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Der Israelit · 1901-03-25 · Heft 24 (25.3.1901) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 24 (25.3.1901)
Date
1901-03-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
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42. Jahrgang. M *4, Der Israelit. Ein KenLrak-Hrgan für das orthodoXe IudenIHum. Begründet von Dr. WohMÄNN in Btain}. Montag, den 25. März 5661 (1901). Da mit dem 1. April 1901 ein neues Quartal beginnt, so erlauben "wir uns, die ge- _ ehrten Abonnenten darauf aufmerksanl zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. In der Postzeitungsliste pro 1901 eingetragen unter Nr. 3762. Neu eintretende Abonnenten (Postabonnenten gegen Vorlage der Postquittung) erhalten das Blatt bis Ende dieses Monats gratis._ Leitender Artikel. Vorbereitung sür^as Vetzachfest.*) Mainz, 24. März. III. (Schluß.) Nicht weniger als die Beseitigung des Chomez aus unseren Häusern wäre es Pflicht der Rabbinen, in Ansprachen an ihre Gemeinden vor Peßach die Aufmerksamkeit auf die Beschaffung von solchen Mazzos zu dringen, welche die Garantie bieten, daß sie in der That auch diesen Namen verdienen, indem sie den Anforderungen des Religionsgesetzes entsprechen. Wird diesen Anforderungen nicht entsprochen, so hat man die Pflicht des Mazzosgenuffes an Peßach nicht nur nicht erfüllt, sondern man hat sogar Chomez an Peßach genossen, ein Verbot, auf dessen Uebertretung, wie bereits erwähnt, dieselbe Strafe gesetzt ist, wie wenn Jemand die Heiligkeit des Jom Kippur durch Genuß von Speise und Trank entweiht. Der religiöse Verfall, der in unserer Zeit so große Dimensionen angenommen hat, macht sich auch bei dieser Mizwoh in betrübender Weise geltend. In früherer Zeit war es allgemeiner Brauch, daß jede Familie selber die Mazzos für ihren Bedarf herstellte, daß eine Familie die andere bei der Herstellung *) Der in Nr. 1 dieses Aufsatzes genannte Ort muß richtig R a d o l f s z e l l heißen. Red. der Mazzos unterstützte und somit Jeder selber in der Lage war, den Anforderungen des Religionsgesetzes gerecht zu werden. Das ist heute leider vielfach anders geworden. Eine der charakteristischen Eigenthümlichkeiten unserer Zeit besteht darin, daß sie keine Zeit hat. Für die gewissenhafte Ausübung der Gebote Gottes hat man vollends keine Zeit, und man glaubt sich von seinem Gewissen vollkommen dispensirt, wenn man diesen angeblichen Zeitmangel vorschützt. Als ob unsere Zeit, die Tage und Jahre, die uns Gottes Gnade hier zu athmen vergönnt, nicht auch, ja, ob nicht gerade sie in erster Reihe Gott gehörten! Aber die Kinder unserer Zeit verstehen sich nun einmal schwer zu diesem Opfer und so hat es sich ganz von selbst gemacht, daß die Herstellung von Mazzos Gegenstand einer ganz besonderen Industrie geworden ist. Wie die Dinge nun einmal liegen, wären die Bäckereien, welche sich die Herstellung von Mazzos zur Aufgabe gestellt haben, mit Freuden zu begrüßen, wenn dieselben wirklich die Vorschriften des Religionsgesetzes unverkürzt zur Anwendung bringen. Bei einem Theil derselben ist dies nun auch erfreulicherweise der Fall. Hier bedarf es weniger einer Ermahnung, als einer fortwährenden sorgfältigen Beaufsichtigung. Denn leider verfährt ein großer Theil der Mazzobäckereien dabei in so unverantwortlicher Weise, daß es dringende Pflicht ist, die Aufmerksamkeit der Mazzokonsumenten darauf zu lenken. Die Käufer lassen es sich ihr gutes Geld kosten in dem Glauben, dafür nun wirklich Mazzos zu erhalten, mit welchen sie der von Gott gebotenen Pflicht genügen können. Sie erhalten aber in vielen Fällen solche Mazzos nicht, da sie vielfach Chomez sind, auf dessen

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