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Der Israelit · 1901-04-29 · Heft 33 (29.4.1901) · page 32

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 33 (29.4.1901)
Date
1901-04-29
Page
– (sequence 32)
Language
German
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88 einmaligen Spenden zuzuführen in der Lage war. Bislang sind in diesem Jahre 12,800 Mk. ein gegangen. An einmaligen Spenden vereinnahmten wir 1899 etwa 14,100 Mk. (1898: 11,800); im laufenden Jahre sind bislang erst etwa 5800 Mk. eingegangen, doch steht das Ergebniss der Loschhaschan ah - Sammlung noch zu einem grossen Theile aus. Diese Einnahmen für 1899 von insgesammt. 25,900 Mk. zuzüglich Ueberschuss aus der Gärtnerei und Bäckerei . 2,900 „ zusammen 27,900 Mk. reichten nicht nur zur Deckung des Zuschusses, den die Unterhaltung der Zöglinge erforderte, sondern ermöglichten auch die Deckung der Ausgaben für Neuanlagen und dergl. im Betrage von 17,000 Mk , die in der Rechnung des Näheren nachgewiesen sind. Die aus der Anleihe von 1897 übrig gebliebenen etwa 40,000 Mk. stehen infolge dessen auch noch ferner zur Erweiterung unseres gärtnerischen und landwirtschaftlichen Betriebes, als Erneuerungsfonds für unsere Wohn- und Wirtschaftsgebäude, und als Betriebs-Kapital zur Verfügung. Um die Abnutzung der Gebäude auch ziffernmässig zum Ausdruck zu bringen, haben wir angemessene Beträge in unseren Vermögens-Abschluss eingesetzt. Im Uebrigen beziehen wir uns auf die vorzulegende ausführliche Rechnung des Jahres 1899, die auch bereits in unserem gedruckten vierten Berichte veröffentlicht worden ist Eben vor Abschluss dieses Berichts erhielten wir noch die erfreuliche Nachricht, dass der Vorstand der Coppel’schen Stiftung in Hannover der Anstalt einen jährlichen Beitrag von 200 Mark bewilligt habe. III. Allgemeines. Unser Verhältniss zur Jewish Coloni: sation Association ist unverändert geblieben; wir gemessen dabei den Vorth eil einer finanziellen Beihilfe, während die J. C. A. in unserer Anstalt diejenige Stelle findet, an der ihre jungen Schützlinge für die spätere Thätigkeit als Landwirthe oder Gärtner die angemessene Vorbereitung finden. Wiederholt haben die Comitö-Mitglieder der J. C. A. es ausgesprochen, dass sie mit der Art, wie die Erziehung bei uns gehandhabt wird, durchaus einverstanden seien. Zahlreiche Besucher von nah und fern nahmen auch in diesem Jahre Kenntniss von der Anstalt und ihren Einrichtungen. Insbesondere zu erwähnen haben wir den Besuch von etwa 25 Theilnehmern der Konferenz von Pastoren und Direktoren grösserer preussischen Erziehungsanstalten, die vom 12. bis 14. Juni in Hannover tagte, und die es sich trotz des umfangreichen Art :+spensums nicht nehmen liess, einen Besuch unserer Anstalt in ihre Tagesordnung einzuschieben. Wir können zu unserer Genugtuung erwähnen, dass die Herren sich in der für uns schmeichelhaftesten Weise über das Gesehene ausgesprochen haben. Am 22. November 1899 hatten wir, wie schon zu wiederholten Malen die Ehre, den Königlichen Landrath des Kreises Linden, Herrn Dr. Meister, in dessen Amtsbezirk die Anslalt b legen ist, zu einer Inspektion derselben begrüssen zu können. Herr Dr. Meister hat die Anstalt von ihren Anfängen an entstehen und sich entwickeln sehen, und ihr immer sein Interesse geschenkt. IV. Schlusswort. Wie aus dem Vorstehenden ersichtlich, ist das abgelaufene Jahr eine Zeit ruhiger und gesegneter Entwickelung für die Anstalt gewesen, auf die wir mit Befriedigung zurückblicken können. Dass wir aber trotzdem nicht aufhören dürfen, innerhalb des uns an vertrauten Amtes nach Kräften thätig zu sein, ist ebenso gewiss, wie dass wir nicht glauben dürfen, uns weiteren Verbesserungen in allen Theilen, den geistigen wie den materiellen, verschliessen zu können. Und ebenso wie wir innerhalb der Anstalt uns weiter bemühen müssen, so müssen wir auch nach Aussen unaufhörlich thätig sein, zu den alten Freunden der Anstalt neue zu gewinnen. Es handelt sich dabei nicht nur um die Geldspenden, deren wir zur Unterhaltung und Fortentwickelung der Anstalt bedürfen, sondern auch um die Aufklärung über den Zweck und das Ziel ihrer Thätigkeit, und weiterhin um die allgemeine Propaganda über den Nutzen der Bodenkultur und des Handweiks für die zahlreichen Mitglieder unserer Glaubensgenossenschaft, die in anderen Berufszweigen kein Auskommen zu finden vermögen. Es handelt sich um die Entwickelung von geistigen und körperlichen Anlagen, die unter der Ungunst der Verhältnisse zu verkümmern drohen. Und was wir an solchen Fähigkeiten zur Entfaltung und Betätigung bringen, das wird nicht nur jenen Bedrängten zum Segen gereichen, sondern wird auch — dess’. sind wir fest überzeugt — uns selbst, unseren Kindern und Enkeln za Gute kommen. Druck der Job, W i r t h’acken Hofbuchdrackerei Actien-Gesellschaft, Mainz.

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