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Der Israelit · 1901-02-14 · Heft 13 (14.2.1901) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 13 (14.2.1901)
Date
1901-02-14
Page
– (sequence 20)
Language
German
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303 28 deutsche. Unter den deutschen Zeitschriften sind 3 Tageszeitungen und 3 Wochenschriften nicht-jüdischen Inhaltes. Die Bibliothek besitzt außer 250 Doubletten und 200 Büchern nicht-jüdischen Inhalts, welche demnächst verkauft werden sollen, 2809 Bände (gegen 2705 im Vorjahre), welche sich eines von Jahr zu Jahr steigenden Zuspruchs erfreuen. Abgesehen von der Benutzung der Bibliothek in der Lesehalle selbst werden die Bücher von 350 regelmäßigen Lesern fleißig benutzt, welche sie nach Hause mitnehmen. Jüdische Schriftsteller und Gelehrte, aber auch Gymnasiasten (66) und Studenten (73) bilden den Hauptstamm der nach jüdischem Wiffen Dürstenden. Daneben wird die Bibliothek auch von 41 Frauen und Mädchen, 91 Kaufleuten, 2 Handwerkern etc. regelmäßig benutzt. Trotz dem sichtlichen Nutzen, den die jüdische Lesehalle bringt, sind die pecuniären Verhältniffe derselben keineswegs günstig. Seit nunmehr sieben Jahren trägt die jüdische Lesehalle mit sichtlichem Erfolge dazu bei, die Kenntniffe des Judenthums in weiten Kreisen der Berliner jüdischen Bevölkerung zu verbreiten, dennoch hat die Zahl der Mitglieder in den letzten Jahren statt zu steigen, sogar eine kleine Abnahme erfahren und beträgt jetzt weniger als 100. Die Lesehalle war daher aus Subventionen angewiesen, die ihr einige Vereine, die deutsche Reichsloge, der jüdische Gemeindebund, sowie die Berliner jüdische Gemeinde in dankenswerther Weise gewährten. Trotz dieser Hülfe betrugen doch die Gesammteinnahmen der Lesehalle im verfloffenen Jahre nur Mk. 2557.85, gegen Mk. 2229.33 Ausgaben, und die Verwaltung war gezwungen, sich äußerster Sparsamkeit zu befleißigen. Eine solche Sparsamkeit verträgt sich aber mit dem Charakter einer jüdischen Lesehalle für eine Großgemeinde wie Berlin sehr schlecht. Es werden an die Lesehalle, namentlich aber an die Bibliothek, große Ansprüche gestellt, ohne daß da? Berliner Judenthum dem Institute die Mittel zur Befriedigung dieser Ansprüche gewährt. Trotzdem ist es der Verwaltung durch höchste Sparsamkeit und Einschränkung gelungen, in dem Berichtsjahre Mk. 700 zu erübrigen, welche zur Anschaffung von dringend geforderten Büchern verwendet werde-n sollen. Auf Anregung eines Mitgliedes gab der Caffirer, Herr Benas Levv, einen detaillirten Bericht über die in der Lesehalle ausliegenden Zeitungen und legte die bei der Anschaffung derselben maßgebend gewesenen Gesichtspunkte dar. Bei den darauf vorgenommenen Wahlen wurde der gesummte Vorstand wiederu. Herr Carl Schwarz als Revisor neugewählt. Coblenz, 8. Febr. Die alberne Mär von der Arbeitsfaulheit der Juden ist zu lange und zu oft schon widerlegt, als daß sie heute noch ernsthaft genommen würde. In allen Handwerkerständen sind heute die Juden vertreten und nicht die schlechtesten in ihrem Gewerbe. Neu indeß ist der Jude als Bergmann. Ein solcher lebt in Heiligenwald (Reg.