Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 12 (11.2.1901)
- Date
- 1901-02-11
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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372 nnb’oj *p 7MZ1M2, mit seiner Thoragelehrsamkeit uns entrissen worden. Für die große Bedeutung des Dahingeschiedenen zeugt auch die große Theilnahme der hiesigen Gemeindemitglieder an der .T^n trotz des regnerischen und ungünstigen Wetters. Auch Rabbiner Dr. Horowitz war am rra erschienen, um dem Verblichenen das letzte Geleite zu geben. rrssun H.z. Düsseldorf, 7. Febr. Hierselbst wird in allernächster Zeit, und wahrscheinlich schon in einigen Wochen, der jüdische Begräbnißplatz, welcher bis Ende der sechziger Jahre benutzt wurde, auf Veranlassung der Stadgemeinde überbaut. Die sich bei den Ausgrabungen vorfindenden Leichenreste sollen in ein Massengrab gelegt und die Grabsteine beseitigt werden. Da meine Großeltern (meine Großmutter war aus Mainz) daselbst beerdigt sind, so hat sich ein Cousin von mir mit dem Vorstand der israelitischen Gemeinde in Verbindung gesetzt und erreicht, daß die Leichen der Großeltern besonders exhumirt und nebst den Grabsteinen nach dem neuen Begräbnißplatze überführt werden. Nun erscheint es aber eigenthümlich, daß ein solches Vortommniß nicht von zuständiger Stelle in Ihrem Blatte berichtet wird, um entfernt Wohnende, welche in gleicher Weise, wie Schreiber dieses, bei der Sache interessirt sind, zum mindesten auf dieselbe aufmerksam zu machen. Vorstand und Rabbinat der genannten Gemeinde hätten doch die Pflicht gehabt, Interessenten die nöthigen Mittheilungen zu machen. H. H. in H. Zabern, 8. Febr. In Nummer 1128 der „Straßburger Post" wird der Mangel an Entgegenkommen mißbilligt, welchen das Kriegsministerium anläßlich der an Seine Majestät den Kaiser gerichteten Bitte um Entsendung eines jüdischen Feldpredigers nach China gezeigt hat. Wir müssen es daher mit besonderer Anerkennung begrüßen, daß der Oberst unseres Regiments, Herr von Hagen, auf Vorstellung des hiesigen Stadiradbiners, Herrn Dr. Staripolsky, die Anordnung getroffen hat. daß alle vier Wochen an einem Samstag die Mannschaften israelitischen Glaubens die Synagoge besuchen. Die Religion ist der vorzüglichste Kitt für das Pflichtbewusstsein für Kaiser und Reich. Weiftcnburg (Elf.), im Febr. Bei der Feier des Geburtstages des Kaisers waren in der hiesigen Synagoge zugegen: Bürgermeister Deutsch, Amtsgerichtsrath Stübel, Reichstagsabgeordneter Notar Götz, Kreisdirektor Heitz, und mehrere Lehrer der hiesigen Bürgerschule. Die anwesenden nichtjüdischen Herrschaften waren von der Festrede des Rabbiners Herrn Dr. Koch sehr befriedigt. Ans Badern. Von München ausgehend wird gegenwärtig eine sog. Schneeballkollekte durch tausende von Briefen über ganz Deutschland verbreitet. Die Adressaten dieser Briefe sind ausschließlich Israeliten. Zweck der Kollekte ist, nach dem Wortlaut der versandten Schreiben, „Unterstützung eines armen jüd. Studenten." Mittel zu diesem Zweck soll sein die Sammlung von gebrauchten Briefmarken, welche an „Madame Bonerlitinei, jüd. Institut München-Nymphenburg 6" zu senden sind. Durch diese Adresse mißtrauisch gemacht, wandte sich Schreiber Dieses an die Kgl. Polizeidirektion München und erhielt von dort folgenden Bescheid: (Original steht aus Wunsch zu Diensten): „Ein „jüdisches" Institut besteht in Nymphenburg nicht. Dagegen ein „englisches" Institut, in welchem sich eine Schwester, „Madame Bonaventura," befindet, nach welcher öfters gefragt wird." Am 25. Januar 1901. (gez.) Peifer. München, 28. Jan. 1901. Kgl. Polizeidirektion. (gez.) Stamm. (gez.) Müller. Soweit die Münchener Polizei-Direktion. Daß vorgenannte Schwester mit jener Kollekte in Zusamnienhang steht, soll natürlich nicht behauptet werden. Sicher scheint jedoch, daß der jüd. Student und das jüd. Institut erfunden sind, weßhalb Vorsicht geboten ist. > VermischteL. Paris, 1. Febr. Dem „Intransigeant" zufolge hiand zwischen dem jüdischen Cavallieroffizier Ferdinano RatiSbanne lind einem anderen Offizier ein Zweikampf auf Degen statt, bei welchem d r erstere schwer verwundet wurde, i ie Ursache des Zweikampfes war ein Wortwechsel üb^r den Fall Dreyfuö. Feuilleton. >eim inister. Von Wobevt Kankern. 4j III. Als Bensew die schwere Hausthüre des Prälaten Schellenberg geschlossen hatte, sandte er einen dankerfüllten Blick zum Himmel empor, daß ihm das gute Werk so rasch und vollkommen gelungen war. Er hätte nun heimkehren können, denn er hatte in Wirklichkeit sonst nichts in Cassel zu thun. Es war jetzt kaum 9 Uhr vorüber; um vier Uhr Nachmittags hätte er wieder zu Hause sein können. Was ihn noch in Cassel zurückhielt, war seine unbeugsame Wahrhaftigkeit, die sich nie ein Wort der Unwahrheit verziehen hätte. Er hatte zu Hause den Seinen gesagt, daß er auf dem Vorsteheramte zu thun habe; das Wort mußte er einlösen. WWWWWWV