Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 28-29 (15.4.1901)
- Date
- 1901-04-15
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
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SBer Israeli! Central-Organ für das orthodoxe Judenthum. M kälter für die israet. Schule. 13. Ap»tt isai.1 MtzTWI. Mttlrzr »K Mr. Ltz L L9. s. Soll die WiillitW "" ' in der Volksunö RtligioMult als befonDcrcr IliittMlhtsgtgtnstaail behandelt werde«? Vortrag gehalten im daher, isr. Lehrerverein (Corrcferat) von Lehrer II. ONpenheimeV in S u l; b ü v g. Es kann nicht Sache dieses Vortrages sein, bei jedem Lehrsätze und Kapitel der system. Religionslehre Fingerzeige und Winke oder gar die gnau bestimmte und begrenzte Stoffauswahl an die Hand zu geben, noch Niel weniger liegt die Absicht darin, für ein spezielles, gut und praktisch befundenes Lehrbuch, Leitfaden oder wie die zur Verfügung stehenden Benützungsmittel sich nennen mögen, zu engagiren! In erster Beziehung muß jeder Lehrer in der Lage sein, die angedeutete Arbeit selbst zu vollziehen und ein offenes Auge wird es ihm ermöglichen, den vorhandenen Stoff nach seinen Verhältnissen und Umständen zu sichten und zu wählen, während es bezügl. des zweiten Punktes wohl ebenfalls auf die Lehrerpersönlichkeit ankommt, aber auch lokale Wünsche mitsprechen und vor allem die Vorgesetzte, mittel- und unmittelbare geistliche und weltliche Schulbehörde bez. der ministeriell genehmigten, einschlägigen Werke. Natürlich besteht an und für sich schon ein großer Unterschied, welches Lehrbuch dem Schüler als Hilismaterial in die Hand gegeben wird, welch' religiöser Geist es durchweht, was für Sprache dasselbe führt, denn für die Kinder ist nur das Beste gut genug; aber eines ist noch sehr zu beherzigen: „M a ß - halte n in allen Dingen, wie schon einer der sieben Weiten Griechenlands empfohlen hat. Geschieht dies nicht, dann kann auch die schönste Tugend unschön werden. Es ist ein nicht genug hervorzuhebender Grundsatz, zur Erklärung der system. Religionslehre sowohl Pentateuch, als biblische Geschichte fleißig zu (Schluß aus Nummer 21.) benützen und stets darauf Bezug zu nehmen und darauf zurückzukommen, um solcherweise die religiösen Wahrheiten einleuchtender und eindringlicher zu gestalten — aber nicht mit beiden Beinen hineinspringen wollen und Maß halten! Die Zeit in der Schule ist sehr gezählt und gemessen und das, was mit Ernst und Liebe gelehrt und gelernt, begriffen und behalten werden soll, ist so viel. Darum kann es nicht rathsam sein, bei Besprechung eines Abschnittes oder Absatzes sofort förmliche Jagd zu machen auf einzelne bibl. Geschichten u. s. w. behufs Nutzanwendung, oenn dieses Paralisiren und Citiren tritt hierdurch in den Vordergrund und nimmt so viel Zeit weg, daß die eigentliche Besprechung mehr oder weniger verwischt wird. „Sie sind voll Honig, die Blumen; aber vie Biene nur findet die Süßigkeit aus" ist ein Göthe'sches Wort. Hat auch die system. Religionslehre als besonderer llnterrichtsgegenstand mancherlei Mängel und angeborene Fehler aufzuweisen, so ist eben alles, was Menschen ordnen und fügen, nur bloßes Stück- und Flick- und kein formvollendetes, vollkommenes Meisterwerk zu nennen, und hat mich der Antrag des Kollegen Fada in der Richtigkeit meiner Auffasiung über vorwürfiges Thema bestärkt und mir Muth eingeflößt, denn es sind „Verbesserungen" ganz am Platze, rathsam und nothwendig, aber nur nicht das Kind mit dem Bade ausschütten wollen, und lassen sich diese natürlichen Makel theilweise durch umsichtige und interessante Verarbeitung des Einzelnen und Ganzen auf 85947742