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Der Israelit · 1901-02-21 · Heft 15 (21.2.1901) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 15 (21.2.1901)
Date
1901-02-21
Page
– (sequence 25)
Language
German
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SBer jteraelif. Central-Orgau für das orthodoxe Jadentham. Alätter für dre israel. Schule. ■zt. Kevr. i9oi.] PLHrzygrsHr Drilegr am M. M. [»*• 2. soll die '' Rtligioiislchtt in der Polks- und " ‘V "" ' als (icioiiDerer lllitmilhtsgtgkllstonl!'' "" werden? < Auszug aus einem Bortrage, gehalten in der Generalversammlung des Zsr. Lehrervereins für das Königreich Bayern in Schweinfurt, von X BfottP Lehrer an der Israelit. Realschule in Fürth.) Als mit der Entwickelung des jüdischen Schulwesens in der Nach-Mendelssohn'schen Zeit eine Einschränkung des religiösen Unterrichtsstoffes erforderlich wurde, als die organische Einreihung des Religionsunterrichts in den allgemeinen Unterrichtsplan der neugegründeten jüdischen Elementarschulen nicht mehr gestattete, die Kenntniß der Religionsquellen, der Bibel und ihre Kommentare, der Sittenbücher und Ritualwerke. in der Ursprache den Schülern zu vermitteln, mußte ein Ersatz durch zusammenfaffenden Unterricht in der Landessprache geschaffen werden. Es hätte — wenn diese Umgestaltung des jüdischen Religionsunterrichts naturgemäß lediglich dem inneren Bedürfniß folgend, sich vollzogen hätte — an Stelle der bisher gebräuchlichen Quellenschriften, ein kurzes Ritualwerk treten müssen, das neben dem Pentateuch noch vor 60 Jahren in allen Schulen hätte unterrichtet werden können. Was geschah aber? Es schaffen jüdische Katechismen wie Pilze aus der Erde und verdrängten in jüdischen Schulen den Raschikommentar, Chaje- Odom und andern Unterrichtsstoff, und heute tritt selbst der Pentateuch gegenüber der so hereingekommenen systematischen Religionslehre in den Hintergrund, ja, ersterer ist aus vielen Schulen schon vollständig verschwunden. Daß die seit einem Jahrhundert in Georauck stehenden „Lehrbücher der systematischen Religion" den; angedeuteten Bedürfniffe entsprechen oder hätten entsprechen wollen, wird wohl Niemand behaupten. Es muffen also auch andere Motive als Unter- | richtsbedürfniffe gewesen sein, aus denen die Einführung der systematischen Religionslehre hervorge- I gangen ist. | Suchen wir nach diesen Motiven, so tritt uns auf den ersten Blick die Thatsache entgegen, daß die übergroße Mehrzahl der vorhandenen systematischen Religionsbücher eine Nachahmung christlicher Schulkatechismen darstellt. Es wird also der Anstoß zur Einführung der systematischen Religionslehre auch von außen her, durch das Christenthum gekommen sein. Daß dem so ist, wird auch von allen Seiten unumwunden zugegeben. Nur behaupten die Einen, die plötzliche Einführung in das Bildungsleben der deutschen Nation hätte die jüdische Jugend verwirrt, ohne Kenntniß von der Bernunftgemäßheit der jüdischen Lehre, sei sie leicht geblendet worden von dem Glanze, mit dem ihr das Ehristenthum entgegentrat, und dem daraus resultirenden religiösen Abfall habe man entgegenwirken müssen mit einen; verbesserten Jugendunterrichte, der vor allem den Lebrinhalt der jüdischen Religion zum Berständniß bringe. Die Andern hingegen behaupten, das Streben der eben emanzipirten Juden, ihren christlichen Mitbürgern zu zeigen, daß sie ihnen auf allen Gebieten, auch dem der gerade herrschenden strengen Kirchlichkeit, ebenbürtig seien, habe sie ihr altes Judenthum verleugnen lassen, das salsche Propheten zur „Theologie, zur Dogmen- und Kirchenreligion" umgestempelt haben, und dieses neue Judenthum habe den jüdischen Katechismus geboren. Wie die Sachen auch liegen mögen, 5146 3122

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