Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 20 (11.3.1901)
- Date
- 1901-03-11
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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16 ein Schwein hatte; er sprach durch die Nase, so dass man ihn kaum verstand. Die vom Stamme Manasse waren es, die, als Pilatus sich die Hände wusch, da er gar keinen Grund zur Verurteilung fand und zu den Juden sagte: Nullam in eo invenio causam, ausriefen: Sanguis suis super nos et filios nostros Der Fluch, der auf den Angehörigen dieses Stammes liegt, ist, dass sie jeden Neumond an ihrem Körper grosse Schmerzen fühlen und dass überall Blut fliesst, besonders an den unteren Teilen, vom Morgen bis zum Abend. Die vom Stamme Simon nagelten ihn an das Kreuz. Und jedes Jahr am 25. März entstehen ihnen vier Wunden an den Füssen und Händen, die bluten vom Morgen bis zum Abend. Die vom Stamme Levi spuckten ihm ins Gesicht, und alle von diesem Stamme können nicht auf die Erde spucken, sondern in die Luft, der Speichel geht auf sie zurück, und sie sind so immer schmutzig und ekelhaft.“ In dieser Weise geht P. Francisco oder sein Gewährsmann Carrafa die sämmtlichen 12 Stämme durch, und er sagt dann zum Schlüsse : „Von allen diesen Flüchen sind diejenigen Juden frei, die sich mit Frömmigkeit taufen, den christlichen Glauben annehmen und nicht mehr davon zurücktreten.“ (Schluss folgt.) Weiteres aus dem Sefer Hajaschar des Rabbenu Tarn. Von Dr. H. Kottek.*) Herr L. Mayer machte in Nr. > Ihres Blattes einige Bemerkungen zu meinem Artikel „Einiges aus dem Sefer Hajaschar des Rabbenu Tarn". Ich hatte ausgeführt, dass die Stelle im § 48 S 97 212 pl-2^1 p’yt> 11O^ TVM «2X1 ■wn? tsna rrn X>1 -p rrn Die xix 21 nm pnsr 12 pm zu erklären sei durch Bezugnahme auf Bab. Batra 22, wo es heisst »cp’O XDV -2 ,11.1 ,“62 55"1 plL' 12 pni 21 ro nnycao N2x 12 nix 21 mn2 emu l72> ^lym nb1? R. Tarn also ausdrückeu wollte : Wärest Du gej wohnt, erst zu überlegen und Dein Wissen auszubreiten, wie es R. Nachman b. Izchak that, der jeden Tag bevor er zur Lehrversammlung ging, mit R. Ada die Schmata durchging, so hättest Du Dich jetzt nicht zu schämen brauchen, Deine Worte zuriiekzunehmeu.“ Nun meinte Herr Mayer, dass das Wort BM1I2 nicht zu erklären sei, dass R. Nachman mit R. Ada die Schmata durchging, weil CHI nicht, wie das entsprechende hebräische Wort pn, in der Bedeutung „eine Stelle oder einen Gegenstand geistig durchlaufen" vorkomme, sondern ausschliesslich „laufen“ bedeute. Ich verweise jedoch den Herrn auf das Targum zu 131 12M1, das da lautet pi peil, auf die jenem Tat gum entsprechende Talmudstelle Sota 22 pns,’’ 12 JDnj 21 1DN N71 N57DC J’CI '55'J'N ’ICNI 2pJ7’ 12 xnx 212 N12HDD 1CN ’N!2 yT s. Raschi zur Stelle; ferner auf Mei'la 20, wo die Gemara in Bez.ig auf den Wortlaut der Boraita bemerkt ’jni BMI N’I’N 'XD. Uebngens sind alle diese Beweisstellen überflüssig; denn das UTI10 in B. Batra kann unter keinen Umständen eine andere Erklärung finden, als „den Gegenstand durchgrhen“. Die Erklärung, die Herr Mayer der Talmudstelle geben wollte, dass R. Nachman den R. Ada veranlasst«;, mit ihm zum Vortrag zu laufen, ist unmöglich, weil es ausdrücklich heisst DM ID l°727 t’iy’il ’Dp’D und am Schlüsse 7"y 11,11 nP2^. In Bezug aut die fernere Bemerkung, dass nach meiner Erklärung statt piC7 — p'2l7 stehen müsste, ist darauf binzuweisen, dass, wenn auch Rabbenu Tarn meisterhaft die hebräische Sprache zu handhaben verstand, er doch meistens den Pintstyl anwendet z. B. S. 5 7y n^I "l'nrfr# ’yll’D 1' anstatt *p ’nrtw, ferner 8. 26 DX 'Ul iy57D l'X^ 1’J’y2 IM’ lyTD DyD und auf derselben Seite DM175tt D’I.IDD iyD7 ^O1' M 21.1 '11D 1X^21 '2;y, des Weiteren auf S. 32 nD’fcM ]prv ,1D’D2 D21P*. Selbstrtdeud sind das nur einige wenige, aus der grossen Menge zufällig he rausgegriffene Beweisstellen. Die beiden zuletzt erwähnten Stellen sind von dem geehrten Herausgeber des 157M D im Dunkeln gelassen worden, ich gestatte mir daher, für sie eine Erklärung zu geben. Die erste lautet pN7 l’J’y2 IM’ lyiD DyD ÜN 'Ul T/ttfD, der Herausgeber commentirt sie mit den Worten onix lywo pxp 1D2 vyys vrv D'DyDl niinitp ihmd Dmjöp2, er selbst ist aber so wenig davon befriedigt, dass er hinzufügt l?2 nnu '5721 px 72N; allein die Worte sind folgendermassen zu erklären: R. Tarn zeigt in den Anfangsworten jenes Sendschreibens, dass er dem Gelehrten, an den er es richtet, die höchste Ehrerbietung und Hochachtung zollt; denn er beginnt, '111 nixr6 ly '271 }57’ ’JN iy2’ 57X2; da er aber diese Hochachtung nur in wenigen Worten zum Ausdrucke bringt, schliesst er mit der Entschuldigung lyü'D px1? TJ*y2 IM’ ,iyic DyD DX 'Ul d. h. wenn ich auch in nur wenigen Versen Deinen Ruhm verkündet halte, sei es in Deinen Augen, als ob ich es in unzähligen Worten gethan hätte Die andere Stelle ,1D'57l Iprr lD'D2 ’J21pl ninmit Bezug auf die Talmudstelle Ercbin 16 '17 p y556,1’ '1 ION imiBP D’iiDa M57 x’2’ min .1112x57 ynuo njnrj ,id X'2' mm miDN D'D2 .iryyD ntsny xi.i nPpi idn D’D2 12 1p- Die Erklärung ergiebt sich von selbst. Erdrückt damit aus, dass wenn auch sein pip seine Darbietung gering ist, sie doch dazu beiträgt, den Gegenstand zu erhellen. *) Auf 8. 8, Zeile 3 und 7 ist Kal statt Pual zu leset. Redaktion. Inhalt. Zur Geschichte der Maimüni’scheu dreizehn Glaubensartikel. — Zur Geschichte der Juden in Hildesheim während des siebenjährigen Krieges. — Eine spanische Schmähschrift gegen die Juden aus dem 17. Jahrhundert. — Weiteres aus dem Sefer Hajaschar des Rabbenu Tarn. Verantwortliche Redaction: Rabbiner Dr. Löwenstein in Mosbach (Baden). — Druck und Verlag der Job. Wirth’sehen Hofbnchdruckerei-Actien-Gesellschaft in Mainz.