Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 26-27 (2.4.1901)
- Date
- 1901-04-02
- Page
- – (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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WWWW 646 Iu unseren Widern. Als kiner der begabtesten, vielseitigsten und gediegensten unter den neueren Komponisten muß Max Bruch genannt werden. In seinen größeren Werten zeichnet sich dieser fruchtbare Meister durch Schwung. Feuer, großen und würdig gehaltenen Stil aus. Innerhalb jüdischer Kreise erlangte er seine Berühmtheit durch die musikalische Niederschrift von Kol-Nidrei, das von dieser Zeit ab fast auf keinem Conzertprogramm mehr fehlt. Unter den französischen Operncomponisten des 19. Jahrhunderts nahm der Schöpfer der „Jüdin", der War: Vruch. „Königin von Zypern" und anderer meisterhafter musikalischer Opernwerke, Jaques Frommentha? Eli HaIevy, welcher von deutschen Eltern stammte, einen der ersten Plätze ein. Das verfehmte Wort: „Das Judenthum in; der Musik," hat in Bezug auf Halevy eine gewisse Be- ' rechtigung, indem er ebensowenig wie Meherbeer hin-! sichtlich des Inhalts seines Schaffens seine Abstam- , mung verleugnete. Er hat für die Pariser Synagogen bczw. für die dortigen Ehöre herrliche Lieder rompo- , nirt und in der „Jüdin," seiner in Deutschland be-! rühmtessen Meisteroper, zahlreiche altjüdische Melodien! benutzt, die nicht wenig zu dem außerordentlichen Erfolg dieses Bühnenwerkes beigetragen haben. Ihm gebührt das Verdienst, daß er die Tragik seines Volksstammes auch in der Musil verewigte, grade wie Moritz Oppenheim in seinen Bildern aus dem altjüdischen Familienleben die jüdische Volksseele den Zeitgenossen zum Bewußtsein brachte. Auch in einer anderen Oper: „Le iuif errant," behandelt Halevv die Judenfrage musikalisch. In diesem Sinne sprach denn auch einst der Präsident des israelitischen Konsistoriums am Grab? des großen Componisten die Worte: „Wir französische Israeliten waren glücklich, ihn zu den Unserigen zu zählen, nicht allein, weil er eine Zierde seines M. 'Valev;i. Landes gewesen, sondern noch mehr, weil er die Fahne seines Glaubens hochgetragen inmitten dieser traurigen Epoche der Gleichgültigkeit in Sachen der Religion." Zwei antike Porauckies führen >oir beute unseren Lesern im Bilde vor. Dieselben sind aus Seidenfammt, mit überaus feiner und reicher Goldstickerei, im Jahre 1760 hergestellt. Sie können seit urchreren Jahren wegen Brüchigkeit nicht mehr benutzt werden, weßhalb es wohl in dem Interesse der jüdischen Kunstgeschichte liegt, daß dieselben hier im Bilde verewigt werden. Berantworiliche Redaction: OScar behmann in Main;. — Expedition de^ ..Israelit", Zchotrstratze Rr. 2,^Mainz Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei Actien-Gesellschaft in Mainz, j