigen Meinung, daß Moses die niedrigen Gefühle des Hasses und Grolles wecken wollte, vorzubeugen, ist gleichzeitig betont: smo2 rrnöp: rn2. Der Beweggrund des ganzen Unternehmens war, nur die Racke des Ewigen in Ausführung zu bringen. Das Judenthum hatte seit seinem Uranfange zahlreiche Gegner, welche mit zäher Ausdauer alles daransetzten, sein Dasein zu verkümmern und seine Existenz von der Erde zu vertilgen. Auf dem Schauplatze der geschichtlichen Ereignisse sehen wir unzählige Schaaren Judenfeinde in verschiedenen Phasen auftauchen, verschieden in den Kampfesmitteln, aber einig in dem Ziel und Streben: „Israel aus der Reihe der Rationen und Menschen zu bannen, daß seines Namens nie mehr gedacht werde." Zumeist äußerte sich der Glaubenshaß in der unheimlichen und häßlichen Gestalt der Unduldsamkeit durch den Ausbruch der entfeffelten Leidenschaften und der rohesten Gewalt. Verhöhnung der heiligsten Menschenrechte, Ausschließung von Grund- und Bodenbesitz, drückende Abgaben, Beschränkung in Handel und Gewerbe, Absonderung in enge und dunkle Räume, Raub- und Mordgier, thränenumfluthete und blutgetränkte Stätten, eingeäscherte Wohnungen und zerstamvfte Fluren, rauchende Scheiterhausen und qualvolle Marterwerkzeuge durchziehen wie Glieder einer schweren Kette die schauervolle Vergangenheit des jüdischen Volkes. Haben aber die Feinde durch Gräulethaten ihr Ziel erreicht? Konnten die unsäglichen Leiden Jsrael's Glauben und Gottvertrauen erschüttern? Die Geschichte zeigt uns die entgegengesetzte Wirkung. Wenn Israel unter der Last der unerträglichen Bürde dem Erliegen nahe war» rankte es sich wie der Epheu um den mächtigen Stamm der Religion und je heftiger die brausenden Stürme es zu knicken drohten, um so fester und inniger schmiegte es sich an seinen Glauben und seinen Gott. „Schon umgaben mich Todeswehen, ergriffen von Grabesangst, gedrückt von Jammer rufe ich den Herrn an: Bitte, rette meine Seele! Er ist gnädig und barmherzig." Immer waren die Leiden das sicherste Mittel der Sühne und Besserung. vx azv m Assur ist eine Zuchtruthe, welche Gott über sein Volk schwingt. Wie ein scharfer Schnitt das böse Geschwür entleert, so erwacht Israel, gerüttelt durch die rauhe Feindeshand, vom Schlummer und kommt zum Bewußtsein seiner Schuld. Je drohender ihm die geballte Faust gezeigt wird, desto inbrünstiger und reumüthiger wendet es sich zu Gott. Als Jakob den Wanderstab ergriff, wurde ifjn» in düsterer Einsamkeit verkündet: „Dein Samen wird sein wie der Staub der Erde." Wohl wird dieser verächtlich mit Füßen getreten; dadurch werden aber die losen Sandkörnchen vereint und zusammengeballt, und je heftiger der Fußtritt, je mehr gewinnt der Sand an Festigkeit. In der bilderreichen Prophetensprache wird Israel mit der Olive verglichen. Diese muß vom Baum geschlagen, gestampft und gepreßt werden, bis sie ihren edlen Saft hergibt; ebenso ist es der harte Druck, welcher Israel läutert und zu Gott zurückfiihrt. Die Uebergabe des Siegelringes an Haman war von tiefgreifenderem Einfluß, als alle Ermahnungen und Drohungen der Propheten. Wie ein Phönix aus seiner Asche erhebt sich das Judenthum durch die harten

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