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Der Israelit · 1901-04-18 · Heft 30 (18.4.1901) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 30 (18.4.1901)
Date
1901-04-18
Page
– (sequence 1)
Language
German
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41 Jahrgang. Jfä gO Der Israelit. Ein GenLrat-Hrgan für das orthodoxe Iudenl-um. Begründet von »!• in IKtftin}. Donnerstag, de« 18. April 5661 (1901). »ar 3um Mttvk abonnirt man bet allen Postanstalten für die Monate Mai & Juni auf den „Israelit" Tiefer Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Post-Zeitungsschalter des Wohnsitzes des Bestellers oder bei dem betreffenden Landbrieftrüger aufgegeben werden. LM" Die Briefträger sind berechtigt den Abonnements-Betrag in den ersten 25 Tagen deS Monats gegen Quittung in Empfang zu nehmen. Ausland entsprechend höher. Dir Expedition des „Israelit". Leitender Artikel. U weicht Weise fönttrn wir einem weiteren ^erfüll kr ileutschen ÄSenheit »orkiip? Mainz, 16. April. Der Beantwortung dieser wichtigen Frage ist ein soeben erschienenes treffliches Schriftchen gewidmet, auf das wir unsere geehrten Leser recht angelegentlich Hinweisen möchten. Es führt den Titel: „Der U nt e r - richt unserer Jugen d." Ein Mahnwort an die deutsche Judenheit von M. Steinhardt in Magdeburg. 1901. Indem die Abhandlung die bisherige jüdische Widerstandsfähigkeit dem hohen Werth zuschreibt, der dem Unterrichte und der Erziehung bei uns jederzeit zuerkannt wurde, kommt sie zu dem Resultate: „Das jüdische Unterrichtswesen muß in andere Bahnen lenken." Die jüdischen Religionsschulen müssen aufhören und jüdische Volksschulen müssen an deren Stelle treten. Die Beweise für die Unzulänglichkeit der ersteren und die Rothwendigkeit der letzteren wird in so überzeugender Weise geführt, daß wir, wenn es der Raum gestattete, dieselben gerne wörtlich anführten. Die Forderung des Verfassers gipfelt in der Mahnung: „Es muß eine innere und zugleich innigere Beziehung zum Gesammtunterrichte hergestellt werden, und solches vermag nur durch ein geordnetes, blühendes, jüdisches Volksfchulwesen geschehen." Dieses Postulat ist nicht neu; eine Bemerkung, durch welche wir das Bedeutsame dieses Mahnwortes nicht herabsehen, sondern steigern möchten. Diese Forderung ist schon Tausende von Jahre alt und hat in unseren großen Weisen, die auf eine innige Verbindung von .twi und px -j*n dringen, ihre ersten und bewährtesten Anwälte. In unserer Zeit ist sie mit großer Entschiedenheit und Genialität von „Samson Raphael Hirsch" nicht nur vertreten, sondern auch durch die von ihm in's Leben gerufenen Unterrichtsanstalten verwirklicht worden. Es mag viele Disciplinen geben, in welchen unsere Gegenwart der Vergangenheit weit voran ist. Es gilt dies fast von allen wissenschaftlichen Bestrebungen im allgemeinen und den naturwissenschaftlichen insbesondere. Auf dem Gebiete des Unterrichtes, und gar des jüdischen Unterrichtes, mögen wir uns jedoch in jeder Zeit als Schüler unserer großen Altmeister begreifen; sie sind hier unerreichte Autoritäten, von welchen jede Gegenwart nur gewinnen kann. Daß eine alte, von unseren großen Lehrern überkommene pädagogische Wahrheit im Lichte der Gegenwart und ihrer eigenartigen Verhältnisse neu behandelt wird, ist im allgemeinen eine überaus erfreuliche Erscheinung, sie ist es aber ganz besonders hinsichtlich des hier behandelten Themas. Bei dem großen Kultus, der bei uns mit „Religion" im allgemeinen getrieben wurde, fiel ein ganzes Strahlenbündel dieses Nimbus auch auf die Religionsschulen. Ihr Name schützte sie vor jeder Kritik. Gegen die Neligionsschulen sprechen, hieß gegen die Religion sprechen. „Die erste Religionsschule in Deutschland

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