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Der Israelit · 1901-03-18 · Heft 22 (18.3.1901) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 22 (18.3.1901)
Date
1901-03-18
Page
– (sequence 1)
Language
German
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41 Jahrgang. Der Israelit. Ein SenLrat-Hrgan für das orlhodore IudenIHum. Begründet von »r. fe^umnn in Wftuln$. Montag, de« 18. März 5661 (1961). Da mit dem 1. April 1901 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. In der Postzeitungsliste pro 1901 eingetragen unter Nr. 3762. Neu eintretende Abonnenten (Postabonnenten gegen Vorlage der Postquittung) erhalten das Blatt bis Ende dieses Monats gratis. Leitender Artikel Mich n) ilik. 7 WeltMmW. Von ®r. Mendel Hirsch ‘j'Jtr. (Fortsetz, und Schluß.) Unsere Aufgabe ist nun zunächst, den Nachweis zu liefern, daß Koheleth wirklich diese optimistische Anschauung hegte, und sodann den Widerspruch zu lösen zwischen den hervorgetretenen unversöhnlichen Gegensätzen. E. 3, 1: „Alles bedarf zu seiner Reife und Vollendung der Zeit und für jedes Streben gibt es den geeigneten Z e i t p u n k t." Nichts im Vollbringen des Menschen ist a n sich als geeignet und gut, und nichts an sich als schlecht zu bezeichnen. Es kommt auf den Zeitpunkt an, das entgegengesetzte Vollbringen ist je nach Zeit und Ilmständen das rechte, jedes kann zur Unzeit schlecht sein. Das wird nun in prächtiger Ausführung dargelegt. Ausgegangen wird von einem Beispiel, das nicht unmittelbar des Menschen Thun betrifft, sondern bei dem der Mensch paffiv ist: Geburt und Tod. Sowie es nicht eine der Willkür oder dem Zufall überlaffene Stunde ist, sondern die rechte Stunde gibt für die Geburt, so gibt es auch den bestimmten Zeitpunkt für den Tod, wann der Mensch heimkehren soll; es ist das nicht ein Zufall für ihn, ein jähes Abreißen des Lebensfadens, sondern er st i r b t, weil er am Ziele ist! Und so wie es für diese größten Gegensätze — wir kennen keinen größeren, als Leben und Tod — für Geborenwerden und Sterben, für den Eintritt in's Leben und für den Austritt aus dem Leben Zeitmomente gibt, in denen beide das Rechte, das Geeignete, das Entsprechende sind, — Koheleth sagt ausdrücklich später: „Alles hat Gott gestaltet, geschaffen, daß es zu seiner Zeit nc\ das freundlich Aufleuchtende sei" — so ist es auch mit allem Demjenigen, wo der Mensch nicht paffiv, sondern aktiv ist, mit seinem Thun, wo es nur darauf ankommt, daß er erkenne, für welches Thun der rechte Zeitpunkt sei, welches Vollbringen der Augenblick erfordere. Es gibt einen Zeitpunkt, in welchem das Pflanzen die rechte That, und es gibt auch einen Zeitpunkt, in welchem Ausreißen, von Grund aus Entwurzeln des Gepflegten, die rechte That ist (wenn es sich nämlich um Verderbliches, das Wachsthum und das Gedeihen des Gesunden und Guten Hinderndes handelt), es gibt einen Zeitpunkt, in welchem schonungsloses Dreinschlagen, und auch einen Zeitpunkt, in welchem mildes, geduldiges, geschicktes Heilen am Platze ist. Niederreißen und Aufbauen, Weinen und Lachen, Trauern und — Freudensprung, Bausteine wegwerfen — sie zu sammeln, sich für eine Sache begeistern — kühl sich zurückhalten, eifrig zu suchen — preiszugeben, zu bewahren — fortzuschleudern, zu zerreißen — zusammenzuheften, zu schweigen — zu reden, zu lieben — zu Haffen, Uebung des Krieges — Wahrung des Friedens, Alles hat Gott gemacht, daß es zur rechten Zeit s ch ö n sei. Auch hat Er die Ewigkeit, das Ewige in ihr Herz gegeben, das weit über die sichtbare, mit den Sinnen und mit 357493

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