Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 49 (24.6.1901)
- Date
- 1901-06-24
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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1103 russischen Staatsdienste finden können, noch viel ärger, als dies selbst in der obigen Aufzählung ausgedrückt ist. Moskau. (A u s dem südrussischen R o t b st a n d s g e b i e t.) In der Moskauer „Rus',- ii;a Wjedomosti" ist über die Zustände in Bvbrinetz, Gouvernement Cherson, ein aus der Feder des bekannten Dr. Ollenstein stammender, überaus trauriger Bericht erschienen. Hier, so heißt es in diesem Bericht, herrscht der Typhus mit allen seinen Schrecken. Es ist das ein echter Hungertyphus, da er nur in den Wohnungen der Aermsten der Armen sich einnistet. In dem Hause, wo Typhus herrscht, gibt es keinen Tisch, keine Stühle und die Bettstellen sind ohne Betten, da dieselben schon längst in das Versatzamt gewandert sind. Dennoch sind diese Bettstellen keineswegs leer. ... In einer solchen Bettstelle fand ich sogar fünf typhuskranke Kinderchen, die zur Kopfwie gnr Fußseite des Bettes, sowie quer über demselben lagen und sich vor Schmerz wie die Würmer krümmten. In einem anderen Hause lagen drei Kinder in dem einen Bette, deren Mutter in einem zweiten, während im. Nebenzimmer zwei er-- wachsenc Mädchen am Typhus daniederlagen. Sämmtliche Kranke lagen auf Lumven und waren mit Lumpen bedeckt. T. Bulgarien. Sofia. Wie gemeldet wird, ist Sr. Ehrw., dem Herrn Oberrabbiner von Bulgarien, Dr. Markus Ehrenvreis und seiner Gemahlin, die Ehre zu Theil geworden, zu einem Hoffeste, das Se. Königl. Hoheit Fürst Ferdinand in Sofia gab, eingeladen zu werden. Gegen Ende der Soiree wurde Se. Ehrw., der Herr Oberrabbiner, von Sr. Kgl. Hoheit in ein längeres Gespräch gezogen, das über eine Viertelstunde währte. Se. Kgl. Hoheit intormirte sich in äußerst wohwollender Weise über die Verhältnisse der Juden in Bulgarien und hörte mit viel Interesse die Ausführungen des Herrn Oberrabbiners an, - der seine Pläne in Bezug aus eine Neuorganisation der Gemeinden entwickelte. Die Audienz hatte einen sehr herzlichen Charakter. Amerika. '.Kewvork. In Anlerika beabsichtigt man, eine große jüdisch-historische Ausstellung zu veranstalten. Es wird darüber von unterrichteter Seite der „Ztg. d. Judenth." geschrieben: In der letzten Jahresversammlung der „American! Jewisb Historical Society" in Philadelphia wurde ein! Spezialkomitee eingesetzt, um über die Veranstaltung einer amerikanischen iüdisch-historischen Ausstellung Erhebungen zu pflegen. Der Bericht des Komitees, der zu Gunsten des Planes ausfiel, wurde dem geschäftssührenden Ausschuß der Gesellschaft vorgelegt, und dieser hat in seiner Sitzung einstimmig beschlossen, eine solche Ausstellung in der City von Newyork unter den Auspicien der „American Jewish Historical Society" im Winter von 1901—1902 zu veranstalten. Es wurde auch beschloffen, verschiedene jüdische Organisationen zur Mitarbeit einzuladen: die „Jewish Publication," die „Union of American Hebrew-Congregations," die „Central Conference of American Rab¬ bis," die ..Orthodox Jewish Congregational Union," das „Hebrew Union College," das „Jewish Theological Seminarn," das „Council os Jewish Women," die „Federation os Amercan Zionists" und die jüdischen Logen. Cs ist unsere Absicht, die historischen Erinnerungen au-zustellen, welche die Geschichte der Juden illustriren, von der Entdeckung Amerikas durch Eolumbus angesangen, die Briefe an die Marannen in Spanien, Washingtons Briese an die Juden, Porträts, Miniaturen und Stiche von amerikanische jüdischen Berühmtheiten, Photographien, Karten und Stiche von Synagogen und Institutionen, eine Sammlung aller Bücher, geschrieben von Juden in Amerika, und derer, die sich beziehen auf das amerikanische Judenthum, dessen Geschichte und Institutionen, ferner Manuskripte und Autogravhen etc. Die Ausstellung von Gegenständen jüdisch-religiöser Kunst und jüdischer Antiauitäten im Allgemeinen wurde ebenfalls vorgeschlagen. Man war allgemein der Ansicht, daß sich gegenwärtig noch viele Gegenstände von Werth im Besitze jüdischer Familien befinden, die, wenn sie durch die Ausstellung und die mit ihr verbundenen Publikationen an's Licht gebracht werden, die Studien der jüdischen Geschichte im Allgemeinen, der amerikanisch-jüdischen und der amerilanischen Geschichte im Besonderen sehr fördern würden. Der erziehliche Werth einer solchen Ausstellung liegt darin, daß die außerordentlichen Dienste, welche die Juden in Amerika seit der Entdeckung dieses Welttheils geleistet haben, in einem großen Gesammtbilde vorgesührt werden, das sowohl aus die Juden selbst wie auf die Allgemeinheit Eindruck machen würde. Dem Komitee für diese Ausstellung gehören die hervorragendsten Männer an. Es seien nur genannt der frühere Gesandte Oscar S. Strauß, Richter Meyer Sulzberger, Professor Gottheil, Simon W. Rosendale, der hervorragende Jurist Mar I. Köhler, der große Pbilantrov Jacob H. Schiss, der bekannte Schriftsteller Joses Jacobs, der seiner Zeit schon an der jüdischenglischen Ausstellung betheiligt war, und die Herren Rabbiner Dr. Rosenau, Gottheil, Philippson n. A. Das Komitee intrb unverzüglich daran gehen, die nöthigen Arrangements für das Unternehmen zu treffen. Neu rlngrgangrnr Mchri. (Besprechung Vorbehalten) Sunt "0jährigen Geb ortsfeste Sv. K g l Hoheit des Prinz-Regenten. Festpredigt, gehalten am 12. März 19«>1 in der Synagoge z» Negensburg von Di-. S. Wiener, Distrikts-Rabbiner. Regensburg. 1901. Verlag der „Deutschen Jöraeliiischen Heilung." Briefkasten der Expedition. A. Leh. in L.: Mk. 4.— empfangen.