Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 25 (28.3.1901)
- Date
- 1901-03-28
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2446951-2449146-2449172--53018-2503585- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
58« braun und Umgegend Einsicht von einigen Anwesen genommen. Der allgemeine Wunsch geht dahin. es möchte möglich werden, das Asyl in Heilbronn selbst, aber jo nicht in einer absterbenden Kleingemeinde seiner Umgebung unterzubringen. Die Generalversammlung und Ergänzungswahl des Ausschusses findet am kommenden Sonntag, den 31. März, in Stuttgart statt. Die Loge in Stuttgart und der Wohlthätigkeitsverein in Heilbronn haben Aufrufe an alle Gemeinden ergehen lassen, in denen Ne israelitische Mädchen suchen, die sich zu Krankenpflegerinnen ausbilden lassen wollen. Bis jetzt hatten die Aufrufe noch sehr geringen Erfolg. Und dock wäre es zu wünschen, daß sich isr. Mädchen in größerer Zahl dem edlen Berufe der Krankenpflegerin zuwenden würden, insbesondere, da auch ausreichende Versorgung versprochen ist. S. Worms, 27. März. Es ist Vielen schon ausgefallen, daß, während unsere Glaubensgenoffen bei wichtigen Veranlaffungen nicht nur die jüdischen Vereine unterstützen, sondern auch, und wir freuen uns dessen, nichtjüdischen Vereinen Gaben zuwenden, von jener Seite der jüdischen Vereine fast gar nicht gedacht wird. Umsomehr ist es mir eine angenehme Pflicht. Ihnen heute berichten zu können, daß die hiesige „Narrhalla" (Carneoalsverein) nicht nur den evangelischen Schwestern eine Unterstützung zuwandte, sondern auch den israelitischen Unterstützungsverein mit einer Gabe von fünfzig Mark bedachte. Rußland. Petersburg. (Abschaffung der Karo b k a3 Der vom Minister des Innern vor längerer Zeit fertiggestellte Plan zur Abschaffung der jüdischen Steuer auf Fleisch und Licht (Karobka) ist bis auf weiteres vertagt worden. Als Grund für diesen Aufschub wird u. A. auch die merkwürdige Thatsache angegeben, daß ein Theil dieser Steuern zur Verbesserung der Landstraßen verwendet wird, deren Instandhaltung den Juden ebensogut wie den Christen zu Gute komme. . . . Es wird hiermit in dürren Worten zugegeben, daß ein Theil der von den Juden für die Bedürfnisse ihrer Armen und ihrer Gemeinden aufgebrachten Summen zur Ausbesserung der Landstraßen verwendet wird». Die angegebene Motivirung, daß die Landstraßen ja auch den Juden zu Gute kommen, kann nur in Rußland als genügend angesehen werden. Dafür zahlen doch die Juden auch Steuern. T. -> Personalien, -f Unna i. Wests. Am Rosch - Chodesch Nissan feierte Frau Wwe. Michel Selig hier das Fest ihres 90. Geburtstages. Nicht allein, daß dieselbe die älteste Frau in der Gemeinde ist, so ist sie auch gleichzeitig die älteste Bürgerin Unna's. Die Jubilarin zeigt noch eine so seltene Geistes- und Körperfrische, daß Niemand sie ans ein so hohes Alter taxiren würde; sie feierte vor fünf Jahren das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Ihr Gemahl, Herr M. Selig, wurde ihr leider vor drei Jahren in, Alter von 78 Jahren durch den Tod entrissen. Die Jubilarin ist stets gegen Bedürftige gastfreundlich und übt nach ihren Kräften im weitesten Sinne Wohltbaten; sie lebt streng nach den jüdischen Vorschriften. Sie möge hierin als ein Vorbild für fernere Generationen gelten, da sie damit doch bewiesen, daß inan auch bei strenger Beachtung seiner jüdischen Religion geehrt und geachtet werden kann. Möge die Neunzigjährige ihren Lebensabend in gleicher Frische wie bis heute genießen. Diedenbofen, 25». März. Das 26jährige Jubiläum des Präsidenten der jüdischen Gemeinde, Herrn Jules Leon I., hier, Pariserstraße, wurde von der Gemeinde in würdiger Weise gefeiert. Durch eine Deputation wurde ihm eine künstlerisch ausgeführte Adresse mit den Unterschriften der Mitglieder überreicht, sowie ein silberner Pokal mit Widmung gestiftet. Von der Deputation wurde Herr Levy alsdann zur Synagoge geleitet und, nachdem der Gesangchor ihn durch ein Empfangslied begrüßt hatte, nach seinem Sessel geführt. Alsdann begrüßte ihn Herr Cohn auf's herzlichste durch eine herrliche Ansprache, worauf Herr Levy der ganzen Gemeinde dankte. Nach dem Gottesdienste wurde ihm von den Schulkindern ein Bouquet überreicht und er nahm die Gratulation sämnitlicher Kinder gerührt entgegen. Den Schluß der Feier machte Abends ein Kommers im Saale bei Bormann. Von Seiten des Konsistorium Lothringen's, sowie von Freunden und Bekannten liefen ebenfalls Gratulationen ein. Herr Levy hat es sich nicht nehmen lassen, diejenigen Herren, die als Deputation gewählt waren, am Sonntag Abend zum Diner einzuladen, ebenso hat derselbe sämmtliche Herren der Gemeinde für Samstag Abend im Lokale Wolkowinsky zu einem gemüthlichen Zusammensein ringeladen. - - Gleichzeitig wurde Herr A. Cers, der auch auf eine 26jährige Thätigkeit als Schammes zurückblicken kann, durch Diplom und Geschenke geehrt. Berichtigung. Bei dem der vorigen Nummer beigefügten Bogen Hagadah schel Peßach war die Reihenfolge jder Seiten irr thüml-ch nach deutscher, statt* nach jüdischer Schreibweise angeordnet. Für diejenigen, die die Hagndah binden lassen, haben wir den Bogen neu gedruckt und kann derselbe auf De, langen an Interessenten kostenfrei abgegeben werden. Redaktion des „Israelit" Briefkasten der Expedition. L. E.: M. 8 empfangen.