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Der Israelit · 1901-05-15 · Heft 38 (15.5.1901) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 38 (15.5.1901)
Date
1901-05-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
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MW'MWMDW* WWWW 855 Die Einnahmen betrugen Mk. 29039,07, darunter Mk. 5000 von N. M. van Rothschild u. Sons, London, M. 5000 von Jewish Colonisation Association, M. 3000 von Frau Baronin W. v. Rothschild, Frankfurt. Frs. 400u von Ed.n v. Rothschild, Paris, Mk. 2809,60 jährliche und Mk. 1960,40 einmalige Beiträge aus Hamburg, sowie verschiedene andere Zuwendungen. Unter den Ausgaben befinden sich für Speisung, Unterstützung und Zehrgeld Mk. 3607,85, für Nachtquartier Mk. 3607,85, Krankenpflege Mk. 1420,—, sowie für diverse andere Unkosten Mk. 3528,78. Zahlen beweisen bekanniltch; die hier angeführten sprechen eine klare Sprache und bringen d n Beweis der überaus segensreichen Wirksamkeit des Vereins. H. ß. München, 9. Mai. Heute feierte der „Verein Jüdischer Studenten" (im ß. J. C.) an der Universität München sein erstes Stiftungsfest, verbunden mit der Semesterantrittskneipe. Nachdem der erste Chargierte stud. med. Max Sichel das Fest mit einem Salamander auf S. Kgl. Hoheit den Prinzregenten eröffnet hatte, wurde als erstes Lied das Bundes- und Farbenlied gesungen. Dann begrüßte der zweite Chargierte 8tud. inatb. Bruno Lebermann die zahlreich erschienenen Gäste und setzte ihnen die Tendenzen auseinander, die die Vereine Jüdischer Studenten verfolgen. Der V.-J.-St. will die jüdischen Studenten aller Parteischattirnngen in sich vereinen, sofern sie auf dem Standpunkt eines lebendigen Judenthums stehen, um mit ihnen zusammen gegen unsere äußeren Feinde und den Jndifferentismus im eigenen Lager zu kämpfen. Von diesem Ziele ließe sich der V.-J.-St. durch Widerwärtigkeiten keiner Art, von welcher Seite sie auch kommen mögen, abbringen. Darauf dankte der Redner den Gästen herzlich für ihr Erscheinen und für das Interesse, welches sie dadurch den Tendenzen des Vereins entgegenbrächten. Es folgten hierauf in abwechslungsreicher Reihe Lieder und Musikvorträge, bis der 1. Chargierte, sind. med. Sichel das Wort zur Festrede ergriff. Redner zeigte an der Hand der jüdischen Gcsch chte, wie das Volk der Juden jahrtausendelang einen Kampf um Freiheit, Recht und Ehre führte, wie es, solange cs im eigenen Lande lebte, stetmit dem Schwerte in der Hand diese drei teuersten Güter vertheidigen mußte. Als ihm dann die eiserne Waffe entriffen, gab es nicht feige den Kampf auf, sondern vertraute auf eine andere Macht, schärfer und wirk samer als das Erz, vertraute auf seine geistigen Waffen. Dieser Kamps um Freiheit, Recht und Ehre hat noch xeute nicht aufgehört. Schon aber zeigen sich Anzeichen dafür, daß die Juden müde find des tausendjährigen Kampfes, daß sie die Waffen strecken und ins feindsiche Lager übergehen wollen. Dies zu verhindern, ja den Kampf vielleicht zu einem rühmlichen Ende zu führen ist der V.-J.-St. gegründet. Er wendet sich daher nicht zuerst gegen unsere äußeren Feinde, sondern gegen jene Schaaren, die entweder durch offene Fahnenflucht diesen Feind direkt stärken, oder durch vollkommenen Indifferentismus unsere Sache schädigen. Feurige Begeisterung für das Judenthum sprach aus jedem Worte des Redners, und lauter Beifall lohnte ihn am Schluffe seiner, von begeistertem Zurufen oft unterbrochenen Rede. Von den Gästen antwortete, zugleich im Namen der Bne-Brith-Loge, Herr Fränkel. Er freue sich, hier von jungen Akademikern einen solchen Standpunkt vertreten zu sehen; er sehe, daß die jüdische Sache hier in guten Händen sei und wünsche der Verbindung ferner ein gutes Bestehen, das ja nicht ausbleiben könne, wenn sie auf diesem Wege fortschreite. Nachdem dem offiziellen Theile des Festes noch einige Lieder gewidmet waren kam auch die Fidulität zu ihrem Rechte, welche bewies, daß der jüdische Student nach ernster Arbeit auch den Becher der Freude unter Freudigen leeren kann. Auei dem ltnter-6-lsast. Gestatten Sie mir, daß ich noch mit einigen Bemerkungen auf das in der vorigen Nummer des „Israelit" mitgetheilte Circular zurücktomme. Auf weffen Veranlastung und durch welchen Anlaß die in diesem Circular enthaltene Verfügung getroffen worden, ist mir z. Z. unbekannt; von der Nothwendigkeit und von der strengen, gewifsenhaften Ballführung einer solchen Verfügung habe ich vor kurzem leider Gelegenheit gehabt, mich zu überzeugen. Anfangs dieser Woche beklagte sich ein einer nicht unbedeutenden Gemeinde im Unter-Elsaß bei mir über die strenge und genaue Beobachtung der „veralteten Gebräuche" hinsichtlich ver np'tDi nv'ne» rivbn seitens des in seiner Gemeinde neu angestellten ptin erw und über die „veralteie Verordnung," die derselbe Dttp betreffs des „Wästcrns" des Fleisches vor Ablauf dreier Tage nach der Schechita, den D’nxp seiner Gemeinde aufoctrairen will. Auf meine an den onc gerichtete Frage, mit welchem Rechte er eine Vorschrift unseres -piy |r6e% die auf dem göttlichen Verbot Dt t>2 hsrrri sS beruht, als einen veralteten Gebrauch zu bezeichnen sich erlauben darf, antwortete derselbe, seine diesbezügliche Meinung beruhe auf der Aussage der D’DJtp seiner Gemeinde, daß sie seitens der früheren Schochtim niemals auf die Vollziehung dieser Vorschrift aufmerksam' gemacht worden wären, und daher ihrerseits dieselbe niemals vollzogen worden ist. Unangenehm überrascht über eine solche traurige Wahrnehmung sagte ich dem D^tL."Wenn dem leider so ist, dann waren die früheren Schochtim Ihrer Gemeinde 'bsuvi ,wDt 'Uvnvi v'uvin. ms-fio, worüber dieselben niopjn D^jn zur Rechenschaft gezogen werden. Sie und Ihre Gemeinde aber mögen mpri danken, daß Sie jetzt einen Schochet haben, der im Gegensätze zu den früheren Schochtim ein tat

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