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Der Israelit · 1901-06-13 · Heft 46 (13.6.1901) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 46 (13.6.1901)
Date
1901-06-13
Page
– (sequence 25)
Language
German
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42. Jahrgang. Dritte Aeilage zu M 46 des „Israelit". Zettrrttgsnachrlchterr und Korrespondenzen. Deutschland. Hamburg, 6. Juni. (Verein zur Förderung ritueller S p e i s e h ä u s e r.) Dem Jahresbericht für 1900 gehen folgende Mittheilungen voran: Der Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser wurde am 12. Juni 1900 in Hamburg begründet und am 19. September 1900 in das Vereinsregister des Amtsgerichts Hamburg eingetragen. „Ein neuer Geist ist in die jüdischen Gemeinden Deutschlands cingekehrt, ein Geist belebender Selbsterkenntnis;, der unsere Stammesgenofsen aus ihrem langjährigen Jndifkerentismus aufgerüttelt." So schreibt der „Verein für jüdische Geschichte und Litteratur" in seinem letzten Jahrbuche — und mit Recht. Ter frische Hauch eines sich neu verjüngenden Lebens durchzieht wieder die gesammte Judenheit, ein unversiegbarer Quell thätiger Schaffensfreudigkeit sprudelt im Judenthum, und aller Orten sehen wir als bemerkenswerthe Zeichen dieser Zeit Vereine entstehen, welche die Pflege und Erhaltung der überlieferten idealen Güter direkt und indirekt zum Ziele haben. In die Kette solcher Bestrebungen reiht sich unser Verein ein, der sich mit seiner Begründung auf ein ganz neues, bisher unbeachtetes, fast unscheinbares und doch so unendlich wichtiges Gebiet begeben hat. Die Verkehrsschranken, welche sich allen denen entgegenstellen, die treu zu dem Glauben unserer Väter halten — sie sollen fallen, auch für sie muß das kaiserliche Wort Geltung finden, daß die Welt im Zeichen des Verkehrs steht. Bisher fehlte den strenggläubigen Reisenden, die ihrer Existenz wegen Jahrein und Jahraus unterwegs sind, oft wochenlang die Gelegenheit, rituelle Beköstigung zu finden. Der Verein will es sich zur hauptsächlichsten Aufgabe machen, in allen Gegenden, auch über Deutschlands Grenzen hinaus, diesem Mangel zu steuern. Dann will der Verein sein Augenmerk auf die Bäder und Sommerfrischen richten, um allen denen, die ihrer Gesundheit wegen diese Orte aufsuchen muffen, in seiner Weise zu dienen. Schließlich wird er auch den vielen Vergniigungsreisenden zu Gute kommen. Aus diesen Andeutungen ergibt sich schon die Fülle der Arbeit, welche die Thätigkeit des Vereins für Deutschland und das Ausland in Anspruch nehmen wird. — Was aber in Weiterem im überseeischen Verkehr zu erreichen sein dürfte, wenn erst der Verein, gestützt auf seine gesammelten Erfahrungen, sich mit den verschiedenen Verkehrsinstitutionen in Verbindung sehen kann, das zeigt das neueste „Handbuch zur Information für Passagiere der Union Castle-Linie," welche den Reiseverkehr zwischen England und Süd-Afrika vermittelt. Da heißt es wörtlich: „Kosker Food.“ A supply of Kosher Food is always carried bv tlie Steamers of the Union- Castle-Linie. in addition to other specially prepared provisions. Solche Einrichtungen auch auf allen größeren, iiberseeeischen Dampfer Linien treffen zu können, werden wir bestrebt sein, um so dem uns vorschwebenden idealen Ziele nach jeder Richtung zu genügen. Die bisherige Thätigkeit des Vereins hat sich in der kurzen Berichtszeit, vom Tage seiner Gründung bis jetzt, nicht nur darauf erstreckt, durch Lokalkomitees (bisher in Breslau, Frankfurt a. M., Halle, Leipzig, Lübeck, München, Straßburg i. Elf.) sich zu organisiren, um eine größere Grundlage für seine ausgedehnten Bestrebungen -zu finden, sondern sie hat es sich gleich vom Beginn seines Bestehens an angelegen sein lassen, vielseitige Anregungen zu Neueinrichtungen und zu Sanirungn zu geben. Der Borstand unterläßt es, in seinem Jahresberichte in die Einzelheiten hierüber, wie über die Subventionen und sonstigen Bewilligungen einzugehen, da ihm oies nach der Sachlage nicht angebracht erscheint. Es liefen ein an Gesuchen und Briefschaften 892. Davon wurden erledigt 879. bis aus Weiteres zurückgestellt 18. Die bisherige Thätigkeit, sowie die regelmäßigen Veröffentlichungen der Liste von Speisehäusern, welche sich dem Verein unterstellt haben, in den verschiedenen jüdischen Zeitungen, haben zu unserer Genugthuung Anklang gefunden. Es ist Thal fache, daß das strenggläubige Publikum auf die Mittheilungen des Vereins großes Gewicht legt, es mehren üch die Anfragen um Auskünfte über das Bestehen von Speisehäusern an den verschiedenen Vlätzen, noch mehr mehren sich von Tag zu Tag die Anmeldungen von Speisehäusern, die sich dem Verein zu unterstellen wünschen — ein Beweis, daß die Thätigkeit des Vereins empfunden wird. Dieses erfreuliche Resultat ist erreicht worden durch die strikte Jnnehaltung der Vereinssatzungen: ..Maßnahmen nur auf Grundlage des traditionellen Judenthums zu treffen." Es gereicht dem Vorstande ferner zur besonderen Genugthuung, durch die freie „Vereinigung für die Jntereffen des orthodoxen Judenthums in Frankfurt a. M." sich in seinen Zielen so kräftig gefördert zu wissen. Der Verein wird allen Anregungen, die sich mit seinen Bestrebungen decken, seine Hand zum gemeinsamen

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