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Der Israelit · 1901-04-02 · Heft 26-27 (2.4.1901) · page 60

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 26-27 (2.4.1901)
Date
1901-04-02
Page
– (sequence 60)
Language
German
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Handel und Gewerbe im heiligen Lande. (XVI. Fortsetzung und Schluss.*) In der jüngsten Zeit beginnt es auch hier etwas besser zu werden; wer Jerusalem vor Jahren verlassen hat und kehrt jetzt dorthin zurück, wird manchen erfreulichen Fortschritt bemerken. Viele junge Leute haben sich theils im Auslande zu tüchtigen Geschäftsleuten, theils in unseren Kolonien zu geschickten Arbeitern ausgebildet, und regen durch Fleiss und Umsicht auch viele ihrer älteren Mitbürger dazu an, den orientalischen Fatalismus fahren zu lassen und die eigenen Hände zu regen. Es ist darum heilige Pflicht unserer Brüder im Abendlande, Handwerk und Handel der palästinensischen Israeliten jede mögliche Förderung und Unterstützung angedeihen zu lassen, um dieselben ihrer misslichen sozialen Lage zu entreissen. Während ich dies niederschreibe, werde ich von Bekannten noch auf den Mangel an guter Lektüre für die Bewohner Jerusalems aufmerksam gemacht. Besonders fehlt es an jüdischen Werken über Palästina Auch hierin haben uns andere Nationen überflügelt. Franzosen und Engländer besitzen bereits eine reiche Litteratur über Palästina, und senden dennoch fort und fort weitere Forscher und Gelehrte hierhin, um das Land in allen Theilen erschöpfend zu erforschen. Dagegen besitzen wir Israeliten nur die Werke: ■ppißj pan nwon» mei und p»n npnö von 8. Lewisohn, das Werk' des Rabbiners von Poltuschan. Der Verfasser des widmet der Beschreibung des Landes ganze drei Blätter, und das scheint zu genügen! Der vortreffliche Schriftsteller Ben Jehuda in Jerusalem ist bestrebt, sein vorzügliches Werk über Palästina herauszugeben, findet aber nirgends Unterstützung dazu. Wir würden zufrieden sein, wenn die jüdischen Schriftsteller der Gegenwart mindestens gute Übersetzungen der besseren französischen, englischen und deutschen Werke über Palästina veröffentlichen würden. Soeben erhielt ich von einem Bekannten das Buch rnDH p# von Sokolow, welches eine Uebersetzuug aus dem Englischen des Lord Olipb&nt über die Bodenbeschaffenheit Palästinas und andere Abhandlungen enthält.; Das Inhaltsverzeichnis weist eine Fülle von Material auf, allein die eingehende Prüfung des Werkes ergiebt, dass dem Verfasser zahlreiche j starke Irrthümer entschlüpft sind. Im 12. Abj ♦) 8. Nr. 766. I schnitte, „über den Westen des Landes“ sucht Sokolow pjn südlich von Jaffa in einigen verfallenen Hütten, während das wirkliche pjn jyn e*n grosses arabisches Dorf, östlich von Jaffa, 12 Kilometer vom Meeresufer entfernt ist. Hantura bezeichnet Sokolow als „einige Hütten“, während es thatsächlich ein grosses Dorf am Meeresufer ist, welches (inen regen Schiffsverkehr mit Jaffa unterhält. Seine Bewohner sind theils fleissige Fischer, welche die ganze Umgegend mit Fischen versorgen, theils sehr gewandte und kluge christliche Geschäftsleute. Ferner will uns der Verfasser glauben machen, das Dorf Bethania liege nördlich von Jerusalem, tbatsächlich befindet es sich aber gegentiber^dem Tempelberge, am östlichen Abhange des Oelberges. Safed soll nach ihm 948 Häuser haben, während dort über 2000 vorhanden sind; ebenso ungenau sind seine Angaben über Chaif a. Von der seinem Buche beigegebenen Karte sagt der Verfasser, dass sie durch verschiedene Färbung die Fruchtgefilde und Wüsten kenntlich mache; Jeder könne auf den ersten Blick darauf erkennen, ob der Boden fruchtbar oder bergig, und darum zum Anbau ungeeignet sei. Jeder Kenner des Landes weiss jedoch, dass gerade die Berge des Landes Israels den fruchtbarsten Boden enthalten.*) Bei Bethlehem erwähnt er den Weinbau in der Nähe der Stadt, während er die berühmten Weinberge von Hebron gar nicht zu kennen scheint. Das „Traubenthal“. (‘tD&W hei Hebron, von wo einst die Kundschafter jene grosse Mustertraube für unsere Väter in der Wüste abgeschnitten haben, und welches heute noch durch seine ganz vorzüglichen Trauben berühmt ist, erwähnt der Verfasser nur in einer Anmerkung mit den Worten: „wahrscheinlich ist dort das Traubenthai“. Von Jerusalem behauptet er, es enthalte keine Quellen, nur öisternen für Regenwasser. Er kennt also nicht die Quelle auf dem Tempelberge, die Quelle am „Lande des Hohenpriesters Israel“, auch nicht die beiden vor einigen Jahren in der Strasse St.« Louis, nahe am Löwenthore gefundenen Quellen. Ebenso sind seine Angaben über die Lage der Kolonien und ihre Entfernungen von einander sehr ungenau. Jedoch habe ich mich durch diese Abschweifung bereits zu weit von meiner Aufgabe entfernt, und will die Recension dieses bereits *) Vgl. Mischnah Bikurim I, 3 und 10.

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