Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 60 (1.8.1901)
- Date
- 1901-08-01
- Page
- – (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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- Burgas 1× ep/1044292
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i '.ww.wüw«.w» - sehen Hospitals behandelt, die bettlägerigen Lehrlinge werden von einem Arzte besucht, der für den Besuch einen Franc erhält. Wir haben ungefähr sechzig Visiten pro Jahr zu bezahlen Jeder Lehrling empfängt jährlich einen Winteranzug und einen Sommeranzug, ein Paar Schuhe pro Semester, pro Monat ein Gehalt von 2—6 Fr cs. von der Alliance, pro Woche ein Gehalt von seinem Herrn zwischen 1—5 Frcs., täglich Verpflegung aus der Volksküche. Der Bericht des Herrn Loupo, Direktors der Schule zu Adrianopel, ist nicht weniger ermutigend; er folgt hier im Wesentlichen: Das Lehrlingswerk der Alliance besteht seit länger als 2i Jahren. Die Zahl der bis jetzt unter gebrachten Lehrlinge beträgt 194, und zwar sind es: 42 Kunstscbreiner, 1 / Schuhmacher, 15 Schmiede, 11 Vergolder, 10 Giesser, 10 Zimmerleute, 8 Koffermacher, 6 Ofensetzter, 6 Gewichtemacher, 6 Schneider, 5 Uhrmacher, 5 Tapezirer, 5 Friseure, 4 Stellemacher, 4 Hemden Schneider, 4 Schlosser, 3 Filzmacher, 3 Maler, 3 Kupferschmiede, 3 Korbmacher, 3 Mechaniker, 2 Sattler, 2 Kalligraphen des Hebräischen, 1 Blechschläger, 1 Maurer, 1 Zuckerbäck-r, 1 Buchbinder, 1 Ackerer, 1 Typograph, 1 Messerschmied, 1 Stuhlmacher, 1 Steinhauer und 1 Pharmaceut. Von den 194 untergebrachten Lehrlingen haben 173 ihre Lehrzeit beendet, 21 haben vor dem Ende der Lehrzeit ihr Gewerbe aufgegeben. Das Gewerbe der Kunstschreiner verdient besonders bevorzugt zu werden, es ist lukrativ; es gestattet auch den Lehrlingen vom ersten Tage ihrer Lehrzeit an, ein Werkzeug zu benützen und mit eigener Hand schon etwas anfertigen zu können. Das Kofiermachen, das nur von Israeliten betrieben wird, geht ganz gut vorwärts. Einer unserer früheren Lehrlinge in diesem Gewerbe hat seinerseits schon acht Lehrlinge ausgebildet, hat sich mit einem von diesen associrt, hat seine drei Brüder etablirt, und betreibt ausserdem einen Käse- und Fischhandel mit einem Umschläge von 12 bis 15,000 Francs Er ist Eigentümer eines Hauses. Aehnliche Thatsachen bedürfen keines Kommentars, und konstatiren auf die glänzendste Weise das Resultat des Lehrlingswerkes zu Adrianopel. Unter 100 früheren Lehrlingen verdienen 45 wöchentlich von 2—10 Frcs., 30 von 10—20, 12 von 20—30, 7 von 30—40, 4 von 40—50, und 2 von 50—60 Frcs. Um den Werth dieser Zahlen zu würdigen, ist es nöthig, mit der wirthschaftlichen Lage des Landes und der Krise, welche der Handel, der Ackerbau und die Industrie schon mehrere Jahre durchzumachen hatten, zu rechnen. Wenn sie immer Arbeit hätten, so würden dieselben Handwerker gewiss das Doppelte verdienen. Unter 80 Handwerkern befinden sich 44 Meister, die selbstständig sind; 3 6 arbeiten auf Tagelohn oder auf Stück. Unsere früheren Lehrlinge, um ihre Dankbarkeit der Alliance, die ihnen behilflich war, dass sie sich ehrbar ernähren können, zu bezeigen, haben es sich zur Pflicht gemacht, ihrerseits neue Lehrlinge in ihrem Gewerbe auszubildth. 33 unsei er jetzigen Lehrlinge arbeiten in jüdischen Werkstätten. Gegenwärtig befinden sich 2 54 Meister und 438 jüdische Handwerker in Adrianopel. Das ist die Wohltat der Alliance, dass das Beispiel, allerdings auch durch die Noth dazu gezwungen, von so vielen israelitischen Familien nachgeahmt wurde. Unser Werk hat den Zweck, den Geschmack am Handwerk unter unseren orientalischen Glaubensgenossen zu verbreiten. Dieser Zweck ist grossartig erreicht worden: 6l2 Handwerker haben ohne unsere Veranlassung und ohne unsere Ueberwachung ein Handwerk erlernt. Unser Werk übt weit hinaus seinen wohltätigen Einfluss aus. Wir haben unseren früheren Lehrlingen geholfen, sich zu etabliren zuMustapha — Pascha, zu D6motica, zu Dedeagatsch, zu Sofulu, zu Kirklihse, zu Haskeuy, zu Burgas, zu Philippopel, zu Tatar-Bazardjik, zu Sofia und ustschuk. Wir tragen auch dazu bei, die Konkurrenz zwischen Handwerkern dessel n Gewerbes zu schwächen. Das Central-Cemitfc hat schon seit einiger Zeit konstatirt, dass die neben den Mädchenschulen geschaffenen Nähwerkstätten durch die Konkurrenz der dort ausgebildeten Arbeiterinnen Mangel an Arbeit haben; das Comite sah sich genötigt, einige unter ihnen zu schliessen. Das Comitö hat sich darauf die Frage vorgelegt, ob es nicht am Platze wäre, den jungen Mädchen ein anderes Gewerbe als das Nähen zu lehren. Mehrere Directricen haben sich mit dieser Frage abgegeben und haben Lehrmädchen in anderen Gewerben untergebracht, und zwar als Stickerinnen, Teppichweberinnen, Korsettmacherinnen , Büglerinnen, Putzmacherinnen u. s. w. Das Comitö ist entschlossen, diese Schöpfungen nach Möglichkeit zu erweitern. Druck der Joh. Wirth’sohen Hefbuchdruckerei Actien-Gesellachaft, Mainz.