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Der Israelit · 1901-06-27 · Heft 50 (27.6.1901) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 50 (27.6.1901)
Date
1901-06-27
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1117 stand zu her so wohlgelungenen Besetzung der beiden Klausnerssellen beglückwünscht. Möge es dem Klaus- Vorstande, dem Schreiber dss. anzugehören, die Ehre hat, rm Verein mit ihren drei würdigen Rabbinern vergönnt sein, ihr, den höchsten und heiligsten Zwecken gewidmetes Institut zum Segen der Gesammtgemeinde auszubauen, insbesondere aber, und das ist die zunächst liegende Aufgabe, eine theilweise event. totale Verlegung der Klaus in jene Gegend, wohin sich in neuerer und neuester Zeit die hiesige jüdische Bevölkerung verzogen (Grindel und Harvestehude), zu erreichen. Damit dürften auch die materiellen sowie die finanziellen Verhältnisse unseres Instituts und ihrer Rabbinen Hand in Hand gehen. Ich hoffe, Ihnen schon bald über einige Erfolge in dieser Richtung Mittheilung machen zu können. H. B. .Hamburg, 25. Juni. Ihre Correspondenz aus Nsrddeutschland, anläßlich der von Dr. Kulka erwähnten Schrift über Kol Nidrei, entspricht fast genau dem Wortlaut einer schriftlichen Entgegnung, die ich dem Ehefredakteur des „Israelitischen Familenblattes" persönlich überreicht und vorgelesen habe. Ich erhielt darauf die Versicherung, daß diese Entgegnung in nächster Nummer des betr. Blattes, also gestern vor acht Tagen, zum Abdruck gelangen werde. Dasselbe ist aber bis heute nickt geschehen. Ich habe noch besonders darauf hingewiesen, daß Kol Nidrei sich nur auf Gelübde der eigenen Person, nicht aber auf eingegangene Verpflichtungen Dritten gegenüber beziehe, xjrurc: '"V kjickim Ein Gelübde oder gar ein Eid, Gebote zu erfüllen oder Verbote zu übertreten hat überhaupt keine Gültigkeit, so wenig wie Jemand irgend ein Verbrechen mit einem früher geleisteten Eide, daß er das Verbrechen ausführen wolle, entschuldigen kann oder etwa sich von einer Leistung einer Steuer befreien kann, mit dem Hinweis, er habe geschworen, nicht bezahlen zu wollen. Deshalb ist es geradezu widersinnig, zu behaupten, die Marannen bedürften zur Aufhebung ihres unter Todesdrohungen geleisteten Eides einer dt« mm H. B. Oe st er r. -Ungar. Monarchie. Arad. Die hiesige israelitische Kultusgemeinde behob vor Kurzem die Summe von 28.000 Kronen, welche ihr von der in Wien verstorbenen' Wittwe des Dberkvntroleurs der österreichisch-ungarischen Bank, Iran Julie Döbler, testamentarisch vermacht wurden. Das interessante Motiv der Erbschaft bestand darin, daß die Erblasserin, als sie heirathete, den jüdischen Glauben verließ, und als sie ihr Ende nahen fühlte, sich ihrer früheren Konfession erinnerte, und, in Ermangelung direkter Erben, ihr Vermögen je zur Hälfte katholischen Vereinen in Wien und der Araber israelitischen Gemeinde vermachte. Die Araber Gemeinde beabsichtigt, mit dem ererbten Gelbe eine Elementarschule zu errichten. Vermischtes LGloga« Der bisherige Stadtverordnete Herr Sigismund Moses ist -um Stadtrath gewähtt worden. Es ist ein erfreuliches Zeichen, wenn hier in der Stadtverwaltung die nicht unbeträchtliche Zahl der jüd. Stadtverordneten nicht nur stets ihre Sitze behaupten, sondern ihre Verdienste derart gewürdigt werden. Literarische Notiz. Als ein Ereigniß auf dem deutschen Büchermärkte muß das soeben im Verlage von S. Calvary & C o., Berlin, N. W. 7. erschienene Werk, betitelt: „Das Wesen des Antisemitismus" von Dr. Heinrich Graf Coudenhove, Mk. 5.50, bezeichnet werden, da ein ähnlich umfassendes und gründliches Werk über diese Materie unseres Wissens bisher noch nicht erschienen ist. Der Verfasser geht auf die Urgeschichte der Semiten zurück und bringt in gleichzeitig anregender und erschöpfender Form eine wissenschaftlich kritische Darstellung des christlichen Antisemitismus. Der Verfasser sucht die Ursachen desselben namentlich vom religiösen Standpunkte aus zu erforschen, seine Haltlosigkeit nachzuweisen und die Bewegung als eine des wahren Christenthums unwürdige, energisch zu bekämpfen. Das Buch ist lesenswerth, trotzdem der Verfasser für den Zionismus schwärmt, die orthodoxen Juden als Fanatiker hinstellt und das Reformjudenthum als die „edelste und schönste Verjüngung des Judenthums" preist. Mit Rücksicht auf die hohe soziale Stellung des Verfassers wird das spannend geschriebene Werk Freunde und Feinde interessircn; der Preis ist in Anbetracht der vorzüglichen Ausstattung und des Umfanges von über 500 Seiten ein sehr mäßiger. Briefkasten der Re-aetion. B. in 9t.: Unsere „Wissenschaftliche Beilage" liegt der nächsten Nummer bei. Herrn Samuel Grauer, Rabbin.-Candid.—Lisko: Herzlichen Glückwunsch. An verschiedene Lehrer: Wir danken Ihnen für Ihre freundlichen und anerkennenden Worte. DaS verschiedentlich eingesandte Material möchten wir vorerst nicht verwerthen. Lehrer P. in W.: Ihnen besonderen Dank für Ihren Brief. Sehr interressant. Berichtigungen. Das in der jüngsten Nummer unserer pädag. Beilage Äiim Abdruck gebrachte Referat: „Unsere Zeit und deren Anforderungen an Religionsschule und Lehrerschaft", befand sich bereits längere Zeit in unserem. Besitz und ist durch ein Versehen des Setzers erst fetzt zum Abdruck gebracht worden. Dasselbe entstammt der Feder des Herrn M. Rosenberger Lehrer in Sinsheim und bildet einen Theil eines Vortrages, den der Genannte im Fahre 189« auf einer Versammlung in Heidelberg hielt. — Zu unserer Notiz aus Galante in Angelegenheit des Rabbiners Hrrrn Friedman n wird unS geschrieben, daß Herr Rabbiner Friedmann sich der Budohester neologen Gemeinde zur Verfügung gestellt hat. Silikat Hiyimg, Pirdhus. Neues vornehmes Pensionshaus I. Ranges unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Rabb. Dr. Auerbach, Halberstadt, mit Genehmigung Sr. Ehrw. Herrn .Landrabbiner Dr. Rülf, Braunschweig. Streng? rituelles Etablissement. Am Walde an schönst, staubfreier Lage, 4« Salons mit Balltons der Heuelt elegant eingerichtet. Bekannt anssergewöbnlich gute Küche. Diners und ü la carte zu jeder Zeit, volle Pension mit extra guter Ver pflegung incl. Wohnung von 6,50 Mk. an. Jeden Samstag Gottesdienst in eigener von Herrn Professor Geb, Hannover, erbauten Synagoge im Parke des Hotels. [3489 Geöffnet vom 1. Mai bis 1. Oktober. Besitzer: Max Seehtjj

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