-Bez. Trier). Blum, der dreißig Jahre lang in den kgl. Gruben der Saargegend arbeitete und jetzt der wohlverdienten Ruhe pflegt, während sein Sohn Schuhmacher ist. Der Alte genießt allgemein Achtung, und nicht zum Wenigsten bei seinen Vorgesetzten. — Dies zur Kenntnißnabme für die Lügenfabrik Berlin, in Firma „Staatsbürgerzeitung und Gen/' H. N. Zur Zahn- und Mundpflege von Zahnarzt Dr. Wittkower—Ber lin. Die hygienischen Bedürfnisse des modernen Menschenthums sind mir der medizinischen W sseiischaft. die auf ihrer zielbewußten Bahn solche staunenSwerthe Erfolge zu verzeichnen hat, derart gewachsen, daß sie einen Theil unseres sozialen Lebens ausmachen. Während in früheren Zeiten d e einfache Kost und die fast in ihrem natürlichen Zuswnte genossenen Steffen eine Pflege des Mundes und der Zähne fast überflüssig machten, hat der verfeinerte Geschmack des jetzigen Kulturmenschen mit seiner Neigung zum Sybarit die Mund- und Zahnpflege in den Borde-grund der hygienischen Spekulationen gedrängt. Und das mit Recht; venu hängt doch von der Gesundheit der Zähne und des Mundes nicht nur die Erleichterung der Verdauungsarbeit im Magen ab, sondern d:e Vernachlässigung der Kauwerkzeuge kann auch für den ganzen Körper sich unheilvoll gestalten. In welchem besseren Hause wird man in jetziger Zeit die Pflege der Zähne und des Mundes wohl noch vermissen? Der Consum von Zahnpulver und Mundwasser in so enorm, daß er der jetzigen modernen Gesellschaft ebenso norhwendig zu sein scheint, wie das tägliche Brod. Dc'ch bei den Israeliten hat die Zahn- und Mundpflege während des Pesach Fefles seither Schwierigkeiten geboten. Das Zubereiten des Zahnpulvers und Mundwassers bieiet in seinen Bestandtheilen immerhin ein pon tnrn (Verdacht auf Chomez), von welchem sich der geietztreue Jude fern zu halten gezwungen ist. Gerade die Pesachkost ist es, die eine energische Reinigung der Mundhöhle fordert, wenn sie nicht ein Herd von Bakterien werden soll- Die dünnen Mazzaus, sowie die weichen Pesach-Speisen setzen sich an gcwiffen schwer zugänglichen Stellen der Zähne und Schleimhaut fest und stärkehaltige Speisereste machen gar bald die Zähne carioes durch den Einfluß von gährungserregcnden Spaltpilzen. Pian muß es daher mit besonderem Danke anerkennen. daß der prakt. Zahnarzt M. Oppenheimer in Straßburg, übrigens der einzige Zahnarzt inElsnß-Lotbringen, rer Samstags und Feiertaae keine Sprechstunde abhälr und nicht practtcirt, sich der Mühe unterzogen hat ein Anlisevticum für Mund und Zähne in Form von Pulver und Mundwasser herzuflellen, das bei seiner vorzüglichen Wirkung die besten Präparate übertretend ohne jegliches Bedenken auch für Pesach gebraucht werden darf. Mit der Herstellung dieser voriretriichen Zusammenstellung bar Herr Zahna zt Opvenbeimer den Besitzer der Rosen-Apotheke, Herrn Simon Weil in straßburg betraut. Das Antisepricum wird vom Letztgenannten unter Aufsicht des Rabbiners Dr. Staripolsky in Zab.rn angekertigt. Hoffentlich wird das gesetzeslrene Judentdum hiervon reichlichen Gebrauch machen. Wir hegen die Ueberzeugung, daß wcr einmal die Wirkung dieses vorzüglichen Präparates empfunden, desselben nicht blos während des Pesachstestes, sondern auch das ganze Jahr hindurch keines anderen Mittels zur Pflege deS MundeS sich bedienen wird, als „O ppenh eimer'S Antisepticum fürMund u.Zähne."

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