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Der Israelit · 1901-08-01 · Heft 60 (1.8.1901) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 60 (1.8.1901)
Date
1901-08-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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$Ber ^Jsraelif. Ceutral-Organ für das orthodoxe Iudcnthum. Akätier für dre israet. Schute. I. August X* [»t. ». Offene Mntrnoet nn den Vorsitzenden der freien Vereinigung jüdischer Lehrer Oberschlesiens Herrn Lehrer B e r n h a r d—Tarnowitz, auf die „Offene Erklärung an die Redaktion des „Israelit" in den Blättern für Erziehung und Unterricht (Beilage zum „Israelitischen Familienblatt", Hamburg) gewürdigt von M. Schweitzer, Lehrer in Ologau ) Geehrter Herr Kollege! Ihre „Offene Erklärung" in Nr. 30 der „Blatter für Erziehung u. Unterricht" (Jsr. Familienbl., Hamburg) schließt mit den Worten: „bemühen Sie sich aber für die Zukunft auch nicht, in irgend einer Form den Schützer und Berather der jüdischen Lehrer zu spielen." In Ihrer ganzen Erklärung ist das thatsächlich der einzige vernünftige Satz. Es scheint, daß Ihnen während der Niederschrift derselben schließlich doch die Erkenntniß aufgedämmert sein muß, daß der „Israelit" gar oft Schützer und Berather war und jetzt wäre die Zeit gekommen, da man seiner Dienste entbehren kann. Es ist recht häßlich, durch solche Erklärungen ein Blatt, das wie kein zweites, der Heilighaltung des Judenthums dient, in den Augen der Welt schlecht zu machen. Dem „Israelit" wird daraus weiter kein Schaden entspringen, er hat schon ganz andere Gegner bekämpft und man kann noch nicht wißen, wer in dieser Angelegenheit das letzte Wort sprechen wird. Der „Israelit" wird trotz Verdächtigung und Verleumdung seiner Fahne treu bleiben und überall, wo er eine Gefahr erblickt, warnend seine Stimme erheben und un¬ *) Bon mehreren aus i?ehi erkreisen uns eingesanbten Antworten veröffentlichen lvir die vorstehende, als die wegen ihres ruhigen Tones und ihrer Sachlichkeit sich besonders auszeichnende und erklären hiermit diese Angelegenheit als für uns erledigt und abgeschlossen. Red. d. Bl. für die isr. Schule. entwegt für die Vertheidigung des Judenthums auch den Herren Lehrern gegenüber eintreten. Der ganze Streit und die daraus entstandene Gehässigkeit ist recht kleinlicher Natur, ist geradezu vom Zaun gebrochen. Wir leben im Zeitalter des Entrüstungsrummels. Wo ein Verein einmal Zusammentritt, gibt es Entrüstungen. Nun haben wir uns auch zu Vereinen organisirt, haben unser Vereinsorgan und es hat mich und viele Kollegen mit mir, recht betrübt, daß es sein Frühlingsrauschen mit Entrllstungsstürmen einleitete. Denn die Entrüstungen in den Versammlungen waren doch nur der Widerhall des in unserem Organ begonnenen Entrllstungssturmes, wenn dieselben auch, wie Sie schreiben, „ohne jede Anregung aus der Mitte der Versammlung gefallen sind." Ich, Herr Kollege, war nicht im mindesten empört über die uns vorgeworfene „Halbbildung." Ich fühlte mich in meiner Standesehre nicht im geringsten angegriffen. Ob wohl unsere Ehrbegriffe auseinandergehen? Ich fand sogar die „Halbbildung" als das richtige Wort am rechten Platz. Stückwerk ist doch unser ganzes Wissen. Wenn Moscheh Rabbenu am Ende seiner Sendung spricht: -p-y nx rnxvfr m*>rn nnx. „Du hast erst angefangen, Deinem Diener Einsicht in Deine Größe zu geben;" wenn der zweite Moses (Maimonides) sagt nyi-p nrx rtyn'n -i'v „das Ende des Wissens ist nichts wissen," so können wir Stümper es uns ruhig gefallen lassen, wenn man uns

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