Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 26-27 (2.4.1901)
- Date
- 1901-04-02
- Page
- – (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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für düsL^ Ärlhodoxe Müden thunrÄ l-C/MO S E S\iJ^ fj|f -<-• A RON SUf> s April 1901] INr. 7 mm im mm ms ST(SS'«f«i?T MBK /; harausses. 4^rf\ Eine j)eßach-j)lauderei von S. S. Arug. Mus dem Wusflfchen.) -H- Seid mir gegrüßt, Ihr Schatten meiner stillen, Hellen Kinderjahre! .... „Was machst Du da, Großväterchen?" „Was ich mache?" antwortet der Großvater, während er mit dem Stößel in den rothen, blitzblank gescheuerten Mörser stößt. „Du fragst, Kind, was ich mache? Ich will die Festungen von Egypten bauen. Sieh her!" und er zeigt mir das eine Ende des Stößels, welches mit einer graugelben, klebrigen Maste bedeckt ist. „Pisom und Ramses will ich bauen." „Wieso Pisom und Ramses?" srage ich verwundert. „Diese beiden Festungen haben ja unsere Vorfahren in Egypten längst aufgeführt. Was sprichst Du da, Großväterchen?" „Längst schon haben sie sie aufgeführt, sagst Du? Ja, ja . . . lange, sehr lange ist es her . .", wiederholte der Greis leise und wehmüthig, indem er den grauen Kopf schüttelte, während seine Augen in die Ferne blicken, mit einem Ausdruck mir unverständlichen, aufrichtigen Schmerzes. „Ei, ei, mein Kind, längst, sagst Du, haben unsere Vorfahren die Zwingburgen der Egypter aufgerichtet f Natürlich ist es lange, sehr lange her .... Selber mußten sie den Lehm kneten, Sand sammeln und Ziegel brennen, in den Steinbrüchen arbeiteten sie auch, mußten zentnerschwere Blöcke herbeischlevpen und Fundamente legen, dann Wände aufführen, hohe, sehr hohe Wände . . ." Der Alte schweigt eine Weile wie traumverloren. „Sprich, sprich weiter, Großväterchen," bitte ich. Der Großvater entfernt ein Stückchen Nußschale aus dem Mörser und fährt fort zu erzählen mit seiner gleichmäßigen, gedämpften Stimme. „Ja, ja. Ziegel mußten sie selber formen und Wasser dazu schleppen aus demselben Fluß, in dem man ihre Kindlein ertränkte .... Man ertränkte ihre kleinen Kinderchen . . . Oder man schlachtete sie ab, goß das Blut der Unschuldigen in eine Wanne und bereitete dem Egyptertönig ein Bad daraus, damit er sich von der Krähe heile, wie die Sage erzählt. Er ivar nämlich krätzig, dieser Pharao, mein Kind, war bedeckt mit Schwüren und Aussatz. . . . Die Väter mußten unterdessen aus der Straße Stroh sammeln, denn von der Regierung bekamen sie kein Hälmchcn . . . Und grausam war er, der Pharao, will ich Dir nur sagen, mein Kind, ach wie grausam! Denk Dir nur, der verwandelt erbarmungslos ein ganzes Volk in Arbeitsthiere, in Sclaven, die den ganzen lieben Tag nichts zu thun haben, als Lehm kneten und Ziegel brennen. . . . . Aber das ist ja noch gar nichts. . . . Warte nur ein ivenig. Reich mir mal diesen rothen Apfel her. ." Der Großvater schält den Apfel, zerschneidet ihn in kleine Stückchen und fängt an, die Stückchen gewistenhaft mit dem Stößel zu zerstoßen. . . .