Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 18 (4.3.1901)
- Date
- 1901-03-04
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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421 Das Dereinsvermögen in Pfandbriefen und Staatsobliqationen ergibt einen Nominalwerth von Mk. 13.171.43. Die Vorstandschaft besteht aus den Herren: Lothar Feuchtwanger, Bankier, Vorstand; Josef Spanier, Kaufmann. Schriftführer; Hermann Gift, Privatier, Gastier. Revisoren: die Herren Hermann Wolf und David Fromm. Mrth, 27. Febr. Im hiesigen Verein „Auhawe Thauroh" hielt Herr Dr. Ehrentreu - München einen Vortrag über die bayerischen Jeschiwoth im Mittelalter und deren talmudischen Lehrmethoden. In der Geschichte der Juden im Mittelalter, ließ sich Redner vernehmen, hebt sich die spanisch-südfranzöstscbe Vlüteperiode glänzend ab von dem düsteren Hintergründe, den die Geschichte der deutschen Inden bildet Von dieser wird uns fast nichts berichtet, als Druck und Verfolgung. Daß im Mittelalter auf den deutschen talmudischen Hochschulen ein reges geistiges Leben geherrscht hat, ist anscheinend ganz vergessen worden. Hier barrt des Forschers noch ein weites fruchtbares Feld. Bei näherer Betrachtung werden wir gewahr, daß gerade die deutschen Juden zu jener Zeit den größten Antheil hatten an Thoraforschung und Thoraverbreitung, so daß man einst das bekannte Bibelwort charakteristisch variirte: „Von Frankreich gehet aus die Lehre — und das Wort Gottes von Deutschland!" Es stnd speziell die bayerischen Jeschiwoth. welche an Bedeutung und Wirksamkeit hervorragen. Don den dort wirkenden Lehrern stnd zu nennen: die bekannten Tosapbisten Rabbi Samuel-Bamberg, Rabbi Evhraim-Reaensburg, sowie des ersten berühmten Schüler, Rabbi Meir-Rothenbura und Andere. Dort entstanden eigene Methoden der Talmudforschung, die sogenannte „Nürnberger" und ..Regensburger." Redner erörterte eingebend das Wesen der „Nürnberger." erwähnte die verfehlten Erklärungsversuche einiger Historiker und charakteristrte die „Nürnberger" als eine Methode des Talmudstudiums, die sich in der Hauptsache als Vertheidigung des Standpunktes des vL'-n darstellt. Von einer geistvollen Definition des Begriffes „Talmud" ausgehend, wies alsdann Redner die Zweckmäßigkeit einer solchen Methode nach. Es waren also nicht fruchtlose Svitzfindigkeiten, wie manche Unberufene vermuthen. es war gedieaenes Lernen, welches die bayerischen Jeschiwoth im Mittelalter beschäftigte. Wir sehen, unsere Vorfahren haben trotz aller Hinderniste die Waffen des Geistes nicht rosten lasten und können deßhalb begreifen. wenn die Juden seit der Emanzivation in ungeahnter geistiger irische und Kraft inmitten der Kulturwelt wirken. Heute, wo sich die Stimmen unserer Feinde gegen Talmud und Schulchan Aruch erbeben, möa-n wir uns ernstlich bestreben und alle unsere! Kraft dafür einsetzen, daß solche Pflegestätten jüdischen l Geistes und jüdischer Lehre wieder erstehen, wie es die bayerischen Jeschiwoth waren, daß sie sammt der Begeisterung für die heilige Sache wieder aufblühen, h-ier und allerorten. Herrn Dr. Ehrentreu wurde für seine hochinteressanten Ausführungen großer Beifall gezollt. MlttyetlUMu aus den jüd. Arweuuereiueu und för ölefrlben. (Sümmtliche jüd Wanderbetielvereine und Paffet» für Durchreisende find gebeten, uns Mittheiluugen über Erfahrungen die sie auf dem Gebiete ihrer Thätigkeit machen, zukommen zu tasten.) Wien, 26. Febr. Da es in letzter Zeit häufig vorgekommen, daß sich in Gemeinden Individuen als Salomon Waffermann identisch mit dem im Hilsnerprozesse vielgenannten W. ausgegeben, so halte ich eS für meine Pflicht, darauf aufmerksam zu machen, daß betr. Salomon Waffermann hier in Wien sich aufhält und im Besitze einer vom Kreisgerichte Pisek ausgestellten Freisprechung vom Morde, begangen an Agnes Hruza, sich befindet. Dieses Attest dürften andere Personen nicht besitzen. M. B i n h e i m, Lehrer. Berichtgung. Im nuo nipr'-Rärhsel in Nummer 16 soll es in der Unterschrift Rechtskonsulent Levin heißen. Jteu cingcgnnaenr Bücher. Rede, gehalten bei dem Trauergottesdienst zum Gedächniß des seligen Freiberrn Wilhelm Earl von Rothschild von Rabbiner Dr. S. Earlebach, Lübeck. Der gesammte Erlös ist für den Asvlbau bestimmt. München, 27. Febr. Die Verwaltung der Israelit. Eultusgemeinde dahier erster Vorstand Herr Rechtsanwalt Ofner, Secretär Herr Rechtsanwalt Rein) eisucht uns auf die dahier bestehende ^nttiitiit itni) Mch« MllaM Mzcmcke WltWMsUtW aufmerksam zu macken. Aufgabe der (Ltistung ist: o. Die Förderung und Unterstützung von Einrichtungen und Veranstaltungen für Erziehungs-, Unterrichts- und Wohltbätigkei'szwecke sowie sonniger gemeinnütziger Zwecke innerhalb des udenlhums b. Die Unterstützung hilfsbedürftiger israel. Glaubensgenossen jedoch nur, sofern die Gewährung im mittelbaren oder unmittelbaren Interesse des gelammten Jndenthums ist. Ändere Unterstütznngsgesnche können nach dem Stistnngvstatnte keine Berücksichtigung finden. >1873 e. Die Verbesserung der bürgerlichen Stellung der Juden. Die Vorbescheidung der 'Ersuche, welche bis spätestens 28. März l. I. an die Obengenannte Cultus Verwaltung einznreichen .sind, geschieht ohne Rücksicht auf Ort und Land der Petenten.