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Der Israelit · 1901-07-29 · Heft 59 (29.7.1901) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 59 (29.7.1901)
Date
1901-07-29
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1310 einer anderen Beschäftigung zuwenden oder auswandern. — Seit einer Reihe von Jahren erscheinen hier zwei Wochenblätter in hebräischer Sprache: „Habazeleth" und „Hazevi," die einzigen in ganz Palästina. Außerdem gibt der Gelehrte und Buchdruckereibesitzer A. M. Luncz vierteljährlich eine periodische Zeitschrift „Jerusalem" heraus, wie auch jährlich einen literarischen „Palästina-Almanach" — die allerdings nur eine kleine Anzahl von Abonnenten im In- und Auslande haben. Während es nun um diesen Zweig des Druckereigewerbes ziemlich gut bestellt ist, befindet sich der Steindruck hier noch in den ersten Anfängen seiner Entwickelung. Die hiesige Steindruckerei, obwohl die einzige für ganz Palästina, konnte sich während ihres fünfjährigen Bestehens schon deßhalb nicht gut entwickeln, weil es an Arbeitskräften, besonders an tüchtigen Maschinenmeistern fehlt. Sonst ist das Etablissement mit allen nöthigen Maschinen und Materialien versehen. Es hat eine große Schnellpresse mit Motorenbetrieb, eine Handpresse, viele bearbeitete und glatte Solnhofer Steine etc. Gegenwärtig beschäftigt die lithographische Anstalt zwei Meister und drei Gesellen, könnte aber noch vielen anderen Fachleuten Arbeit geben, falls sich solche am Platze befänden. Nicht selten geräth der Inhaber der Lithographie bei Anhäufung von Aufträgen aus Mangel an Arbeitern in die größte Verlegenheit. Aus diesem Grunde werden hier auch keine Ansichtskarten erzeugt. Da den hiesigen Handwerkern jedes Verständniß für eine richtige Organisation fehlt, gibt es hier auch keine Fachvereine. Zum Schlüsse will ich noch bemerken, daß der ganze Bedarf an Maschinen, Buchstaben (Schriften) und Materialien fast ausschließlich aus Deutschland bezogen wird. K . Literarisches. Wir können uns zwar über Mangel an israelit. Kalendern nicht beklagen, müssen aber dennoch aus Gerechtigkeitssinn den für 5662 zum ersten Male erschienenen „Internationalen Jsr. Kalender," herausgegeben von Armand Korb in Hagenau i. Elf., mit lebhafter Freude begrüßen, da derselbe thatsächlich von allen anderen Kalendern entschieden abweicht und wirklich eine „höchst originelle Neuheit" ist. Der „Internationale Israelitische Kalender" ist gleichzeitig in deutscher und französischer Sprache verfaßt. Uebersichtliche Monats- und sonstige Tabellen erleichtern das Auffinden der Daten, Fest- und Feiertage. Der Omer ist dem eigentlichen Kalender angeschlossen. Wir sagen dem „eigentlichen" Kalender, denn in demselben finden wir in „kurzer, bündiger, Jedermann verständlichen" Form noch einen zweiten Theil, der allein schon für jedes Haus ein zuverlässiger, guter Rathgeber, ein Nachschlagememorial vorzüglicher Gediegenheit ist. Tabellen betr. den Zeitvergleich von ganz Europa, der Geldwährungen in Mark und in Francs, der Gewichte, sowie eine Zinstabelle, die für ein Jahr, einen Monat und einen Tag die Zinsen zu 5, 4, 3 und 1L. pCt. angibt, sind besonders für den Geschäftsmann von größtem Nutzen, da sie ihm manches Rechnen und Kopfzerbrechen ersparen. Aber hiermit ist der Inhalt des Internationalen Israelitischen Kalenders noch nicht erschöpft. Wie oft kommt es heute, in der Zeit der Fahrräder und Eisen bahnen leider vor, daß Jemandem von unserer Umgebung ein Unfall zustößt. In den meisten Fällen steht man bis zur Ankunft des Arztes rathlos da. Wie aber, wenn der Arzt nicht gleich zur Stelle sein kann?! Und die kostbare Zeit, die da verstreicht, wovon dem Betroffenen jede Minute zu einer Ewigkeit wird?! Nun denn, im „Internationalen Israelitischen Kalender" finden wir eine spezielle Rubrik mit der Ueberschrift: „Erste Hilfe bei Unglücksfällen vor Ankunft des Arztes." Auch ein gehöriger Notizenranm ist vorhanden, sowie, gleichsam als Anhang und würdigen Abschluß, eine „Liste reeller, vertrauenswürdiger Firmen." Eine beigefügte Prämie, bestehend in einem Gutschein für ein „gebundenes Gratisexemplar für 5663" ermöglicht den Inhabern des Kalenders, entweder für sich ein Exemplar zu sichern oder eine andere befreundete Familie zu erfreuen. Dabei hat der Kalender das „richtige Taschenformat," ist wohlgefällig ausgestattet und kostet nur 30 Pfennig in ganz Deutschland. Wir müssen es offen sagen: Dieser neue Kalender sollte in keiner israelitischen Familie fehlen. gfrieffaften der Redaktion. S. B., Erfurt: Herr Rabbiner Dr. E b v m a n n , Baden (Schweiz) wird Ihnen wohl über Gewünschtes am besten Auskunft geben können_ Lebensversicherungs-Gesellschaft zu Leipzig, auf Gegenseitigkeit errichtet 1830 (alte Leivziger). In der'ersten Hälfte des Jahres 3 901 sind 3602 Anträge über M. 27 659 700 Versicherungssumme (M. 2 230 200 mehr als in der gleichen Zeit des Vorjahres) eingegangen und 3075 Versicherungen über M. 22 869 900 (M. 1 472 600 mehr als in der gleichen Zeit des Vorjahres) abgeschlossen worden. Es bat sich damit der Versicherungsbestand auf 611 Millionen Mark gehoben, während das Vermögen auf 204 Millionen Mark angewachsen ist. Bei der alten Leivziger Gesellschaft, die eine reine Gegenseitigkeitsanstalt ist, stießen alle Ueberschüsse in Gestalt von Dividenden den Versicherten wieder zu, die auf diese Weise bis jetzt 71 Millionen Mark erhalten haben. Im laufenden Jahre beträgt die Dividende für die länger als fünf Jahre bestehenden Versicherungen beim Dividendenplan A, wie seit mehr als einem Jahrzehnt, 420/0 der ordentlichen Jahresbeiträge, bei abgekürzten Versicherungen außerdem noch 1,5"/o der Summe der gezahlten Zusatzprämien; beim Dividendenplan B gelten steigende, nach der Dauer der Versicherung abgestufte Dividendensätze, die die Leipziger Gesellschaft in der von Anfang an in Aussicht gestellten Höhe fortgewährt, während viele andere Gesellschaften sich gezwungen gesehen haben, ihre steigende Dividende herabzusetzen.

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