Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 45 (10.6.1901)
- Date
- 1901-06-10
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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»WWWWW 1009 Justizrath G. Iosepthal; Würzburg: Magistratsrath Bernhard H e l l m a n n j r.; Augsburg: Kommerzienrath Heinrich Landauer; Weißenburg i. Elf.: Konststorialrath Henry Cerf; Straßburg i. Elf.: Rechtsanwalt Lange. Der Geschäftsführende Ausschuß setzt sich aus folgenden Herren zusammen: Vorstand: 1) Generalkonsul Eugen Landau, Berlin, erster Vorsitzender; 2) Rabbiner Dr. Horo - Witz, Frankfurt a. M., 3) Stadtrath Magnus, Königsberg i. Pr., 4) Dr. Paul Nathan, Berlin und 5) James Simon, Berlin, Vorsitzende; 6) Dr. Ginsberg, Berlin, Kaffirer; 7) Dr. Hildes- Heime r, Berlin, Schriftführer, 8) Justizrath Gaffel, Berlin, Schriftführer. Beisitzer: 1) Rabbiner Dr. M a y Ü a u m , Berlin; 2) Prof. Badt, Breslau; 3) Senator Fischer, Linden sHannov.); 4) Rechtsanwalt Mann, Stettin; 5) Geh Reaierungsrath Mayer, Karlsruhe; 6) Dr. H. C. P l a u t, Hamburg; 7) Rabb. Dr. Werner, München; 8) Rabbiner Dr. Winter, Dresden; 9) Albert Simon, Köln. Fassen wir alles. Bisherige kurz zusammen, so strebt der neue Berliner Hilfsverein genau dieselben Tendenzen an, wie die Pariser „Alliance Jsraelite," mit dem einzigen betonten Unterschied, daß statt der französischen, die deutsche Eigenart hier zum Ausdruck kommen soll. Alle religiösen, prinzipiellen Bedenken welche gegen die Pariser „Alliance" vorliegen, werden daher auch dem projektirten Berliner Unternehmen entgegenzubringen sein und zwar, wie wir sofort hinzufügen wollen, in noch nxsentlich höherem Grade, als es seiner Zeit bei Gründung der Pariser „Alliance" der Fall war. Zeitungsrrachrichten und Correfpon-errzerr. Deutschland. .Hamburg, 5. Juni. Ein Fall, welcher in den Annalen der Gerichte noch nicht häufig vorgekommen sein dürfte, beschäftigte in der letzten Zeit die Hamburger Gerichte. Durch Verordnung des Senats sind näm- Uch vor einiger Zeit verschiedene hiesige Straßen, welche ähnliche Namen hatten, umgenannt worden. So erhielt der frühere „Alsterweg" den Namen „Schmilinksystraße," da sich in dieser Straße das große Schmilinskystift befindet. Dadurch fühlten sich verschiedene antisemitisch angehauchte Hauseigenthümer dieser Straße verletzt und klagten gegen den Staat auf Entfernung des Straßenschildes ,,Schmilinskystraßs/^o<Mjt<- tntfer, Klage.sind sie aber"in allen Instanzen ahgMfesen worden. Das Oberlandesgericht stellte fest, daß die Benennung von Straßen keinen Akt der Gesetzgebung erfordere, sondern ' eine Angelegenheit kommunaler Verwaltung und in Hamburg von jeher durch den Senat vorgenommen worden sei. Die Anbringung von Straßenschildern müsse sich aber jeder Hauseigenthümer gefallen lassen. Lübeck, 3. Juni. Mit dem kürzlich verstorbenen Malermeister David Holländer ist wohl der letzte der Kämpfer für die griechische Unabhängigkeit aus dem Leben geschieden. Holländer, der um das Jahr 1830 in München als Malergehülfe arbeitete, schloß sich den in Bauern geworbenen Truppen als Freiwilliger an und diente vis zum 23. November 1837 bei der 2. Grenadier-K ompagnie des kgl. griechischen 3. Linien- Jnfanterie-Bataillons. Witzenhausen, 5. Juni. Der Vorstand der hiesigen Synagogengemeinde schreibt uns: „Es ist nicht richtig, daß die israelitische Gemeinde in Witzenhausen ihre Schule preisgegeben hat, die Gemeinde hofft im Gegentheil, daß ihre Schule noch recht lange erhalten bleibt. Sollte die Regierung dennoch wegen der augenblicklichen geringen Schülerzahl uns die gute Lehrkraft wegnehmen, so würde die Gemeinde solches außerordentlich bedauern, obgleich man dem Herrn Lehrer allseitig ein besseres Fortkommen wünscht. Worms, 4. Juni. Am 26. und 27. Mai fand dahier das ll. Hessisch-Pfälzische Musikfest statt, unter Betheiligung der Vereine von Darmstadt, Alzey, Landau und Neustadt. Dieses großartig verlaufene Musikfest hat insoferne auch Bedeutung für eine jüdische Zeitschrift, weil am ersten Tage die „Zerstörung Jerusalems" von Klughardt aufgeführt wurde; ein sowohl für Chor als auch Orchester großartiges Werk, welches die Zerstörung des zweiten Tempels durch Titus behandelt. Die Klage und der Jammer der bis zur Verzweiflung kämpfenden Juden, der Sieg der Römer, kommen hier ergreifend zum Ausdruck, und versöhnend und beruhigend wirkt der Schlußchor in den Worten: „Der Israel zerstreuet, der wird cs auch sammeln wieder, und wird seines Volkes hüten, gleichwie seiner Heerde ein Hirt. Ich bin barmherzig, spricht der Herr, und will nicht ewiglich zürnen. Und der Herr wird alle die Thronen abwischen vom Angesicht, und wird in jeglichem Lande autheben die Schmach seines Volkes; denn der Herr hat solches gesagt." Am zweiten Tage stand Prof. Gernsheim- Berlin, ein geborener Wormser, am Dirigentenpulte. Es erfüllt uns mit Stolz, daß ein Glaubensgenosse großartige Triumphe gefeiert hat. Diesem Konzert wohnte auch der Großherzog mit Gemahlin und andere Fürstlichkeiten bei. Ehe der Großherzog iws Festhaus eintrat, nahm er für die aufgestellten Haffia-Vereine den Ravport des Hauptmann a. D. Gernsheim entgegen. i % O e ft e r r. - U n g. Monarchie. Wien. 4. Juni. Der bisherige Landesadvokat in Kuttenberg, Dr. Auredniczek, der sich durch seine muthvolle, mit Ernst und hervorragender Begabung geführte