Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 26-27 (2.4.1901)
- Date
- 1901-04-02
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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WWWWWWWM M^WWWWWWMMMWWMWWWWWWWMWWWW WMWWWYWWWWWWWW 42. Jahrgang. Erste Anlage zu ^§26 & 27 des „Israelit". Leitender Artikel. Der Kelch öes Heils. tziilt ZtStrllbtliS-Vtlrlllhtulig. Von Rabb. Dr. Max Beermann—Insterburg. (Schluß.) III. Die holden Jahre der Jugend gehen dahin, dem Frühling des Lebens folgt blüthenreicher Sommer und sruchtspendender Herbst. Aus dem frischwagenden Jüngling wird der besonnene Mann, und die liebliche Jungfrau lernt als Weib und Mutter den Ernst des Lebens kennen. Ein Haus wird gegründet und nun gilt es in schwerem Kampf um's Dasein, Sieger zu bleiben. Es stellt das Leben gar viele Anforderungen, und wem nickt schon an die Wiege reiche Schätze gebracht wurden, der hat mühselig zu ringen und jeden fußbreit Erfolg den widerstrebenden Mächten abzuringen. Den Vätern gleich empfindet auch gar mancher von uns heute noch die dreigestaltige Noth des Lebens n-i nx das Weh, wegen der jüdischen Abstammung zurllckgesetzt und ausgeschloffen zu werden a^an Hx uboy rx\ Die Mühsal, die Kinder unter schweren Ovlern für eine bessere Zukunft zu erziehen pn-n n •jsnH nxi unfern Drang und unsere Hast, unter den schwierigen Erwerbsverhältniffen, für Weib und .Kind den Lebensunterhalt herbeizuschaffen. Wahrlich 2' nr"pr cw bv "rr::v: a’trp, die Wunder, mit denen die Gottesliebe uns oft aus dem schweren Druck unserer Nahrungssorgen befreit, sind nicht geringer als die l^rlösunaswunder, die den Ahnen den Sang auf die Lippen drängten, und auch wir sollten, wenn wir all der wunderbaren Fügungen und Führungen gedenken, mit denen Gott rra uns oft aus den Sorgen und Kiimmerniffen des täglichen Lebens befreit, wie seine Huld uns immer noch gegeben „Brot zu essen und Gewand zur Kleidung", die Gnade Gottes mit dem Psalmistenworte bekennen na: ntrx 71 nit3 o ixn loyts '2 nerv „Erkennet und schaut, wie gütig der Ewige ist, Heil dem Manne, der bei ihm sich birgt!" denn es ist der dritte Kelch ein Erlösungsbild für die Männer und Frauen, denen die Gnade Gottes in den Drangsalen des Lebens befreiend zur Seite steht. Aber nicht nur init Worten, mit Thaten müssen wir danken p:na pTan by -paa nrte aia P „beim dritten Kelch finde man den Segen zum Mahle!" Dieser Segen, der unserm Wirken und Streben erst die rechte Weihe und Reinheit giebt, ist der religiöse Sinn, der uns nichi nur auf Gottes Gebeiß arbeiten und schaffen, sondern auch ruhen und feiern läßt. Der Segen, der unser Mühen krönt, wird ans Sabbatruhe und Festesrast gewonnen, wird aus jenen erhebenden Weihestunden geschöpft, die wir der Betrachtung seines heiligen Wortes widmen. Gerade in unserer Zeit, wo immer schwierigere Anforderungen an unser Leben gestellt werden, sind solche gottgewollte Raststunden unentbehrlich, um zu uns selbst und zu unserem Gotte zurückzukehren, von dem die Irrungen des Lebens uns nur zu oft Hinwegtreiben, wir bedürfen dieser Stunden, da wir die Erlösergüte Gotteklar und deutlich schauen, da die Brust sich uns weitet und das Herz den innigen Dank für die göttliche Treue hinausströmt und tiefbewegt die Erfüllung der Befreiungsbotschaft an jüdischen Männern und Frauen bekennt aanx '7^X21 und ich erlöse Euch! IV. Die Sonne neigt sich, des Abends kühle Schatten ziehen herauf, gebleicht ist das Haar, gebeugt der Rücken, der Augen Glanz ist matt und die Hand, die einst in emsiger Arbeit so rüstig sich regte, ist schwer und schlaff. Greisenalter, dir winkt der vierte Kelch nx piau, bei dem wir in der Sedernacht mit Psalmenklängen das Mahl beschließen. Auch dir leuchtet die Gnade Gottes, auch du empfindest seine Güte; dir gab er gute Kinder, die deines Lebens Abend mit goldnem Abendroth der Kindesdankbarkeit umstrahlen und auch die, denen Kindessegen versagt geblieben, freuen sich als treue Gefährte in glücklicher Zufriedenheit nach den heißen Mühen des Tages nun der kühlen Schatten des Abends. Der Sturm der Leidenschaften hat sich gelegt, still und ruhig ist das Herz, denkt vergangener Zeiten, des göttlichen Heils, das auch des Alters Stab und Stütze ist und spricht mit innigen; Dank inan *n sto 'a. Fürwahr, gütig ist der Ewige und seine Liebe reicht bis in die Ewigkeit iroax ’jk nant» njn *m -jx ropt nn, denn bis in späte Tage ill Gott mit ihnen und bis in's hohe Alter führt er sie, und kommt dann die letzte Stunde, wo des Lebens Hallelsang ausklingt, führt Gottesliebe durch selig Sterben hinüber zu besserem Sein, das .Auge bricht, das Herz schweigt, Todesschatten umlagern dich, du aber vernimmst noch an der Pforte des Grabes die liebende Stimme deines treuen Gottes. cvb H aanx 'nnpbi. „Ich nehme dich zu mir zu meinen Schaaren!" Das ist der Weg der göttlichen Erlösung, wie sie von der Wiege bis zum Grabe unser Leben durchfluthet, wie sie uns auf Adlerfittigen trägt, bis wir in den Gefilden ewigen Friedens ausruhen. Bon Gottes Gnade kündet das Wort, mag unser Leben zeugen von p i! P i ft!?