Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 36 (9.5.1901)
- Date
- 1901-05-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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4&. Jahrgang. M 36. Der Israelit. Mn AenLrat-Hrgan für das orthodoXe Iudenlyum. Begründet von Df in ntaini Donnerstag, den 9. Mai 5661 (1961). Leitender Artikel. Soli Mbi dis U Aslhi imii Nüdi»« von Rabbiner Dr. Bondi. IV. Mainz, 8. Mai. Rabbi verbrachte die letzten 17 Jahre seines Lebens in Sipporis, in Sipporis starb er, in Sipporis blühte nach seinem Tode unter dem Vorsitz seines Sohnes und Enkels die Metibta, die erste Thoraschule und das Centralparlament für ganz Israel. Auch später noch, als die Nachfolger Rabbi's wohl noch die Fürsten Israels waren, aber den Vorsitz des Synhedrin verloren hatten, war lange Zeit hindurch Sipporis deren Residenz. Nabbon Gamliel, der Sohn Rabbi's, dem dieser sterbend die Fürstenwürde übertragen hatte, war noch Vorsitzender des Synhedrin, ebenso deffen Sohn R. Juda Nesiia, deffen Tod einen Wendepunkt im Geistesleben Israels bedeutet. Neun Fürsten aus dem Hause Hillel's waren auch die Fürsten und Leiter des Synhedrin gewesen, das die oberste Centralbehörde in religiöser Beziehung war, so lange eben der Naffi, der Fürst, auch sein Vorsitzender war. Aus Gründen, die sich nicht mehr mit vollkommener Sicherheit auffinden laffen, hauptsächlich wohl, weil sie nicht, wie ihre Väter, zu den hervorragendsten Thoralehrern gezählt werden konnten, finden wir nach R. Juda Neffia I. die Nachkommen Hillel's zwar noch unter den Lehrern der großen Hochschule Palästina's, aber nicht mehr an deren Spitze. Die Versammlung der ersten Gesetzeslehrer in Palästina hat seitdem auch von ihrer Bedeutung viel verloren. Der Name Metibta wurde ihr nicht mehr allein gegeben, auch in Babylon begegnet uns letzt zum ersten Male der Name Metibta für die Hochschulen von Rab in Sura und von Samuel in Nehardea, deren Leiter erst nach dem Tode R. Juda Neffia I. Resch Metibta genannt werden. Keine allgemein giltigen Tekanot gehen mehr von der Hochschule in Palästina aus. Von der Persönlichkeit des großen Lehrers, der der Hochschule Namen und Bedeutung giebt, hängt von nun an die allgemeine Anerkennung der Hochschule ab. So lange Rabbi Jochanan lebte stand seine Metibta, die Hochschule von Palästina, im Range höher, als diejenigen von Babylon; nach seinem Tode wurde der Hochschule des R. Hunna in Babylon die erste Stelle zuerkannt. Die Fürsten aus dem Hause Hillel's waren maßgebend für die Bestimmung des Kalenders, hatten in politischer Beziehung und in Verwaltungsangelegenheiten große Bedeutung; doch bezüglich der obersten Leitung des Thorastudiums mutzten sie die Würde Anderen überlaffen. Die Geschichte bezeichnet diesen Wendepunkt indem sie sagt: Mt' dem Tode R. Juda Neffia I. hört das Zeitalter der Tanaim auf und die Zeit der Amoraim beginnt. Als der Fürst und Vorsitzende der letzten großen Metibta in Sipporis lim das Jahr 230 gestorben war, verließen die großen Gesetzeslehrer, wie R. Chanina und R. Jannai, den Ort und lehrten jeder an seinem Wohnsitz in einem besonderen Lehrhaus. Einige Jahrzehnte gab es überhaupt keine Metibta in Palästina. Dieses Interregnum währte bis zu der Zeit, wo die Hochschule R. Jochanans in Tiberias allgemeine Anerkennung fand. In der Gemara Rosch Haschanah wird diese Uebersiedelung der Metibta, von Sipporis nach Tiberias, als die zehnte und letzte Wanderung des Syhedrin bezeichnet. Diese geschichtlichen Darstellungen beruhen auf den Forschungen Halevy's im Dorot Harischonim; sie hellen eine Epoche auf, die bis jetzt für uns im tiefsten Dunkel lag. Es muß ganz merkwürdig erscheinen, daß diese wichtigen und interessanten Thatsachen unseren