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Der Israelit · 1901-02-21 · Heft 15 (21.2.1901) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 15 (21.2.1901)
Date
1901-02-21
Page
– (sequence 12)
Language
German
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m- DK angegebene Adresse ist die deS HaufeS Rothschild, das die Klerikalen mit großer Beharrlichkeit gegen die „armen' Kongregationen ausspielen, denen nur eine einzige, kleine Milliarde unbeweglichen Vermögens nachgewiesen werden konnte. Desto freigebiger zeigen sich die Kongregationen mit dem Vermögen, das sie der Familie Rothschild zuschreiben und das sie aus 20 Milliarden veranschlagen. Auf etliche Milliarden, d. i. Tausende Millionen Franks, kommt es den klerikalen Hetzern nicht an, wenn sie dadurch nur den Pöbel gegne die jüdischen Finanziers — die Andern kommen dann von selbst an die Reihe — ausreizen und die Aufmerksamkeit von den Kongregationen ablenken können, die es nicht gern sehen, wenn man sich mit ihren Millionen beschäftigt. Rußland. Petersburg. Eine einträgliche „Revision" plant man Hierselbst. Es sollen nämlich alle jüdischen Wohlthätigkeits-Gesellschaften in ihren Finanzen revidirt werden. Viele der Gesellschaften blicken auf eine hundertjährige Existenz zurück und besitzen daher keine obrigkeitlich bestätigten Statuten. Wie verlautet, sollen die Kapitalien derjenigen Gesellschaften, welche keine Statuten besitzen, mit Beschlag belegt werden. Es bandelt sich dabei um viele Millionen. Die Revision wird also richtiger Konfiskation heißen. Und das ist wohl auch der Zweck der Uebung. Odessa. Die Schützen und Artilleristen, die vom fernen Osten hierher zurückgekehrt sind, erzählen, daß in ostsibirischen Schützenregimentern einzelne Soldaten bei besonderen Gelegenheiten Wunder der Tapferkeit bewiesen haben, llnter anderen nahmen unsere Schützen zusammen mit dem 9. Ostsibirischen Regimente Mulden ein. Die Soldaten dieses Regiments waren die ersten, die in diese Festung eindrangen. Einer von den hier Angelangten erzählte Folgendes: Ihr Regimentskommandeur rief ihnen zu: „Brüder, wenn Einer von Euch die Festung besteigen und die russische Fahne aufhissen wird, dann wird die Festung unser sein." In einem Moment stürzten sich einige Leute auf die Wälle, aber die chinesischen Kugeln streckten die Tapferen nieder. Rur ein Schütze, ein Jude aus dem Warschauer Gouvernement, blieb oben. Eine chinesische Kugel verwundete ihn an der Hand. Rasch zerriß er mit der anderen Hand das Hemd, steckte dasselbe auf das Bajonnet und begann damit zu wehen. Der Kommandeur umarmte und küßte den Helden und schlug ihn zum Orden vor. Im 9. Ostsibirischen Schützenregimente erhielten neun jüdische Schützen für verschiedene Heldenthaten den Militärorden des St. Georgenkreuzes. Durch diese Thatsachen wurde wiederum die erbärmliche Lüge, daß die russischen Juden aus den Schlachtfeldern und im Kampfe feige sind, glänzend widerlegt. Letzte Nachrichten. Berlin, 19. Febr. Der Dreschgras Pückler wurde heute wieder von einer Berliner Strafkammer freigesprochen. Das Gericht nahm an, Pücklers objectiv aufreizende Ausführungen seien von dem nach den Bekundungen der überwachenden Polizeibeamten durchweg anständigen Publikuni symbolisch und bildlich aufgefaüt worden, und sei nicht zu befürchten gewesen, daß einer der Zuhörer sieb zu Gewaltthätigkeiten Hinreißen Lassen würde. Graf Pückler hatte diesmal aufgesordert, die Judenfrage durch rücksichtslose Keile zu lösen. Wenn sich in einem Tbeater, in einem Konzert oder einem öffentlichen Lokale ein Jude zeige, solle man ihn mit Knüppeln und Stöcken hinaushauen u. s. w. Stuttgart, 20. Febr. Hier starb vorgestern der langjährige Prediger, Vorbeter und Religionslehrer der hiesigen Israelitischen Religions-Gesellschaft, Herr A b r a b a m , in dem noch jugendlichen Alter von 43 Jahren. Der Dahingeschiedene war ein edler Mensch, ein lauterer Charakter und ein streng-religiöser Jehudi. Sein Andenken wird in unserer Gesellschaft stets ein gesegnetes sein. Leinenfirma Geschwister Cohn in F r an kf u r t a. M. v hat J4**€t«rl»a«idniolier nut passendem Bild, ein Meisterwerk der Webekunst, angefertigt. die eine Zierde des Tisches bilden dürf en und machen wir unsere wertben Leser hierauf aufmerksam. Tie Tücher sind elegant verpackt und eignen sich zu Geschenken. Briefkasten der Medaetion. Rabbiner W. in Auf Ihre Anfrage in einer der jüngsten Nummern unseres Blattes schreibt uns Herr P. M. Goldschmiot. bebr. Buchbdlg., Luzern: In meinem Geburtostädtchen Plonginn, (Rußland) ist es einem Herrn Namens S. G a r b. Sprachlehrer, nach langjähriger, mühevoller Arbeit gelungen, das Modell des anpon JY2 genau nach den Quellen der Bibel und des Talmuds herzustellen, und ist dies als ein ans Brette« n bestellendes Gebäude mit tinstooller Ausschmückung und den dazu gehörigen Tempe geraten von jedem Interessenten zu besichtigen In russisch hebräischen Zeitungen wurde schon vor einigen Jahren davon gesprochen und hat sich obengenonnter Herr, der dalei sehr streng frommer 'TUT ist, damit einen großen Namen erworben. Eventuell ist Unterzeichneter auch bereit, nähere Auskunft hierüber auf Wunsch zu ertheilen. Herr Garb ist auch Bn fertiger mehrerer anderer automakicher Kunstwerke biblischer Bedeutung wie z. B „Adam und Eva i n Paraoies orer prnr nvpj? u. dgl. Biele russische Rabbiner haben dem Hersteller des genannten tcnpon rv2 großen Beifall entgegen g bracht. Rabbiner I. E. in K.: Gesandte Arbeit gelangt sobald Raum vorhanden zum Abdruck. Freundl. Gruß und Dank. A. in F: Friedrich Julius Stahl war als Jude geboren, wurde mit 17 Jahren Protestant und hat als Schriftsteller. Professor, Politiker und Mitglied des Evangelischen Oberlirchen athes in der Geschichte des deutschen Protestantismus eine sehr bedeutende Rolle gespielt.

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