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Der Israelit · 1901-04-02 · Heft 26-27 (2.4.1901) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 26-27 (2.4.1901)
Date
1901-04-02
Page
– (sequence 25)
Language
German
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i42« Jahrgang. Dritte Meikage zu 26 & 27 des „Israelit". Literarisches. Deutsche Uebersetzung zum hebräischen Gebetbuche. Für den Schulgebrauch bearbeitet von Heinrich E i n st ä d t e r , Lehrer an der isr. Volksschule zu Frankfurt a. M. Verlag von I. Kauffmann. Preis 60 Pfg. (97 + VIII S. 8°.j An in's Deutsche übersetzten Tefilos haben wir wahrlich keinen Mangel und selbst der Autor, der heute zu besprechenden, bestätigt uns, daß diese Uebersetzungen theilweise vortrefflich sind. Trotzdem hat auch er sich veranlaßt gesehen, eine „Deutsche Uebersetzung zum hebräischen Gebetbuche" zu bringen. Aber seineArbeit unterscheidet sich wesentlich von denen seiner Vorgänger. Unter allen vorhandenen Uebersetzungen wüßte ich in der That keine, die den Anforderungen, welche man an ein Schulbuch stellen muß, nach jeder Richtung hin genügt. Es ist nicht Jedermanns und keinenfalls eine leichte Sache, für Kinder zu schreiben; noch schwieriger ist es, für Kinder zu übersetzen. Den rechten Sinn, das rechte Maß und den rechten Ton zu treffen, gilt es da. Man muß Pädagoge von Fach sein und aus dem Borne einer reichen Praxis schöpfen können, will man es wagen, eine so schwierige Aufgabe zu lösen. — Für den Autor waren bei Abfassung seines Buches folgende Gesichtspunkte maßgebend: Jeder tüchtige Lehrer wird bei der unterrichtlichen Behandlung seiner Scküler nur eine Tefilo, die ausschließlich den hebräischen Text enthält, gebrauchen lassen. Dem Uebersetzungsbuch fällt alsdann die Aufgabe zu, „dem Schüler die Möglichkeit zu bieten, das erlernte Pensum zu Hause zu wiederholen." Diese Arbeit wird aber durch eine interlineare oder eine dem hebräischen Text in gleicher Spalte gegenübergestellte Uebersetzung derart erleichtert, daß das Erlernen oft zum nutzlosen, rein mechanischen Memorieren wird. Bei Weglassung des hebräischen Textes hingegen ist der Schüler genöthrgt, sich die in veränderter Reihenfolge auftretenden Wörter auszusuchen und dabei auf die Wurzel und die grammatische Form zu achten. Soll der Unterricht fruchtbringend sein, so muß sich der Schüler einen gewissen Schatz von Vokabeln erwerben, der ihn in Verbindung mit seinen grammatischen Kenntnissen befähigt, jedes Wort, das sich — sei es unverändert oder in anderer Form — wiederholt, als alten Bekannten wiederzuerkennen. Dieses Ziel kann nur dann erreicht werden, wenn für dieselbe Vokabel auch stets, wenn irgend möglich, die gleiche Uebersetzung gewählt wird. Darunter leidet ohne Zweifel der deutsche Ausdruck. Aber der Verfasser sagte sich, daß stilistische Härten oft nicht zu vermeiden sind, wenn das Buch für den hebräischen Unterricht nutzbringend werden soll, und daß es besser ist, wenn das Kind sich eine Uebersetzung merkt, die zwar im Zusammenhang weniger gut klingt, als daß es sich mit der Erlernung einer neuen quält und schließlich — sowohl diese, als auch die früher erlernte vergißt. Eine Uebersetzung für den Schulgebrauch muß einfach und knapp sein, sie kann nicht gleichzeitig einen Kommentar enthalten. Es ist vielmehr Aufgabe des Lehrers, das Verständniß schwieriger Gebetstücke zu vermitteln. Jüngere Schüler übersetzen meistens Wort für Mort. Darum sind Redewendungen, welche sich nicht entsprechend auflösen lassen, Phrasen, die sich in den vorhandenen Büchern als (Übertragungen einer größeren Wörtergruppe finden, zu vermeiden." Bei eingehender Prüfung des Buches müssen wir anerkennen, daß das gesteckte Ziel vollkommen erreicht wurde. Die Sprache ist rein und gefällig, die Uebersetzung schmiegt sich dem hebräischen Text eng an, Jnhaltsverzeichniß und Zeilennummerierung von 6 zu 6 erleicktern dem Schüler den praktischen Gebrauch, beim Uebertragen der einzelnen Gebetstücke ist auf die Altersstufe, für die sich ihre Behandlung besonders eignet, gebührende Rücksicht genommen, so daß das Werk alle Eigenschaften eines guten Schulbuches in sich vereinigt und einer weiten Verbreitung desselben die günstigste Prognose gestellt werden kann. Schließlich verdient der von der Verlagshandlung sehr mäßig angesetzte Preis hervorgehoben zu werden, so daß die Anschaffung selbst für Kinder gering bemittelter Eltern kein Opfer bedeutet. Einstädter's „Deutsche Uebersetzung zum hebräischen Gebetbuche" wird sich als ein werthvoller Beitrag zur Litteratur eines zeitgemäßen, methodischen Religionsunterrichts erweisen. —r. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin, 24. März. (Herr Stöcker mau st s i ch.) Stöcker hat am 8. März in der Tonhalle über die Frage „Hat der Antisemitismus eine Zukunft in Deutschland" gesprochen. Er beantwortete sie (nach einem Bericht des „Volk") folgendermaßen: Der deutsche „Rassenantisemitismus" gewiß nicht. (Widerspruch.) Ich habe ja schon bewiesen, daß er unhaltbar ist. Warum haßt er den Japaner nicht? (Ruf: Weil er uns nicht gefährlich werden kann!) Der Rassenantisemitismus, der die Juden nicht blos bekämpft,

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