Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1901-02-21 · Heft 15 (21.2.1901) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 15 (21.2.1901)
Date
1901-02-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2449146-2449162--52712-2503269
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

42. Jahrgang. M 15 Der Zsraelit. Ein AenLrat-Hrgan für das orlhodore Iudenthum. Begründet von »r. in Donnerstag, den 21. Februar 5661 (1901). sür Eine Mnek abonnirt man bei allen Postanstalten für den Monat März auf den „Israeli«*' Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Post-Zeilmmsschalter deS Wohnsitzes des Bestellers oder bei dein betreuenden LandbrieftrSger aufaeoeben werden. fl>T Die Briefträger sind berechtigt den Abonnements-Betrag in den ersten 25 Tagen deS Monats gegen Quittung in Empfang zu nehmen. Ausland entsprechend Höver. Are Expedition ües „Israelit" leitender Artikel. Pa Üiniüii dis $ob Aildi iniü Mtm°) von Rabbiner Dr. Bondi I. Mainz, 20. Februar. Ein bochangesehener Kaufmann hinterläßt seinen Löhnen ein fürstliches Vermögen. Landgüter und Waldungen, Fabriken und Bergwerke. Goldbarren und Edelgestein, alle Schätze, nach welchen sich des Menschen Herz sehnt, empfangen die Kinder aus der Hand des liebenden, sorgenden Vaters. Eine stattliche Reihe dickleibiger Geschäftsbücher gibt ihnen Aufschluß, wie das väterliche Vermögen erworben wurde, jedes einzelne Geschäft und die Namen derer, mit welchen es abgeschlossen worden, Alles findet sich in den Büchern treu und gewissenhaft verzeichnet. Die Erben blättern flüchtig in den weitschichtigen Aufzeichnungen ihres Vaters und ihr Herz schlägt stolz bei der Erkenntniß, daß kein Makel an dem reichen Vermögen haftet, im *) GUitPfOn nnn Dorot Harischoilim. Tie Geschichte und Literatur Israels von Ifaac Hnlevp, Thetl ITu und II b. Umfaßt oen Zeitraum von der Beendigung der Mischnah bis zum Abschlüsse des Talmuds. Frankfurt am Main 1901. Beide Abtheilungen zusammen XII. und «29 S. hebr. Gegentheil, daß die Geschäftsgebahrung ein glänzender Beispiel von Rechtschaffenheit und Treue, von Edelinuih und Wohlwollen bietet Allen gegenüber, die mit ihm in Verkehr traten. Zum eingehenden Studium der Geschichte des Geschäfts lassen sich die jetzigen Besitzer keine Zeit, die Fortführung der Arbeiten ihres genialen Vaters nimmt ihren ganzen Geist und ihre ganze Kraft in Anspruch. Viele Jahre hindurch leben die Kinder hochangesehen und geachtet, ihr Reichthum wird zum Segen weiter Kreise. Doch auch die besten Menschen sind gegen Neid und Mißgunst nicht gefeit. Einige Feinde bemühen sich, in Zeitungsartikeln und besonderen Streitschriften das Ansehen der Familie zu untergraben, indem sie durch freche, lügenhafte Darstellung die geschäftliche Thätigkeit des alten Kaufmannes in den Staub ziehen. Die Kindern kümmern sich zunächst nur wenig um diese Entstellungen, ihre Verehrung für den Vater ist zu groß, als daß sie es nöthig finden, ihren Feinden entgegenzutreten. Die Verleumder jedoch, denen Niemand das Handwerk legt, treten immer selbstbewußter auf, alle Lügen werden unzählige Male wiederholt, und selbst die Freunde der Familie, zwar weit entfernt, das Schlimmste zu glauben, geben der Ansicht Ausdruck, daß der Gründer deS berühmten Hauses doch nicht ganz die hohe Achtung verdient, die bis jetzt allenthalben seinem Andenken gezollt wurde. Endlich finden die Söhne es an der Zeit, den Verleumdern entgegenzutreten, und um ihre eigene, feste Ueberzeugung von der Tugend des Vaters auch den Andern beizubringen, suchen sie die alten verstaubten väterlichen Geschäftsberichte zusammen, vertiefen sich in deren Studium, und bald gelingt es ihnen, auf Grund unanfechtbarer Aktenstücke, eine glänzende Geschichte der nach jeder Seite hin bewunderswerthen geschäftlichen Thätigkeit des verehrten Vaters zu schreiben. Die Lügner und Verleumder sind entlarvt und sehen sich an den Pranger gestellt, die Freunde des Hauses schämen sich ihrer früheren Zweifel und wetteifern jetzt, ihrer Hochachtung und Bewunderung für > den alten, vielgeschmähten Kaufmann begeisterten I Ausdruck zu geben.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.