Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 52 (4.7.1901)
- Date
- 1901-07-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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42. Jahrgang. Jfä 52* Der Israelit. Ein Gentrat-Hrgan für das orthodoxe Iudentyum. Begründet von Br. fe^mnitn in Uftittj. Donnerftag, den 4. Juli 5661 (1661). Leitender Artikel Sit fognuiuiitr „Siiifiiiduit des WM»«". Von Rabbiner Dr. Daniel J-ink—LLien. Die nachstehenden Ausführungen können bereits aus eine gewisse Geschichte zurückblicken, die den geneigten Lesern — soll anders deren Verständnis; nicht darunter leiden — nicht vorenthalten werden darf. In einer ihrer letzten Nummern brachte die „Allgem. Zeitg. d. Judenth." in Berlin unter der Aufschrift „Jüdische Wissenschaft — ein katholisches Mißverständnis:," einen 'ängeren Aufsatz aus der Hand des Dr. Gotthard Deutsch in Eincinati. Die Absicht seiner Auseinandersetzungen ging dahin, das am Religionsgesetz und der Ueberlieferung festhaltende Judenthum als eine Entactungserscheinung gewissermaßen hinzustellen, dem gegenüber das Resornijudenthum dessen Lichtseite bildet. Diese Behauvtung suchte er dadurch zu bekräftigen, daß er seinen Lesern einige Proben rabbinischer Weisheit zu kosten gab. An denselben sollte auch dem Laien der geistige Verfall des überlieferten Judenthums klar gemacht werden. Zunächst mußte Rabbi Jecheskel Landau in Prag zu diesem Zwecke herhalten. Derselbe verbreitet sich in der Ginleitung zu seinem auf r.*3-r '22 über die Frage: weßwegen wohl unsere Mischnah-Ordnung mit diesem Traktate gerade eröffnet worden, und beantwortet diese dahin, daß dabei offenbar das Bestreben maßgebend war, den engsten, unmittelbarsten Anschluß derselben an die schriftliche Thora zu erreichen. Letztere schließt mit bz wb, was nach der Erklärung der Weisen auf das Zertrümmern der steinernen Tafeln durch Mose (s. Raschi z. St.) hinweisi. Daß unter den obwaltenden Umständen dies geboten, hat Mose durch die Schlußfolgerung eines dp -•rn: abgeleitet. (Siehe Sabbat 87). Ebenso auch findet die Verpflichtung, daß man vor dem Esten eine nsnverrichten müsse, gleichsam in einem “isirr (f. Berachoth 35) seine Begründung. Das findet nun Herr Dr. Deutsch natürlich sehr lächerlich, noch mehr jedoch, wenn der a*7T mc im *0 "72 m jö’d "nv die Frage zur Erörterung stellt, weßwegen das Kaddischgebet Uir verstorbene Eltern nur zwei Monate, die Formel :222'2 msr *jnn bei Erwähnung von deren Rennen dagegen das ganze Trauerjahr hindurch gebraucht werde. Der burschikose, mehr als leichtfertige Ton, in welchem die Ausführungen des Herrn Dr. Deutsch, der, beiläufig gesagt, das Handwerk eines Rabbinerbildners betreibt, gehalten sind, steht bei Verhandlungen über solche Gegenstände ganz ohne Gegenstück da und mußte jeden Juden zur Entrüstung geradezu herausfordern. Solche Dinge nicht ohne Entgegnung hingehen zu lassen, schien mir um so mehr geboten, als die anmaß liche Art. deren sich der Herr Dr. Deutsch bedient, nur noch von seiner Unwissenheit überboten werden kann. Ich wandte mich daher mit ersterer an die Redaktion der „Allgemeinen Zeitung des Judenthums" und bat, — im vorhinein nichts Gutes ahnend — falls meinen Auseinandersetzungen kein Raum gegönnt werden sollte, mir das Manuskript sofort wieder zurückzugeben. Allein weder das Eine noch das Andere geschah. Daraus schrieb ich an die Redaktion noch einmal, unterließ es auch nicht, mit Nachdruck darauf hinzuweisen, daß es sich um die Ehre zweier der hervorragendsten Träger des Judenthums handle, die, von welchem StandvunEe immer-, vor jeder Antastung zu bewahren, um so dringender geboten erscheint, — als sie ihre Sache selbst zu vertreten nicht mehr in der Lage sind. Die „Allg. Zta. d. Judenth." schwieg weiter. Es wäre überflüssig, zur Kennzeichnung dieser Handlungsweise auch n.ur ein Wort zu verschwenden, es darf dies den