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Der Israelit · 1901-03-28 · Heft 25 (28.3.1901) · page 28

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 25 (28.3.1901)
Date
1901-03-28
Page
– (sequence 28)
Language
German
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602 schilp den Betrag von Mk. 2600 unserer Schule bestimmie. Für olle Zeiten wird der Name Wilhelm Carl von Nothschild in den Annalen der Israelitischen Volksschule gesegnet sortleben. Die Derwaltungskommission beries zur ehrenden Crinnerung an den Verstorbenen eine Trauersitzung, die der Vorsitzende, Herr Meier Sel. G o l d s ch m i d t, mit einer Ansprache eröfsnete, in welcher er mit warmen Worten der großen Verdienste des Dahingeschiedenen um die Schule gedachte. Cs wurde alsdann einstimmig der Beschluß gefaßt, daß am Todestage (5. Schewat) den besten Schülern und Schülerinnen der Anstalt je ein passendes Buch überreicht werden solle, welches an hervoragender Stelle ein Gedenkblatt mit dem Flamen des Verstorbenen trägt. Mit innigem Danke verzeichnen wir hier, daß unserer Schule von den hochverehrten Hinterbliebenen Mk. 12,000 zum Kapitalfond, Mk. 5000 für den Zenstonssond und Mk. 1000 zur Anschaffung von Schulbüchern zugewendet wurden. Getreu den Intentionen der großen Männer, deren werrthätige Liebe die segensreiche Entwickelung unserer Anstalt ermöglichte, verfolgt die Israelitische Volksschule seit ihrer Begründung unablässig das Ziel, den ibr anvertrauten Kindern eine auf gründlichem Wissen beruhende, religiös-sittliche Erziehung angedeihen zu lassen. Sie kennt in der Ausübung ihrer Wohlthaten keine Unterschiede, sie betrachtet es vielmehr als ibre Aufgabe, alle ihre Schüler, gleichviel, welchen religiösen Standpunkt deren Eltern einnebmen, gleich zu achten und gleich zu fördern. Auf die Leistungen der Schule können wir auch in oiesem Jahre mit Befriedigung zurückblicken. Die Iahresrevision der städtischen Schulbehörde ergab wieder ein recht günstiges Resultat. Ueber das Ergebniß der außerordentlichen Revision, der die Schule von einem Vertreter der kgl. Regierung zu Wiesbaden im Herbste v. I. unterzogen wurde, spricht sich der amtliche Bericht, welchen die kgl. Regierung der Israelitischen Volksschule durch die städtische Schulbehörde zustellen ließ, in seinem allgemeinen Theile wörtlich folgendermaßen. aus: „Die israelitische Prioat-Volksschule zu Frankfurt a. M. ist von dem geheimen Regierungs- und Schulrath Hildebrandt in unserem Aufträge am 27. und 28. September d. I. revidirt worden. Wir haben mit Genugthuung aus dem Revisionsberichte desselben ersehen, daß der Anstalt ein wohleingerichtetes, mit luftigen und geräumigen Schulzimmern versehenes Gebäude nebst hinreichend großem Spielraum zur Verfügung steht, daß die Schule mit den erforderlichen lltensilien und Lehrmitteln reichlich versehen ist, daß in dem Gebäude große Reinlichkeit und Ordnung herrscht, und daß die an der Anstalt thätigen Lehrpersonen ihrem Amte mit Eifer obliegen und wohl befriedigende Ilnterrichtsergebnisse erzielen." Die Sckuile zählte am 1. Februar 362 Schüler il90 Knaben, 167 Mädchen). Pemtifcbtcs. Dresden. Die hiesige Hofoper hat Karl Weiß' zweiaktige VolkSoper „Ter polnische jube“, die am H. März int Prager Deutschen Theater mit starkem Erfolge ihre überhaupt erste Ausführung erlebte, erworben. Das Werk dem Erckmann-Eh Orions gleichuamiaes Drama in einer Bearbeitung von Victor Leon tind Richard B a t t a zu Grunde liegt, soll in Dresden, wie uns von^dort geschrieben wird. alS erste Novität der nächsten Lraison in Scene gehen. ll. Jnowrazlaw, 26. Februar. Der jüdische Vcrein gegen Verarmung und Hausbettelei hielt Samstag, den 22. Februar, Abends 8 Uhr seine ordentliche Generalversammlung ab. Der Vorsitzende veranstaltete den Jahresbericht für das aboelartfene VereinSiahr. Daraus ist zu entnehmen, daß»der Verein sehr segensreich gewirkt hat. Die nnanziellestLage des Vereins ist ebenfalls eine günstige, da von hiesigen wohlhabenden Gemeindemitgltedern. sowie auswärtigen, die zum Besuch ihrer Angehörigen sich aufbalten, namha'te, ansehnliche Beträge bei Gelübden im Tempel füiZden genannten Verein spendeten. Nach dem Kassenbericht balaucirten die Einnahmen und Ausgaben mit je 8210 Mark ö»6 Pfg. Der Reservefond, der sich durch Zurechnung der Zinsen vergrößert hat. beträgt zur Zeit öullZii Mark. Snlzbürg «Oberpfalz). 18. März. Ein wahrer tf'n’p war nebst der am Purim von Herrn Lehrer Oppen be im er veranstalteten, aus allen Bürgerkreisen zablreichst besuchten und mit größtem Lobe durcbgeführleu Schulfeier auch die Festivität, welche der hiesige Wohllhätigkeits- und Jngendver in am 12. d. Vits, zu Ehren des allerhöchsten Geburtstages Sr. Kgl Hoheit des Prinzrcgenten arrangirte, und fand Mittags 1 Uhr die Mahlzeit statt, alle Tbei nehmer waren von echt jüd. Geiste beseelt und das Fest von den um'aüenden, licfdurchdachten Festreden der Herren Nabb. Dr. Weinberg u. Lehrer Oppenheimer verherrlicht. Jedem einzelnen Thülnehmcr war die Junge gelöst, und die Begeisterung, Religion mit Patriotismus gepaart, erreichte dcn höchsten Grad, als eine Huldignngödevesche au den glorreichen Jubilar verfaßt und abgeiaudt wurde. Auch Herr W er t b e i m er gab seiner Loyalität beredten Ausdruck, und Herr Kultusvorstand Burger, gleichzeitig auch Vereinßvor stand des Wohlthätigkeitsvereins, ließ mit passenden Begleitworten den in jüd. Kreisen bekannten, bei frohen und trüben Anlässen unentbehrlichen Teller ztrkulicen. und erst als die Stunde des vin^v-Gebetes gekommen war, war die großartig verlaufene Festlichkeit beendet, die iür lange Zeit sowohl im Herzen der Theilnehmer, als der Gesammtbeoölkerung einen kräftigen Grnndton hervorgerufen hat, der für unsere ntynpn ruiöN nur von größtem Nutzen sein kann. Am 12. März feierte auch der erste Vorstand des Jugendvere'nes, HerrI. Laudecker, der schon seit ca. 20 Jahren dieses Ehrenamt mit aller Gewissenhaftigkeit, Pünktlichkeit und Hingebting bekleidet, sein Geburtöfest, und auch ihm galten die besten Wünsche der von Jubel und Frohsinn erfüllten Versammlung, ans daß er noch viele Jahre seiner Familie und dem Kinde seiner Obhut und Sorge, dem Jugeudvereine, gesund und rüstig erhalten bleibe und zur Zierde und Ehre gereiche.

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