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Der Israelit · 1901-02-28 · Heft 17 (28.2.1901) · page 28

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 17 (28.2.1901)
Date
1901-02-28
Page
– (sequence 28)
Language
German
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406 Heimathssiädtchen und freute sich der Blumen und Blüthen in den weithin sich erstreckenden Auen. Aber inmitten dieser prächtigen Anlagen lag ein Baum, entwurzelt und ohne Blätter. Und es schien ihm, als ob der Baum, dem er sehr ähnlich sah, noch einmal gepflanzt werden und wieder in neuem Glanz aufsprießen könnte. Er sah vor sich seinen alten Vater, wie er in gebückter Haltung über einem dickleibigen Folianten saß, und wie er ihm, der gespannt lauschte, eine strittige Stelle erläuterte. In seinem Geiste spiegelte sich auch das alte „Veth Hamidrasch" wieder, er erblickte den mit Reuevoll und inbrünstig flehte er zu Gott und gelobte, von nun an ein treuer Sohn seines Glaubens zu sein. Leichter wurde ihm um's Herz, und glücklich fühlte sich der arme Awrohom. Als man ihn dann zur Thora aufrief, da sprach er die Worte langsam, jedes abwägend; froh ward er in dem Gefühle, daß er sich nunmehr bemühen wolle, auch des Thoraaufrufes würdig zu sein. Reb Jehuda forderte ihn auf, bei ihm zu Mittag zu speisen. Gern kam er diesem Wunsche nach. Als man sich durch Speise und Trank erquickt hatte, er- :, i f 1t iJ Ul i Mt, U Dir neue Synagoge in Kattowitz. (Text siehe schonen Stickereien verzierten Vorhang zur heiligen Lade, er sah die Thorarollen, alles, alles . . . Als er am nächsten Morgen aus seinem Schlafe erwachte, kleidete er sich an und ging mit seinem Hausherrn zur Schul. Wieder stand er in der verbauten Ecke und fiel mit den frommen Männern in die Gesänge und Gebete ein. Er glaubte sich noch halb im Traum. War er, der Sohn des frommen Reb Josefs, wirklich ein Apikauroß gewesen? War er tatsächlich das geworden, was er vor Jahren an seinem Vetter Fritz gehaßt? umstehend.) zählte Awrohom seinen freundlichen Gastgebern in kurzen Zügen seine Lebensgeschichte. Der Hausherr und seine Frau waren betrübt, erstaunt und erfreut zugleicher Zeit, als sie das Schicksal ihres Neffen hörten; denn Jehuda war der Bruder des verstorbenen Reb Jossef und der Vater von Fritz. Betrübt war Jehuda über den Abfall Awrohoms vom Glauben seiner Väter, erstaunt über die klägliche Lage des einst reichen Jünglings und erfreut darüber, daß er wieder den rechten Pfad beschritten. Jehuda erzählte seinerseits seinem Verwandten,

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