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Der Israelit · 1901-02-11 · Heft 12 (11.2.1901) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 12 (11.2.1901)
Date
1901-02-11
Page
– (sequence 11)
Language
German
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DWWWWWWMWMWWWWWWWW TlffiVF&rax jrdT£^* V”V 7s:;T*<ro'"TT--'•«' 277 den ist. Die „Deutsche Tageszeitung," die sicher fehlgeht, wenn sie annimmt, daß Herr Vallin solche Aeußerungen in die Presse bringe, hat Zweifel, ob der Kaiser richtig verstanden worden sei, nimmt aber an, daß Herr Ballin ihn so verstanden habe, denn sonst würde inzwischen eine Berichtigung erfolgt sein. Weiter nimmt das Blatt an, der Kaiser könne natürlich nur eine technische Stellung für Herrn Vallin im Auge haben, und tolerant, wie das Blatt ist, will es dem Juden eine technische Stellung nicht gerade vorenthalten. Es schreibt: „Daß bei solchen rein technischen Stellungen das Neligionsbekenntniß weniger in Betracht kommt, liegt aus der Hand. Wenn Se. Majestät der Kaiser wirklich gesagt hat, daß es ihm ganz gleichgiltig sei, ob Direktor Ballin Jude sei, so kann er damit nur gemeint haben, daß die Befähigung zu einer Stellung von der Art, wie sie Direktor Vallin einnimmt, nicht vom Religionsbekenntnisse abhänge. Daß Se. Majestät etwa gemeint habe, ihm sei das Neligionsbekenntniß im Allgemeinen gleichgiltig, ist schlechterdings unmöglich. Das würde dem ganzen Wesen des Kaisers, seiner Stellung zum Ehristenthume und vielen früheren Aussprüchen unmittelbar widersprechen. Wir brauchen darüber uns nicht eingehend zu verbreiten. Diese Dinge sind so bekannt, daß ein Mißverständnis; des Kaiserwortes ausgeschlossen sein sollte." Die „Tageszeitung" kann sich beruhigen. Allgemeine Gleichgiltigkeit gegen das Neligionsbekenntniß wird der Kaiser nicht geäußert haben. Er hat zu oft das Gegentheil gesprochen. Seine Worte, wenn sie wirklich so gefallen sind, konnten nur den einen Sinn haben, daß es ihm bei der Besetzung höherer Staatsämter gleichgiltig sei, ob derbefähigte Kandidat Jude sei. Bisher ill in Preußen nach diesem Grundsatz nicht verfahren worden, sondern, wie der Justizminister anerkannt hat, die Staatsverwaltungen nehmen nicht einmal einen jüdischen Assessor an. Königsberg, 7. Febr. In der Eingabe, die die hiesige Svnagogengemeinde in Betreff des Ausschlusses der Juden aus dem Justizdienste an den Reichskanzler Grafen von Bülow gerichtet hat, heißt es: „Die Vorstände nebst den Repräsentantenversammlunaen der jüdischen Gemeinden sind die einzigen gesetzlich organisirten Vertretungen der jüdischen Religionsgemeinschaften in Preußen. Wir halten es daher für unsere Pflcht, bei Ew. Excellenz, als dem höchsten verantwortlichen Hüter der Verfassung und des Gesetzes in Preußen wie im Reiche, vorstellig zu werden, um für die Zukunft eine Beeinträchtigung der staatsbürgerlichen Rechte unserer Glaubensgenossen wegen ihrer Zugehörigkeit zur jüdischen Religion zu verhüten. Wir haben das feste Vertrauen, daß Ew. Excellenz diejenigen Schritte thun werden, die erforderlich und geeignet sind, die verfassungsmäßig und gesetzlich gewährleistete Gleichberechtigung der Staatsbürger jüdischen Glaubens auch thatsächlich durchzuführen." Wie wir erfahren, haben in gleichem Sinne bereits Eingaben an den Reichskanzler gerichtet die Gemeinden von Berlin, Frankfurt a. M., Hannover, Stettin, Posen und eine sehr große Anzahl Gemeinden kleinerer Städte. Scbweinfurt, 7. Febr. In dem vor drei Jahren dahier gegründeten „Verein für jüdische Geschichte und Litteratnr," der sich einer erfreulichen Wirksamkeit rühmen darf und dem das tiefernste Interesse nahezu der ganzen Gemeinde zu Theil wird, wurde am 16. v. Mts. ein Rezitationsabend veranstaltet, zu welchem oer jugendliche Herr Alfred Auerbach, Mitglied des Stadttheaters zu Frankfurt a. M., vom Verein eingeladen worden war. Der überaus begehrte Künstler verstand es, seine Zuhörerschaft sowohl durch ernste Deklamationen ernst zu stimmen und durch tragische zu erschüttern, als auch durch heitere zum Lachen hinzureißen. Dem ersten Theil des Ernstes legte er Dichtungen oon und über Jehuda Halevi zu Grunde, wobei er durch die zwischen die einzelnen Piecen eitrgestreuten biographischen und litterarischen Erläuterungen das Verständniß der Zuhörer für den Gegenstand förderte. Im zweiten Theil brachte er die mit psychologischer Feinheit entwickelte Novelle von M. A. Goldschmidt, „Maler," lehr wirksam zum Vortrag. Herr Auerbach hat einen durchschlagenden Erfolg dahier erzielt: der Wunsch, ihn in kommender Saison wieder hier begrüßen zu können, ist ein allgemeiner. Schweiz. Bern, 16. Schewat. Ich bringe freudige Kunde aus dm Schweizer Bergen. Die vor einigen Monaten gegründete Berner Studenten ktch dtp feierte am Vorabend des "W ntpori einen ci": 'cd bv crc. Zu dem Feste waren als Gäste anwesend: aus Baden die Herren Rabbiner Dr. Ehrmann und H. Schwarz, aus Basel Herr Rhein und aus Zürich die Herren Mannes und H. Kahn. Nachdem Herr Rabbiner Dr. Ehrmann die ,ncv2 fertig gelernt, begann Herr Schwarz pvi.uD 'dd. Bei dem Feßmable begrüßte Herr cand. phil. Seliger die verehrten Gäste und dankte ihnen in warmen Worten für ihr Erscheinen. Er feierte sodann Herrn Rabb. Dr. Ehrmann, der in selbstloser Hingebung für das Judenthum kämpft und lebt, dem auch das Zustandekommen der rr-irn dtp zu danken ist. Sodann ergriff Herr Rabbiner Dr. Ehrmann das Wort, uni die beiden rrroDc in Zusammenhang zu bringen. Er that dies nicht in einer gekünstelten Weise, sondern mit tiefer Gründlichkeit. Herr Schwarz aus Baden versuchte dasselbe und zwar mit ähnlichem Erfolge. Sodann sagten die Herren cand. Phil. Lichtig, Klein und Seliger »auwctP 'nen, die mit großem,

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