Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 42 (30.5.1901)
- Date
- 1901-05-30
- Page
- – (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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jüdischen Kolonien Argentiniens und Palästinas, entweder als Lehrer oder Werkmeister oder Vei walter. Diese 7 letzteren sind Zöglinge der Ackerbauschale za Jaffa, wo sie 5 Jahre in der Praxis der landwirtschaftlichen Arbeiten verbracht haben. Die männlichen Zöglinge sind in einem Gebäude, welches Eigenthum der Ecole Normale Israelite Orientale ist, untergebracht. Obgleich sehr geräumig, ist das Haus, am hundert Zöglinge aufnehmen za können, za klein geworden. So entschloss man sich im Jahre 1898, ein anstossendes Terrain zu erwerben, und darauf die nöthig gewordenen Baulichkeiten za errichten. Diese Gebäude waren gegen Mai 1899 vollendet. Das Centralcomitö hatte die Konsistorien, das Rabbinat von Paris und die Verwaltungen der Wohlthätigkeits- und Lehranstalten der Pariser Gemeinde eingeladen. Oberrabbiner Zadoc Kahn hielt eine beredte and rührende Ansprache. Nachdem er den grossen Raum für die Religion und die Geschichte der Israeliten im Programm der Anstalt festgestellt hatte, gab er eine ergreifende Schilderung, wie sich die Ecole Orientale entwickelt habe; Niemand habe aus den bescheidenen Anfängen eine Entfaltung, wis sie heute erreicht ist, voraussehen können. Dieser Erfolg ist jener israelitischen Solidarität zu danken, welche die Alliance hervorzurufen oder zu erwecken verstanden hat, und welche sie in der jüdischen Welt zu erhalten sich bemüht. Diesen Erfolg verdankt die Alliance ihrerseits verschiedenen Persönlichkeiten, deren unerschöpfliche Grossmutii unauslöschliche Spuren in allen jüdischen Herzen zurückgelassen hat: es sind dies Herr Goldschmidt und Baron und Baronin v. Hirsch. In rührenden Worten ehrte der Oberrabbiner den unermüdlichen Leiter der Alliance seit vierzig Jahren, Herrn Leven, der auch einer der Gründer derselben war. Er ‘ gab dann eine herrliche Schilderung von den jungen Lehrern und Lehrerinnen, die die Bildung unter fast immer zurückgebliebenen und unwissenden Bevölkerungen verbreiten. Er stellte sogar ihre Mission höher als die der Rabbiner, welche letztere vervollständigen, was Jene mit Mühe und Anstrengung begonnen und erreicht haben; sie müssen in die zarten Seelen der Kinder Samen streuen, dass sie sich entwickeln zu denkenden Männern, die der menschlichen Gesellschaft zu Nutz und Frommen, oder zu braven, würdigen Frauen. So, fuhr er fort, hat diese so lange ihrer Ohnmacht überlassene jüdische Bevölkerung eine Zukunft, und der Alliance hat sie das Selbstbewustsein und das Gefühl der Menschenwürde zu verdanken. Die durch die Alliance im Januar 1898 zu Konstantinopel gegründete Rabbinerschule ist in gewisser Hinsicht die Vervollständigung der durch die Vereinigung geschaffenen Erziehungsanstalten zur Hebung des orientalischen Judenthums. Das Institut, welches sich der Gunst der jüdischen Bevölkerung und der besonderen Sympathie des Oberrabbiners der Türkei erfreut, ist bestimmt, den Gemeinden des Orients unterrichtete und aufgeklärte Rabbiner zu liefern. (Fortsetzung folgt.) Briefkasten. Au alle meine geehrten Herren Korrespondenten die ebenso höfliche als dringende Bitte: 1. die n'Pn-Gelder, ohne jede besondere Erinnerung, mindestens halbjährlich einzusenden. 2. Die Spenden-Liste von den brieflichen Mittheilungen stets getrennt zu halten. 3. Die Spenden-Liste, mag sie selbst noch so bescheiden sein, nicht auf dem Abschnitt der Postanweisung, sondern auf einem Blatte Papier verzeichnet einzusenden. 4. Für die Spenden-Liste niemals die jüdische Kurrentschrift in Anwendung zu bringen, und falls die Spenden für verschiedene Rubriken und Zwecke bestimmt sind, sie auf ebenso vielen einzelnen Blättern zu verzeichnen. 5. Nur wo eine Spezialbescheinigung unbedingt nöthig, — beispielsweise zu Belegen bei Gemeindeakten u. dgl. mehr — eine solche zu verlangen, sonst jedoch davon gütigst absehen und das sofort, oder einige Tage nach der gemachten Geldsendung erhaltende neueste Spenden-Verzeichniss als Empfangsbestätigung betrachten zu wollen. 6. Mit der Veröffentlichung der eingesandten Spenden stets einige Geduld zu haben. Nicht bloss die alphabetische Reihenfolge, die, der leichteren Hebersicht wegen, bei den Ortsnamen eingehalten wird, sondern auch der Umstand, dass die „Spenden-Verzeichnisse“ aus verschiedenen Gründen schon einige Wochen vor ihrem Erscheinungsdatum gedruckt werden, ruft öfters eine Verspätung in der Veröffentlichung mancher Spenden hervor, die sich beim besten Willen selbst nicht umgehen lässt, unveröffentlicht bleibt aber selbst die geringfügigste Gabe nicht. Die gütige Beachtung dieser bescheidenen Bitte von Seiten meiner geehrten Herren Korrespondenten würde mir viel unnöthige Mühe und Zeitverlust ersparen, eine Rücksichtnahme, die gewiss jeder billig Denkende als eine vollkommen berechtigte und dringend gebotene bezeichnen wird. Jedem sie mir Gewährenden im Voraus schon den herzlichsten Dank dafür! Berichtigungen. In Nr. 769, Seite 82 sind bei den Spenden aus ßischofsheim ausgefallen: Karl Kohn 1, H. Kohn 1 M. In Nr. 771, Seite 90 soll es bei Neudamm statt Max Moses in Kirchen, in Zircher heissen. Druck der Joh. Wirth’eehen Hofbuchdruckerei Aotien-Geaellschaft, Mainz.