Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 33 (29.4.1901)
- Date
- 1901-04-29
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
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Fünfter Bericht über die Israel. Erziehungsanstalt zu Ahlem b. Hannover für den Zeitraum 15. Oktober 1899 bis 31. Oktober 1900. (I. Fortsetzung und Schluss.*) C. Die Gärtnerei. Die Reorganisation des Gärtnereibetriebes, die von sachverständiger Seite als Vorbedingung eines pekuniären Erfolges bezeichnet und vor zwei Jahren begonnen worden, hat unter den Händen unseres Inspektors Zeininger weitere Fortschritte gemacht. Selbst dem Laien fällt die, gegen den früheren Zustand eine bessere Debersicht gewährende Anordnung der Kulturen erfreulich iu’s Auge; ein wohlgefälliges Bild bietet auch der gegen sonst verbesserte und vervollkommnete Wuchs der jungen Nutz- und Zierbäume, der üppigere Stand der Sträucher, Gemüse und anderen Pflanzen Das „lebende Inventar“ der Gärtnerei — das ist eben fast ausschliesslich das Material an Pflanzen aller Art — wird von Jahr zu Jahr werthvoller, und wenn dieser Mehrwerth auch erst durch Aufwendung erheblicher Geldmittel für Arbeit und Düngung erzielt werden kann, so ist doch die Zeit nicht fern, wo wir einen regelmässigen haaren TIebersehuss aus der Gärtnerei werden herausziehen können, während wir bislang noch immer den Gewinn, und ein Mehreres obendrein, in die Anlage hineinstecken mussten. Für das nächste Jahr gedenken wir ein mechanisches Schöpfwerk über dem letztgegrabenen Brunnen herzustelle», um von da aus das gesammte Areal besser bewässern zu können. Eine äussere Anerkennung ward unserer Gärtnerei auf der jüngst stattgehabten Provinzial-Obstbau-Ausstellung in Bremen zutheil. ln allen drei Klassen, in denen wir ausgestellt hatten, wurden uns erste Preise zuerkannt (silberne Medaillen nebst zusammen 60 Mark baar), nämlich: 1. für die beste Sammlung von hochstämmigen Obstbäumen; 2. für die beste Sammlung gut gezogener Zwergobstbäume; 3. für die beste und zweckmäßigste Vorführung von Obstbäumen und Fruchtsträuchern. Neben Herrn Inspektor Zein Inger hat Herr Obergärtner Ellinger zu diesem Erfolge wesentlich beigetragen. D. Hauswesen. In früheren Berichten haben wir mehrfach auf *) 8. Nr. 766. die ungenügenden Räumlichkeiten verschiedener Art hingewiesen, die dringend einer Erweiterung bedurften, und wir hatten zur Abhilfe einen Neubau in’s Auge gefasst, der so auszuführen sei, dass durch Anbauten allmählich auch eine Vergrößerung der Anstalt bezüglich Zahl der Zöglinge zu ermöglichen gewesen wäre. Indessen haben wir diesen Plan zu Gunsten eines anderen — Einbeziehung von Mädchen in das Erziehungswerk der Anstalt — zurückgestellt, über den wir uns die Stellung eines besonderen Antrags Vorbehalten. Die fehlenden Räumlichkeiten haben wir nunmehr durch einen zur Zeit iu der Ausführung begriffenen Anbau an das alte Hauptgebäude beschafft, zugleich mit einem Ersatz des fast unbrauchbar gewordenen Kochherdes durch eine zweckmässige grössere Kocheiurichtung. Wir gewinnen durch diesen Anbau, ausser einer Verbesserung der Küche nebst Zubehör, einen Aufenthaltsraum für die Lehrlinge; ein Lehrer-Speisezimmer; eine Werkstätte nebst Wohnung für einen Schuhmacher, müssen aber allerdings die Turnhalle] eingehen lassen, die überdies für die grosse Zahl der Zöglinge unzulänglich geworden war. Wir planen, auf dem durch dieWunstorfer Chaussee von dem übrigen Besitzthuine der Anstalt getrennten, etwa 4 Morgen umfassenden Grundstücke eine neue Turnhalle nebst Turnplatz in Grösse von etwa D/a Morgen anzulegen, und die übrigen 21/2 Morgen für die Errichtung der erwähnten Mädchenanstalt zu benutzen. Turnplatz und Halle können dann sowohl von den Knaben wie von den Mädchen gebraucht werden. Die fraglichen 4 Morgen Land sind zur Zeit verpachtet, geben aber wegen des geringwertigen Bodens nur einen unbedeutenden Ertrag. E. Finanzielles. Die uns im Jahre 1899 zugegangenen jährlichen Beiträge haben rund 11,800 Mk. (1898: 8750) betragen, im laufenden Jahre rechnen wir auf einen noch etwas höheren Eingang, da sich ein Lokal-Comitö in Hamburg gebildet hat, das uns einen Zuwachs von etwa 880 Mk. jährlichen Beiträgen neben 1300 Mk.