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Der Israelit · 1901-05-30 · Heft 42 (30.5.1901) · page 34

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 42 (30.5.1901)
Date
1901-05-30
Page
– (sequence 34)
Language
German
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Fünfter Jahres-Bericht über die Thätigkeit des zur Unterstützung armer Wöchnerinnen und Unterhaltung eines Asyls für Unheilbare und Geisteskranke gegründeten allgemeinen Franen-Vereins "D’EJJ n~lT>\r m Jerusalem. Im abgelaufenen Berichtsjahre haben wir mit ungemindertem Eifer unsere Thätigkeit im Interesse der Armen und Unglücklichen fortgesetzt. Unsere Anstalt, das Heim für Unheilbare und Geisteskranke, dieses sprechende Denkmal der Nächstenliebe echt jüdischer Frauen, bewährt sich immer von Neuem als ein wahrer Segen für die jüdische Bevölkerung Palästinas. Was wäre ans den Unglücklichsten unserer Mitmenschen in diesem Lande der Armuth und der Noth geworden, wenn sie nicht diese Zufluchtsstätte gehabt hätten! Wer nicht, wie wir, mit eigenen Augen gesehen, in welch’ trostlosem Zustande diese bedauernswerthen Menschen sich früher befanden, der kann sich kaum eine richtige Vorstellung davon machen. Ans kleinen Anfängen entstanden, hat sich das Asyl trotz der geringen Mittel — wir können sagen: auf wunderbare Weise — allmählich entwickelt, und ist jetzt schon eine Masteranstalt geworden. Von den Umständen dazu gezwungen, mussten wir im verflossenen Jahre die Anzahl der Pfleglinge von 22 auf 25 erhöhen, was eine Erhöhung der Ausgabenziffer zur Folge gehabt hat. Das Lokal, welches wir im vorigen Jahre bezogen, zeichnet sich durch seine hellen, geräumigen Zimmer und seine vortreffliche gesundheitliche Lage aus. Der das Haus umgebende Garten mit seinen schattigen Lauben bietet den Kranken einen angenehmen Aufenthalt. Möchten wir mit Hilfe des Allgütigen und durch die Unterstützung unserer edlen Brüder und Schwestern in den Stand gesetzt werden, dieses Haus, das für unsere Zwecke wie geschaffen ist, bald unser eigen nennen zu können! Unsere Anstalt erfreute sich im verflossenen Jahre der Besuche angesehener Persönlichkeiten des In- und Auslandes. Die unserem Berichte beigedruckten Urtheile derselben geben ein klares Bild von dem Zustande des Instituts. Besonders hervorzuheben ist das in knappen, aber desto inhaltsreicheren Worten gehaltene Urtheil Sr. Excellenz des Gouverneurs von Jerusalem, der unaufgefordert die Anstalt mit seinem Besuche beehrt hat, sowie das Urtheil eines Fachmannes, des Herrn Ernst Baumkamp, Diacons des Bruderhauses „Nazareth“ bei Bielefeld, der mit der Einweihung eines ähnlichen Instituts in Bairuth (Syrien) betraut worden ist. Wir können nur wünschen, dass die Meinungsäusserungen der Besucher der Anstalt bei unseren fernstehenden Glaubensgenossen Anklang finden, und dass diese sich in grösserem Masse als bisher an der Erhaltung und Förderung eines Werkes betheiligen mögen, welches, wie selten ein anderes, die Sympathien aller Menschen verdient. Während wir unsere Hauptthätigkeit dem Asyl zugewendet haben, sind wir auch auf dem Gebiete der Wöchnerinnen- und Kranken-Unterstützung nicht massig gewesen. Wir haben im Berichtsjahre 237 Wöchnerinnen mit 803.28 Frcs. und 66 arme Kranke mit 220.14 Frcs, unterstützt. Ebenso haben wir arme Bräute und Waisen mit Linnen beschenkt und sonstigen Nothleidenden kleine Gaben zugewendet. Dass wir bisher diese grossartigen Resultate erzielen konnten, haben wir der warmen Theilnahme und eifrigen Unterstützung zu verdanken, die unsere Freundinnen unserem Vereine haben angedeihen lassen. U. A. sind es ganz besonders die Damen R. Levin-Brodsky in Karlsruhe, Frau Therese Gumpertz und Frau Samson Goldschmidt in Hamburg, Frau Gutmann in Stuttgart. Frau Joh. Kahn in Baisingen, Frau Auerbach und Frau Ad. Horn in Cöln, die in liebenswürdigster Weise für uusere Sache thätig sind und dieselbe nach wie vor auf das Eifrigste fördern. Wir sprechen ihnen hierfür an dieser Stelle unsere Erkenntlichkeit aus. Mögen diese edlen Damen allen unseren Schwestern zum nachahmenswerthen Beispiele dienen! Möchten doch unsere Gönnerinnen und Freundinnen nicht nachlassen, uns ihre Beiträge und Spenden zuzuwenden! Möchten sie immer mehr eingedenk sein, dass durch das fortgesetzte segensreiche Wirken des Frauenvereins immer mehr zur Steuerung der Noth in der heiligen Stadt beigetragen werden könne! Möge es uns endlich vergönnt sein, recht bald die Existenz der Anstalt durch den Bau oder Ankauf eines eigenen Heims für alle Zeiten zu sichern! Urtheile von Besnchern der Anstalt. Ich war erstaunt zu sehen, welche unermüdlichen Anstrengungen der Frauen - Verein “OHPj mty» gemacht, trotz der Schwierigkeiten

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