Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 32 (25.4.1901)
- Date
- 1901-04-25
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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730V' wird. Möge unsere Jugend auch weiterhin in dem Sinne, wie es ihnen hier gelehrt wird, wirken, streben und leben! Mülhansen i. 0‘. Die „Israelitische Gewerbeschule des Ober-Elsaß" hier versendet soeben ihren Bericht über das Rechnungsjahr 1900. Nach demselben beherbergte das Institut während des verflossenen Jahres 4! Zöglinge, und wieder sind daraus elf junge Arbeiter hinaus in's Leben getreten. Sie haben ihre Lehrzeit beendet und besitzen jene Kenntnisse, die zum Unterhalt des Lebens nothwendig sind. In ihre Stelle ist eine gleiche Anzahl von Lehrlingen getreten. Die Jahreseinnahmen beliefen sich auf 19,314.84 Mark, die Total-Ausgaben ans Mk. 14,194.76. O e st e r r. - U n g . Monarchie. Wien, 24. April. Der oberste Gerichtshof hat heute eine Entscheidung publizirt, wodurch die Nichtigkeitsbeschwerde im Prozeß Hilsner verworfen wird. (Äusführlicher Bericht folgt in nächster Nummer.) Schweiz. Zürich, 22. April. Bor einiger Zeit gelang es hier den Einflüssen einer christlichen Sekte, die sechzehnjährige Tochter eines Israeliten so sehr für den christlichen Glauben zu gewinnen, daß sie das elterliche Haus verließ, um ihren Glauben zu ändern. Sie war bereits unter der Obhut eines (nicht der Staatskirche angehörenden) Pfarrers, der sogar schon ein Gesuch an das zuständige Waisenamt gerichtet hatte, das junge Mädchen der elterlichen Vormundschaft zu entziehen. Die Justizdirektion machte dem ganzen Gebühren indeß sehr bald ein Ende, indem sie einem Gesuch des Züricher Rabbmats entsprechend, die Tochter durch die Polizei den Eltern wieder zuführen ließ. England. London. In einer Sitzung des „Board of Guardians" hier theilte der Vorsitzende mit, daß der englische Premierminister Lord Salisbury mit den Bestrebungen, den rumänischen Juden zu der ihnen von allen Staaten garantirten, leider jedoch nicht gesicherten Gleichberechtigung zu verhelfen, lebhaft sympathifire. Das auswärtige Amt wolle Alles thun, um diese Gleichberechtigung der Juden in Rumänien von der rumänischen Regierung zu erzwingen. Er, Redner, sei aber nicht sanguinisch genug, zu glauben, daß dieser Druck unmittelbar günstige Erfolge haben könnte. Nichtsdestoweniger müsse er dringend bitten, sich jeder öffentlichen Agitation in England zu enthalten. Er könne mit voller Autorität versichern, daß die Schritte, die gegenwärtig vorbereitet werden, einen günstigen Erfolg versprechen. Die Nachricht ist jedenfalls von Bedeutung. Afrika. Algier, 22. April. Hierselbst hat der antisemitische Bürgermeister Max Regis ein Dekret erlassen, welches den jüdischen Bürgern befiehlt, ihre bisherigen Trachten mit der europäischen Kleidung zu vertauschen. MittheilUW» otis de» liid. Ame»verel«e» unii fnr dlrseldr». M D (Dämmtliche jüb Wanderbettelvereine und «affen für Durchreisende find gebeten, uns Mittheilungcn über Erfahrungen, die fie auf dem Gebiete ihrer Thütigkeit machen, zukommen zu lassen.) Mainz, 24. April. Wir erhalten von zuständiger Seite folgende Mittheilung: Ein gewisser Meyer, welcher angibt, seine Frau sei in einer Nervenheilanstalt untergebracht, besitzt ein Schriftstück, das von dem ersten Synagogenvorstand Herrn Simon Halberstadt in Niedermockstadt beglaubigt ist. Es wird hierdurch aus den Schwindler aufmerksam gemacht, denn das betr. Schriftstück ist gefälscht. vermischtes Berlin, 22. S.pril. Der antisemitische Agitator Graf P ü ck l e r sollte sich am Montag in Dresden unter der Anklage der Aufreizung zu Gewaltthätigkeiten verantworten. Da er nicht zum Termin erschienen war, beschloß daS Gericht einen Hastbefehl gegen ihn zu erlassen. E. R Berlin, 22 Avril. Der Schah von Persien hat der Firma Lazarus Posen Wwe., in Anerkennung ihrer vortrefslicheu Leistungen die goldene Meoaille für Kunst und Wissenschaft am Bande zu tragen, verliehen. Krakau. (Eine Stiftung für polnische Studenten) Ter jüngst verstorbene Fiuamier Julius W e r t h e i m in Warschau vermachte hunderttausend Rubel zu Stipendien für zwanzig polnische Stufenden des Warschauer Polytechnikums ohne Unterschied ver Confession. Drohobitsch. Der RechenschaftSb richt des Kolel Galizien für die Armen des heiligen Landes pro 1900 zeigt eine Einahme von fl. 070.17, von welchen fl. 56258 zur Bertheilung in den Städten Jerusalem L>afed und Tiberias kamen. Tie Spesen betrugen fl. 281k und 7967 wurden auf das neue Jahr übertragen. Soolbad ^(arzburg * parkhaus. Herrn Kabh. J)r. Auerbach, Ilalberstadt. mit <lenehmigung Sr. Kliru. Herrn I.andrabbiner Ur. Unit. Braunsrhweig. Streue rituelles Etablissement. Am Walde an scheinst, staubfreier Lage, 40 Salons mit Balkons der Neuzeit elegant eiiieerielitet. Bekannt aussergewiihnlieh gute 1 Meilers und;’i ia carte y.u jeder Zeit, volle Pension mit extra guter Verpflegung incl. Wohnung von (,.-><) Mk. an. Jeden Samstag (iottesdienxt Parke 'des' llbtels. ' ' " [3189 (ie.ill'net vom I. Mai bis 1. Oktober. Besitzer: Ma\ Hecllt. Karlsruhe. Endlich ist es dein vom Rabbiner der diesigen isr. ReligionSgesellichaft, dem Herrn Dr. S Schiffer überall warm empfohlenen Hotelwirth, dem Herrn I. Lion hier, gelungen, in Hcrrenalb ein Etablissement zu erwerben, das den Wünschen eines jeden Badegastes im weitesten Wortsinne entspricht. Das strengkoschere Hotel dort besitzt jetzt ein Betlokal, einen 200 Personen fassenden Speise- resp. Hochzeitssaal, einen ganz in Waldesnähe sich befindenden schönen Garten, der in der Nähe der Post und de« Kurhauses liegt. Auch ist dafür Sorge getragen, daß im Hause Wellen- und warme Bäder genommen werden können. Eigene Equipagen ermöglichen Jedem die weitesten und schönsten Ausflüge.