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Der Israelit · 1901-04-02 · Heft 26-27 (2.4.1901) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 26-27 (2.4.1901)
Date
1901-04-02
Page
– (sequence 1)
Language
German
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4g, Jahrgang. Jfä gQ & 27. Der Israelit. # Ein KenLrat-Hrgan für das orlhodoiee Iudentyum. Begründet von V» in MsiNZ. Dienstag, den 2. April 5661 (1961). ~Bgtrz^a Unsere nächste Nummer, wiederum eine Doppelnummer, erscheint des heiligen Ujp»' Pehachfestes wegen, Montag, den 15. April.__ Leitender Artikel. Der Reich des Heils.') Me Le-erabtklr-Zttrchtlilig. Von Rabb. Dr. Max Beermann—Insterburg. sb -jbn?br, ce>;n izv rnen run Siehe, der Winter ist vorüber, die Wetternacht geschwunden, dahingegangen, die Blümlein werden sichtbar auf Erden, die Zeit des Segens ist gekommen, und der Vöglein Stimmen können wir lauschen im Lande." Auch wir vernehmen den beseligenden Befreiungsruf Gottes, der die schlummernden Kinder der Flur aus ihrem Todesschlaf erwecken will, es ist uns, als gälte sein Wort auch uns und darum haben wir seiner Erlösungskunde Haus und Herz geöffnet. So ist denn das liebliche Frühlingsfest in feierlicher Abendstunde einaezogen mit seinen goldigen Träumen von Sonnenglanz und Blüthenpracht und läßt uns einen ewigen unverwelklichen Lenz ahnen, zu dem die Verjüngung der Natur in Höhen und Tiefen nur Bild und Gleichniß ist. Das Wolkendunkel ist gewichen dem Hellblau der göttlichen Gnade, die Flur hat den grünen Teppich über sich gebreitet und auch im Herzen sind Frühlingsblütben der Liebe aufgekeimt. Der Wald hallt wieder von den gefiederten Sängern, unsere Seele ruft in vollen Akkorden und strömt es aus in alle Weiten und Welten: „Ich, o Ewiger, bin Dein Knecht, der Sohn Deiner Magd, 'iv'.vb rmc, Du hast meine Feffeln gelöst!" Ja, wir fühlen es an uns: Mit dem Erlösungsfest, das uns den Festtisch mit den Immortellen des Glaubens und dem Immergrün der Hoffnung, mit den Veilchen der Liebe und den Vergißmeinnicht der Treue schöner als mit schnellwelkenden Wiesenblumen ge- *) Aus dem vor Kurzem erschienenen Werke des Verfassers : Die Stimme Jacobs, H. Theil (Lehmann s jüdische Volksbücherei Band 14.) schmückt bat, ist es Lenz geworden, wenn oft auch noch kühl ist der Tag und sich dehnen die Schatten, i:eny tp ruan, auch unser Haus erstrahlt im Frühlingsglanze otik uns rrrrp denn von Neuem haben wir unsere Wohnungen gepflanzt, die ragenden Cedern jüdischen Glaubens rnsno uam und sehen über dem Dach unseres Hauses die schützende Cypreffe der göttlichen Gnade sich breiten. Es war ein kalter frostiger Winter, er hatte die Begeisterung für den alten Gott erstarren lassen, die Liebe zum alten Glauben, und nun ist mit dem Veßackssest wie durch geheimen Zauber verjüngte Liebe und Treue in den Herzen aufgeblüht, neue Lieder von Glaubenseligkeit und Herzensseligkeit entströmen unseren Lippen, eine unbegreifliche Freude und Wonne erfüllt unsere Brust, es ist uns ,als müßte jedes armselige Menschenwort schier verstummen, und wir könnten nur mit dem Psalmisten ausrufen: „Nein, wir sterben nickt, wir leben und künden die Thaten Gottes!" Hatten wir jüngst unserm Schmerz Ausdruck verliehen über das gealterte und greisenhafte Israel; die Sedernacht hat mit Wundermacht uns verjüngt. Es ist uns als wären wir heute durch die befreiende Wirkung des Peßachfestes aus den winterlichen Landen der religiösen Entfremdung wieder hinausgetreten in die warme Frühlingsluft des Glaubens, und es liegt uns nun ob, diese Erlösung zu wahren, grm n» ne», diese Lenzesfeier unseres Innenlebens zu einer dauernden zu gestalten. Der alte Befreier-Gott lebt noch, sein Wort kündet noch heute Lenz und Leben, Freiheit und Erlösung. Er hat nicht nur vor Jahrtausenden die Ahnen -nzma. aus Knechtschaft zur Erlösung geführt, er leitet auch heute noch ihre Kinder, t6bkb binz nt6, aus Finsterniß zu hellem Licht. Wollen wir da nicht singen und sagen von der Güte und Gnade Gottes, wollen wir da nicht rühmen und preisen Seine Huld und Liebe? ♦xnpK '7! e»si rwrr nuw eie Ja, „den Kelch des Heils will ich erheben und den Namen des Ewigen anrufen," der sich durch unser

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