Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 44 (5.6.1901)
- Date
- 1901-06-05
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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•'27***$ ^;-7*a*-rry:... »;, ^w,»^r-ryY.'^FTT^T?? 7?*> «W ,* ■• U^jjfl 1^'_. IJjyi 42. Jahrgang. ^r 44. Der Israelit. Kentrat-Hrgan für das orlhodoXe Iudenlhum. Begründet von Br. ft^mann in Htninf. Mittwoch, den 5. Juni 5661 (1901). Leitender Artikel. $011 Mi bis M Aschi «»b Sabina VV'.t Rabbmer Dr. Bondi. VI. Mainz, 3. Juni. Im Dorot Harischonim wird eine ganze Reihe hochinteressanter Themen berührt, deren jedes für sich in einer Monographie behandelt, Aufsehen erregen würde. Wir wollen als Beispiel heute uns mit Halevy's „Beiträgen zur Geschichte des jüdischen Kalenders" beschäftigen, die den Inhalt der Kapitel 6—12 und 40 bilden. Versuchen wir, eine zusammenhängende Darstellung nach den'Ergebnissen von unseres Meisters Forschungen zu geben. Nach unserem heiligen Gesetz, wie es in klassischer Klarheit und Kürze im Jad Hachasaka Hilchot Kiddusck Hachodesch Kap. 1 und 5 wiedergegeben, mutz Berechnung, Bestimmung und Verkündigung von Neumond und Schaltjahr im heiligen Lande stattfinden und darf nur von Männern ausgeführt werden, die im Heiligen Lande die Smichah, die Autorisation als oberste Gesetzeslehrer erhalten haben. Nur wenn ein solcher im Heiligen Lande autorisirter Gesetzeslehrer im Auslande sich befindet und keinen Mann von gleicher Bedeutung in Palästina zurückgelassen hat, nur dann darf er die Berechnung und Bestimmung des Kalenders selbstständig im Auslande vornehmen. Nach großen und kleineren Ausführungen, die sich in beiden Talmuden zerstreut finden, zeigt uns nun Halevy, zu welchen Zeiten und aus welchen Ursachen man von der Regel abwich und im Auslande Neumond und Schaltjahr öffentlich verkündigte und zu Zeiten sogar selbstständig berechnete und bestimmte. Es sind drei Zeitabschnitte, während welcher die regelm.ätzige Bestimmung des Kalenders im Heiligen Lande nicht vorgenommen werden konnte: das babylonische Exil, die traurige Epoche, in deren Mittelpunkt die Kämpfe um Bettar stehen, und das halbe Jahrhundert, nachdem das Christenthum römische Staatsreligion geworden ivar, welches erfüllt ist von Verfolgungen und Beunruhigungen der Juden Palästina's. Zur Zeit des ersten Exils lag die Bestimmung des Kalenders in den Händen der Propheten Jeremia und Ezechiel und dann bei Baruch, Sohn Nerihah's, dem Schüler des Jeremia. Nach dem Tode seines Lehrers Baruch zog Esra nach Jerusalem; und von da an bis zu den Unruhen, die dem Bar Kochba-Aufstand vorangingen. hat das Synhedrin ununterbrochen bis zur Tempelzerstörung in Jerusalem, und dann, wo immer sein Sitz in Palästina war, durch seine Mitglieder die Berechnung, Bestimmung und öffentliche Verkündigung von Neumond und Schaltjahr vornehmen lassen. In der unruhigen Zeit vor dem Kriege um Bettar, als Rabbon Gamliel Fürst war und Rabbi Elieser und Rabbi Josua ihm zur Seite standen, konnte wohl das Schaltjahr stets in Palästina berechnet und bestimmt werden, doch die nothwendige öffentliche und feierliche Verkündigung durfte man in einem Falle im großen Römerreiche nirgends wagen. Der Natzi schickte damals den Rabbi Akiba in's römische Ausland, in das Reich der Parther, um in Nehardea. dem Hauptsitze der Thora in Babylonien, das Schaltjahr feierlich zu verkündigen. Nach dem Falle Bettar's, zur Zeit der entsetzlichen Religionsverfolgungen Hadrian's, lange nach dem Tode Rabbon Gamliel's und seiner Genossen, war auch die Berechnung und Bestimmung des Kalenders in Palästina unmöglich geworden, und Rabbi Akiba, jetzt der größte Mann seiner Zeit, ging nach Babylonien. um dort wiederholt Neumond und Schaltjahr zu berechnen und zu bestimmen, sowie öffentlich zu ver-