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Der Israelit · 1901-02-28 · Heft 17 (28.2.1901) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 17 (28.2.1901)
Date
1901-02-28
Page
– (sequence 25)
Language
German
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So rt hödöx^Nuderilhu wM mM <'fN* Ww- 28. ifthx. 1901.] MrlleLrrSkiKche KrilLgs m Kr. if. i**- « Mr hat sich wiedergefunden. von Michael Jacob. Der kleine Awrohom zählte erst drei Jahre, als ihm seine Mutter starb und konnte daher noch nicht erfassen, was er verloren. Die Thränen auf den Wangen des Vaters konnte er sich nicht deuten, die wehmüthige Stimmung des unglücklichen Gatten noch nicht verstehen. Der alte, ehrwürdige Vater — er war schon ein fünfziger — der einen blühenden Sohn und jetzt die Geliebte seines Herzens verloren, suchte Trost in seinem kleinen Kinde, dem Einzigen, was ihm geblieben. Mit mehr denn menschlicher Liebe hing er an Awrohom, mit unaussprechlichem Verlangen haftete stets sein Blick auf ihm. Er erzog ihn mit der größten Sorgfalt und Güte. Streng konnte dieser Mann, dessen einst sanfte Züge das rauhe Leben ernst gemacht hatte, gegen seinen geliebten Sohn nicht sein. Nur zuweilen, wenn die freundlichen Ermahnungen zu wenig fruchteten, nahm der alte Jossef seine Zuflucht zu einem harten Mort. So wuchs denn Awrohom unter der Fürsorge seines Vaters heran zu einem strebsamen, fleißigen und guten Knaben. Nachdem er die Volksschule, die in seinem Heimathsstädtchen war, bis zur ersten Klasse besucht hatte, beschäftigte der Vater ihn in seinem Geschäfte und war froh über die Schaffensfreude und den Eifer seines Kindes. Am Abend schloß man frühzeitig das Geschäft, und die Freistunden brachten Vater und Sohn einmüthig mit dem „Lernen" zu. Jahre vergingen so, ohne daß die Beschäftigung der Beiden unterbrochen worden wäre. Eines Tages kam ein junger Student aus der Großstadt zu Reb Jossef, um ihm und seinem Sohne einen Besuch auf einige Zeit abzustatten. Der Gast, Fritz mit Namen, wollte sich von seinen Studien erholen, und er glaubte die günstigste Gelegenheit dafür bei seinem Onkel Jossef zu haben. Vater und Sohn suchten abwechselnd, so gut es ging, ihrem Verwandten Zerstreuung und Ablenkung vom täglichen Einerlei zu verschaffen, und als Fritz an einem herrlichen Vorfrühlingstage seinen Vetter aufforderte, ihm die waldreiche Gegend in der Umgebung zu zeigen, da kam Awrohom dieser Aufforderung gern nach. Unterwegs sprachen sie zunächst von gleichgiltigen Dingen. Als die Unterhaltung allmählich einen ernsteren Charakter angenommen hatte, begann Fritz mit seinem um einige Jahre jüngeren Cousin über religiöse Fragen zu debattiren. Fritz, der weichem, schmiegsamem Metall geglichen hatte, das man biegen konnte, wie man wollte, war frühzeitig in die Hände von nicht religiös empfindenden Menschen gekommen und hatte bald das, was ihm vorher Lebensnorm war, verworfen. Er versuchte nun, seinen Verwandten für seine „freien" Anschauungen zu gewinnen. Doch für Awrohom waren diese Ansichten alle neu, er vermochte das Gehörte nicht sogleich in sich aufzunehmen. Am nächsten Tage aber gab er dem geistig höher stehenden Fritz

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