Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 28-29 (15.4.1901)
- Date
- 1901-04-15
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
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674 weise vorlesen, erklärt das Nöthige auf möglichst wenig Umwegen, gibt ein mäßiges Pensum zum häuslichen Nachlernen auf und fragt darüber in der nächsten Stunde ab. „Pestalozzi soll König sein in der Unterklasse, Sokrates in der Oberklasse," lehrt Dinier. So wird die Aufmerksamkeit der Schüler geweckt, das Kind in Sprachfertigkeit und Gewandtheit geübt, ist Gelegenheit geboten, dessen Anlagen, Kenntnisse und Fortschritte zu bemerken, es zur Selbstständigkeit und Selbstthätigkeit anzuregen und dem Lehrer die Ueberzeugung gegeben, ob ihn das Kind auch thatsächlich verstanden hat. „Das Schwerste klar und Allen faßlich sagen, heißt aus gediegenem Golde Münzen schlagen," will uns Geibel zu Gemüthe führen. Gerade oie system. Religionslehre bedingt äußerst korrekte Fragestellung und ist dies faktisch eine Kunst, die erlernt sein will und an den Lehrer große Anforderungen stellt, weil sie deutlich, präcis und angemessen sein soll, bezüglich des Schülers, des Unterrichtsgegenstandes im Besonderen und in Harmonie mit dem ganzen Gange des Gesammtreligionsunterrichtes. Sehr vieles, großes, man von uns Lehrern fordert, auf daß die wabre Glaubensflamme lodert, auf daß ein fromm Geschlecht werde herangezogen, das treu in Gott, Mitmenschen, König, Vaterland gewogen: ein Kranz von Fächern wirket dahin im Berein, und system. Reliaionslehre muß darunter sein. Aus vorstehender Darstellung und Ausführung resultiren der Hauptsache nach vier Thesen und zwar: 1t Die system. Religionslehre als besonderer Unterrichtsgegenstand, die wichtigsten Glaubens-, Pflichten- und Sitienlehren, nach pädagogischen Prinzipien geordnet, umfassend, ssat eine hundertjährige Vergangenheit, und die Einführung, sowie fortschreitende Entwickelung steht mit der eingetretenen Verminderung des religiösen Quellenstudiums in direktem Verhältnisse. 2) Das Ideal der Religionsbelehrung wäre, die Kenntnisse aus den Urschriften des Codex schöpfen zu lassen, aber Dringlichteits-, Zweckmäßigkeits-, Utilitäts-, ja selbst hygienische Motive aller Art fordern quantitatives und qualitatives religiöses Wissen in der dem Religionsunterrichte knapp bemessenen Zeit zu fördern (welches auch der sog. bibl.-geschichtliche Religionsunterricht nicht vermag), und muß man daher die Frage: „Soll die system. Religionslehre als besonderer Unterrichtsgegenstand behandelt werden," unter fvezieller Hervorhebung unserer bayerischen Schulverhältnisse, wonach die Religionsschule einen intearirenden Theit der Volksschule ausmacht, sowohl für erssere, als letztere mit „j a" beantworten (analog den übrigen Unterrichtszweigen, ebenso mit dem Katechismusunterrichte in christlichen Schulen). 3) Die system. Religionslehre als besonderer Lehrgegenstand dient zur Erläuterung, Ergänzung, Erweiterung, Vertiefung und Verwerthung des in den übrigen Religionsfächern behandelten oder vorkommenden Stoffes. 4. Die Aufgabe des Lehrers ist es, durch umsichtige und interessante Verarbeitung der zweckdienlichen Materie des feinem Unterrichte zu Grunde liegenden Buches der system. Religionslehre, die dem Wesen dieser als besonderer Lehrgegenstand ohne Zweifel anhaftenden Mängel auf ein Minimum zu reduzieren, am besten und sichersten erreichbar: a) wenn er stets von den theoretischen Lehrbegriffen auf das praktische religiöse Leben Bezug nimmt (Exemplifikation): d) die system. Religionslehre in innige Wechselbeziehung zu den übrigen Religionsdisziplinen (bibl. Geschichte, Pentateuch u. s. w.) stellt (Konzentration). MV Anzeigen. Für den folgenden Thcil ist die Redaktion nicht verantwortlich. Schluß brr Insrrnlkir «nähme in Art« : für dir rUotttagsn» inner, Sonntag Früh r> Uhr, Mr dir DonnrrSagsuummrr, Mittwoch Mittig 12 Ubr. Ünfer ßtntt gelangt rrnrlmnßi.q Montag nnv vonneriiag in den ÄdendNnnden?um versandt. Neriamationra wegen pi späte« Eintreffen» w* lirdr man Uri der vetrrMudcii Jjolinitltnlt ju luaäien. (Offerte« auf iCtjiflFemnuaiicen werden täglich, mit Ausnahme oo» SamNag und Sonntag, weiterbeforiert. 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