Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 51 (1.7.1901)
- Date
- 1901-07-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Jüdische Geschichte J^i*> r//r<V Litteratur. Her&usgegeben von Dr. li. Lfiwensteln. Erscheint einigemal im Quartal in der Stärke von mindestens einem Bogen. — Alle für diese Beilage bestimmten Xanosoripte und Anfragen sind an Herrn Bezirks-Rabbiner Dr. LSweiUtaln, Mosbach (Baden) zu richten. —-- II. Jahrgang. Jts. 4. — Beilecgre z~a J\'i 51 des „Israelit“. Günzburg und die schwäbischen Gemeinden. (Fortsetzung*.) Anhang* TT. Die Zusammenstellungder bekannteren Träger des Namens Günzburg, die ich im Jahrgang 1 Seite 26 li. 10 in Aussicht genommen habe, soll nunmehr erfolgen. Die einschlägigen Notizen habe ich schon seit vielen Jahren gesammelt. Unterdessen hat der Gelehrte David Maggid ein Buch') verölfentlicnt, das dem gleichen Zwecke dient und aus sehr tleissigen und eingehenden Studien geschichtlicher und bibliographischer Quellen hervorgegangen ist. Ich werde mich deshalb hauptsächlich auf die deutschen Träger dieses Namens beschränken und hierbei öfter Gelegenheit finden, die Forschungen des genannten Gelehrten zu ergänzen und zu berichtigen. 1. Simon, Sohn des Elieser Ulmo, gewöhnlich Simon Günzburg genannt, dem das Memorbuch von Pfersee2) nachrühmt, dass er mehr als 40 Jahre das Vorsteheramt in Günzburg bekleidete; er wirkte für Aufhebung der Judenzölle, kaufte den Platz zum Friedhof in Bur gau an und liess ihn einfriedigen;8) er befreite viele Glaubensgenossen aus der Haft und sorgte stets für die Bedürfnisse armer Glaubensgenossen in Schwaben. Über seinen Streit mit Nathan 1) Zur Geschichte und Genealogie der Giiuzburge von David Maggid. St. Petersburg 1899 (unter Chiffre DM von mir zitiert) 2) Über dieses Memorbuch (MP), das mir in Abschritt vor-liegt und später in diesen Blättern vollständig veröffentlicht werden soll, berichtet Perles in Mtsch. XXII, 508. 3) Vgl. BIG (Blätter für jüd. Gesch. und Litt.) I. 9. Schotten, der zu einem Streit zwischen den Rabbinen Frankfurts und Schwabens ausartete, s. Näheres bei Horovitz, Frankfurter Rabbinen I, 24 ff. Simon G. wird von dem zeitgenössischen David Gans als ein Mann geschildert, dessen Reichtum sowohl jenen aller früheren, als auch jenen aller zeitgenössischen deutschen Juden übertraf. Zu allen gemeinnützigen Unternehmungen gab er seine Beisteuer; zur Drucklegung des Talmuds streckte er seinem Neffen Simon4) (8. u.) 8000 fi. vor (cf. Brüll, Jahrbücher V, 223). Er starb am 9. Schebat (9. Januar) 1585, nahezu 80 Jahre alt (cf Seder hadorot) und wurde in Burgau begraben.5) Seine Frau Hendle, Tochter des R. Isack Linz,6 *) starb am 6. Cheschwan (1. Novbr.) 1593 und wurde in Burgau 4) Der in Cod. 880 der Bodl. d. a. 1529 als Eigentümer erwähnte Simon b. Mose G. ist vermutlich ein Bruderssohn des hier genannten Simon b. Elieser G.; ein Sohn dieses Simon b. Mose scheint der in Cod. 1030 eingeschriebene Besitzer Mose Simon Ulmo zu sein. 5) Man begegnet öfter der Annahme, dass unser »Simon G. mit dem gleichnamigen Vorsteher von Posen identisch ist (vgl. Grätz IX, 480; Horovitz 1. c. 33 n. 1; Zunz y"rvy n. 15; DM 181). Abgesehen von mancherlei Gründen, die gegen diese Annahme sprechen, ist schon der Umstand ausschlaggebend, dass der Vater des Posener Vorstehers den Namen Abraham trug, während der Vater des Vorstehers von Günzburg Elieser hiess. 6) Isack Linz stand als Gelehrter an der Spitze der Frankfurter Gemeinde und unterschrieb als deren Vertreter im Jahre 1542 die Beschlüsse einer Versammlung in W o rm s (Horovitz I, 19 und 47); sein Name wird auch sonst in zeitgenössischen Schriften genannt (vgl. Brüll, Jahrbücher VII, 167). Er gehörte auch zu denjenigen Rabbinen, die eine Anordnung bezüglich der Genuindevorstandswablen traten, welche 1577 in Prag eingeführt werden sollte; cf. Steinschneider Bibi. IV, 152; Geiger Ztsch. 1887 8. 311. Er starb in Frankfurt und wurde dort am Schuschan Purim (26. Februar) begraben (Grabschrift bei Horovitz II, 95 wo i'TW rUKH nmD fBOJJQ “OpJ zu lesen ist, wie ich den Abschriften der Frankfurter Grabsteine entnehme).