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Der Israelit · 1901-06-20 · Heft 48 (20.6.1901) · page 39

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 48 (20.6.1901)
Date
1901-06-20
Page
– (sequence 39)
Language
German
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Schulen und Lehrlingswerke der Alliance Israelite Universelle. -mWm- (VI,. Fortsetzung *) Man kennt die schweren Beunruhigungen, welche seit drei Jahren in Algier sich gezeigt, und die traurigen Folgen, welche sie auf die Sicherheit und auf die materielle und moralische Lage der Israeliten Algiers ausgeübt haben. Die Alliance glaubte bis jetzt nicht, ihr Werk in Algier ausdehnen zu müssen; die Aufgabe, den Israeliten Algiers zu helfen in der Weise, dass der Jugenderziehung eine wirksamere Richtung gegeben werde, liegt vielmehr den Ortsverwaltungen ob, und das Central-Comite lebte in dem Glauben, dass diese Pflicht erfüllt würde. Die durch die Alliance vorgencmmene Untersuchung an Ort und Stelle hat gezeigt, dass, wenn die Kinder die öffentlichen Schulen besuchen, der ihnen dort ertheilte Unterricht ihren Bedürfnissen nicht ganz entspricht, und was dort mangelt, das ist die moralische Erziehung und intellektuelle Richtung. Sie lernen dort weder das Hebräische noch die jüdische Geschichte. Es ist wahr, dass eine gewisse Anzahl von Kindern nach dem Klassen unterricht der Schule und an freien Tagen allgemein eine Talmud-Torah-Schule besuchen, um die Lücke in ihrer Erziehung auszufüllen; aber der hier ertheilte Unterricht ist mangelhaft, Interesse- und wirkungslos. Die Israeliten Algiers sehen das wohl ein, aber, sich selbst überlassen, sind sie nicht in der Lage, Heilmittel zu schaffen; sie haben sich aus dem Grunde an die Alliance gewandt, welche allein, nach ihrer Ansicht, die Kompetenz, das Personal und die nöthige Organisation besitzt, um eine nöthige Reform in der Erziehung der israelitischen Jugend Algiers zu unternehmen. Das Central-Comite hat diese schwierige Mission übernommen. In Algier, wo die Unruhen so tiefe Spuren hinterlassen haben, wurde damit begonnen. Das Central-Comitö fand in dem Herrn Oberrabbiner Bloch einen treuen und energischen Mitarbeiter, der die Lage durch und durch kennt, und dessen Unterstützung unendlich schätzbar sein wird. Ihrerseits haben die Notablen ihm ihren Beistand zugesagt, und scheinen gewillt zu sein, mit all* ihren Kräften ihm zu helfen. Die Anstrengungen der Alliance gelten einerseits der moralischen und religiösen Erziehung der gesammten israelitischen Jugend; anderseits der gewerblichen Erziehung der armen Knaben und jungen Mädchen. Erst im Monate März 1900 konnte das Central-Comite die Ausfüllung dieses so weiten Planes, der bedeutende Hilfsquellen erfordern wird, beginnen. Um dieses Werk neu zu gestalten, hat das Central-Comite einem erprobten jungen Lehrer, der intelligent und thatkräfdg ist, dem Herrn Moise Nahon, dem früheren Director der Schule zu Casablanka in Marokko, die Leitung und Ueberwachung gegeben. Er hat jetzt sein Amt angetreten; er wurde in allen israelitischen Kreisen mit Entgegenkommen und Dankbarkeit aufg^nommen. II, Lehrling*werk. Das Lehrlingswerk kann sich nicht in demselben Verhältnisse, wie die Schulen, entwickeln. Unser Bericht hat die Gründe hiervon schon oft angegeben; massige Bedürfnisse der Bevölkerung, Mangel an Industrie, Stockung gewisser Gewerbe und Weigerung nichtjüdischer Meister, jüdische Lehrlinge anzunehmen. Das Central-Comite wollte sich von den bis heute erreichten Resultaten Rechnung ablegen, und wollte auch erwägen, welche Reformen und Verbesserungen vorzunehmen seien, und hat zu diesem Zwecke Untersuchungen angestellt. Die erhaltenen Berichte konstatiren, dass die jüdische Bevölkerung nicht mehr die Abneigung gegen das Handwerk zeigt, wie sie vor der Errichtung des Lehrlingswerks vorhanden war; dass ferner die Kinder Lust am Handwerk haben; dass jedoch die Ursachen, welche den Aufschwung hemmen, noch immer vorhanden sind. Immerhin hat das Werk in mehreren Centren einen grossen und glücklichen Einfluss ausgeübt; man urtheile selbst über die in Smyrna und Adrianopel erlangten Resultate. Anbei einige Auszüge des Berichtes des Herrn Arie, Directors der Schule zu Smyrna: Schüler. Am 31. Dezember 1893 zählte das Lehrlingsheim im Ganzen 15 Schüler. Vom 1. Januar 1894 bis 31. März 1899 wurden bald 109, bald 124 zugelassen. Während desselben Zeitraumes wurden 7 5 Lehrlinge entlassen, 49 sind noch in der Lehre. Von 75 Schülern die fortgingen, a) starben 4 (3 im Laufe der Lehrlingszeit); b) haben das Handwerk am Ende der Lehrzeit verlassen: nach einem Aufenthalt bis zu 1 Jahre . . 12 „ „ „ von 1—2 Jahren. . 8 * „ „ « 2—3 Jahren. . 3 J *) 8. JNr. 774. Summa 2S

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