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Der Israelit · 1901-03-11 · Heft 20 (11.3.1901) · page 22

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 20 (11.3.1901)
Date
1901-03-11
Page
– (sequence 22)
Language
German
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14 I 1 1 io 10 Mgr. 18 59. Suestmann 60. Jacob Moises 61. Salomon Wannefried 62. Mendel 63. Machool 64. Baud Felbels Sohn 65. Hirsch Philip 66. Sussmann Schwager 67. Gumpel Diese Liste trägt den Vermerk: regulirt a Commiss. H. Senat. Branäis H. Senat, v. Harlessem H. Senior Soolemang ex nova (d. i. aus der H. Segger Heneys d. 6 t. April 1759 in Beyseyn der Vorsteher Moises Hertz und Hirsch Philip. Auf der Rückseite: Ansatz Der gesambten Judenschaft t auf Alt- und Neu-Stadt. prod : bey Löbl. Sambt Regierung den 9 ten April 1759 und ist in gefolg Resolut! hievon Copey den Juden Vorstehern am 23 ten Apr: mit den Bedeuten zugestellet, die Gelder binnen drey Tagen bey zutreiben und der Alt Stadt Cammer ey einzuliefern. 6 8i) Neustadt) ans dem 17. Jaintaden. Mitgeteilt von I)r. Isak Unna, Rabb. in Mannheim. Es ist bekannt, dass die Leidensgeschichte der Juden in Spanien][mit ihrer Vertreibung aus dem Lande im Jahre 1492 noch nicht zu Ende war. Die Inquisition wütete jetzt mit unverminderter Grausamkeit gegen die Zurückgebliebenen. die zum Scheine das Christentum angenommen hatten, insgeheim jedoch die Satzungen der jüdischen Religion nach wie vor beobachteten. Auch die literarische Fehde gegen Juden und Judentum wurde von fanatischen Priestern und Mönchen mit der gleichen Heftigkeit wie früher fortgesetzt; man suchte eben auf jede Weise dem Volke den Hass gegen die Juden einzupflanzen, um so den Vernichtungskrieg gegen alles’'Jüdische t desto erfolgreicher führen zu können. Einen Beweis dafür liefert eine aus dem Jahre 1673 stammende Hetzschrift, die von 1) Im Orig, ist hier als .Summa „418 r.“ verzeichnet. einem Franziskanermönch, Namens Francisco de Torrejoneilio, verfasst ist und den Titel führt: Centincla contra Judios, puesta en la torre de la Iglesia de Dios (Schildwache gegen die Juden, gestellt auf den Turm der Kirche Gottes).5) Diese Schrift bietet eine Auslese von all den Anschuldigungen, welche Verleumdung und Aberwitz in alter und neuer Zeit gegen die Juden ersonnen haben; Anklagen gegen den Talmud, Hostienschändung, Blutmärchen, alles, was ein antisemitisches Herz sich nur wünschen kann, ist hier in reicher Pülle zusammengetragen. Der Verfasser benutzt sehr viele ältere gegen die Juden gerichtete Schriften, besonders solche von getauften Juden. Die 14 Kapitel, in welche das Buch zerfällt, tragen folgende Ueberschriften: 1. Dass die Juden eingebildet und lügenhaft sind und immer gewesen sind. 2. Dass die Juden Verräter sind und gewesen sind. 3. Dass die Juden stets verachtet waren und niedergehalten wurden. 4. Dass die Juden Verfolger unseres heiligen katholischen Glaubens sind. 5. Dass diejenigen, welche die Juden aus Eigennutz begünstigen , nie ein gutes Ende haben noch gedeihen werden. 6. Dass man kein Vertrauen zu den Juden haben soll noch an ihre Werke glauben. 7. Das heftige Begehren der Juden, den Messias kommen zu sehen. 8. Dass die Juden, wo immer sie auch sein mögen, einer finden andern einstehen. 9. Warum sie sich Hebräer, Israeliten und Juden nannten, dass man sie früher Marianen nannte und warum. 10. Dass die Juden, abgesehen von ihrer Gegnerschaft gegen unseren Glauben, auch sonst unsere Hauptfeinde sind. 11. Von den Verschiedenheiten der Juden, die durch die göttliche Vorsehung gezeichnet sind. 12. Dass die Juden unruhig, eitel und aufrührerisch sind, und dass sie überall, wohin sie kommen, Zwietracht säen. 13. Dass die Juden keine Ehre und keinen Adel haben, und dass sie die Grösse, welche sie besessen haben, beim Tode des Heilands verloren. 14. Von dem Mitleid, welches unsere Mutter, die Kirche, mit ihnen hat und haben wird, und bis wann sie an ihrer Halsstarrigkeit festhalten werden. Feber die Habgier und Schlechtigkeit der Juden äussert sich der Verfasser folgendermassen: „Kaum hat ein Jude ein Amt. so will er sich voll saugen an Gütern, an Kostbarkeiten, an Reielitümern. Und woher gewinnt er dies 1) Diese* Schrift wurde mir von Herrn S. Mamelsdorf, liier, aus seiner reichhaltigen spanischen Bibliothek zur Verfügung gestellt; unter seiner freundlichen Mitwirkung* machte ich auch die hier veröffeuilichten Auszüge.

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