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Der Israelit · 1901-03-14 · Heft 21 (14.3.1901) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 21 (14.3.1901)
Date
1901-03-14
Page
– (sequence 25)
Language
German
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SBer Ispscslit. Central-Orgarr für das orthodoxe Iildeuthnm. —o »gWS&K -v- - Alatier für die israel. Schute. 14. Mär; 1901.^ J-jj--L_ L. ILMtfJJI ■*' [9lx. 4. Töll die 7‘ "7 Rtligioilslkhik in der Volkslind ‘“7 "7 ' als besoickm llntkirichtsiitgtHaiil! bthonhell loerdtli? Oortrag gehalten im vayer. rsr. Lehrcrverein (Correferat) von Lehrer JL ©jrjxeMjjeituev in B u l % b u t g. (Fortsetzung.) Weiterhin stebt fest und ist aus dem Entwickelungsgange systematischer Religionslehre genügend ersichtlich, dass sich deren Einführung und Ausbreitung, Annahme und Uebung in direktem Verhältnisse mit der Reduzierung des Quellenstudiums befindet, die spstematische Religionslehre als besonderer Unterrichtsgegenstand nicht lauter Licht-, sondern gleichfalls Schattenseiten zeigt, die sich hauptsächlich darin offenbaren, daß zu befürchten steht, durch sie werde der Kindesseele Gewalt angethan, während dieser doch das Reckt zugestanden werden muß, sich nach den ihr innewohnenden Gesetzen entwickeln zu dürfen, während sie durch Ueberschüttung schwerverständlicher, abstrakter Stoste in ihrer Regsamkeit gehindert, in ihrer Lebenskraft beeinträchtigt und gelähmt wird, weil und damit die Religion nicht ausschließlich Gedächtnißsache, son- > aern eine Angelegenheit des Gemüthes, der höchste Inhalt des Herzens und Lebens ist und sei; denn zwischen dem Lehren und Lernen dieser und beispielsweise dem des Einmaleins exilliri eine unüberbrückbare Scheidewand, da die hierbei in Betracht zu ziehenden methodischen Regeln und vsychologischen Gesetze für beide grundverschieden sind. Ist auch der an irdischen Gütern reckst reich, der sehr viele Silber- und Goldstücke sein eigen nennt, so besitzt jener aber noch gar lange nicht am meisten Religion, der die zahlreichsten Sprüchlein gelernt und den Inhalt seines Leitfadens am besten eingeprägt hat, denn viel hilft nicht immer viel und am wenigsten aus letzterwähntem Gebiete, wie sich auch der Tickner Schiller äußert: „Wohl denen, die des Wissens Gut nicht mit dein Herzen zahlen." Diese sämmtlichen Behauptungen und schlimmen Eigenschaften, die der svstematischen Religionslehre theilweise anhaften und in die Schuhe geschoben und von den Gegenströmlern als Anklage erhoben werden, lasten sich bei eingehender Betrachtung entkräften oder wenigstens mit Milderungsgründen ausstatten. Darüber läßt sich natürlich nicht streiten und muß von jedem, ob Freund oder Widersacher systematischer Religionslehre eingesehen und erkannt werden, daß das Ideal „aller" Religionsbelehrung das eigentliche Quellenstudium ist und bleibt, weil nur hieraus das Lebenswaster fließt, der Kern des Ganzen hervorsvrudelt, um Tropfen zu Tropfen vereinigen und diese zu Bächlein und Flüste sammeln und schwellen zu lallen; birgt doch schon der Urtext eine beredtere, eindringlichere Sprache in sich, als dies jegliche Uebersetzu.ng vermag, und trotz alledem muß aus einer Menge von Ursachen die Roth zur Tugend werden! Der gewaltiae Unrfang muß außer Ansatz bleiben und mit geringem Quantum, mit bloßen Auszügen hieraus, wird der Zweck nicht erreicht, und nicht auf dem Lande, geschweige denn in der Stadt, kann das Elternhaus als Mithelfer in Betracht gezogen werden, seltenere Fälle natürlich ausgenommen, die als löbliche, jedoch leider verschwindende Minderzahl, nicht in den Rahmen dieser Spiegelung gehören. Für die Unmöglichkeit der Rückkehr zum Quellenstudium sprechen schon die Leitmotive, welche die systematische Religionslehre über- 402793 1244

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