Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 6 (21.1.1901)
- Date
- 1901-01-21
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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UWWWW WWWWWWWWWWWWW» 134 Aus Westphalen. Vor Kurzem brachten wir die Mittheilung, daß es dem „Verein zur Wahrung der religiösen Interessen des Judenthums" gelungen sei, in Dortmund, dem Centrum des Ruhrkohlenreviers, ein Restaurant zu errichten, welches allen Ansprüchen in Bezug auf streng-rituelle Küche Genüge leistet. Das Restaurant ist nunmehr, wie aus dem Anzeigentheil der heutigen Nummer ersichtlich, eröffnet und wird hoffentlich von seiten der Herren Reisenden, welche das westphälische Kohlengebiet besuchen, reichlichen Zuspruch finden. Bei dieser Gelegenheit sei bemerkt, daß nur die Mazzothbäckerei des Herrn N. L i e b r e i ch in Vreden (Westphal.) unter Aussicht des Herrn Rabbiners Dr. Lange steht. Oe st er r. - Ungar. Monarchie. Wie«, 20. Jan. (Mittheilungen des Ministerpräsidenten Carp.) Der rumänische Ministerpräsident Carp hat auf seiner Durchreise durch Wien nicht nur einen Mitarbeiter der „Pol. Cor- resp." empfangen, sondern auch mit einem Berichterstatter der „Neuen Freien Presse" eine Unterredung gehabt. Letzterem sagte Herr Carp u. A. Folgendes: Wenn seine Steuervorlagen von der Kammer abgelehnt würden, lege er sein Amt nieder, statt die Kammern aufzulösen; er glaube aber auf Annahme seiner Reformen rechnen zu können. Daß die Krone gegen dieselben sei, ist unwahr. Innerhalb seiner eigenen Partei existire eine Opposition gegen diese Steuervorlagen. „Von einer Anleihe ist jetzt keine Rede. Wir haben von Frankreich sowohl wie von England Angebote bekommen. Ich lehnte Alles ab und erwiederte, ich wüßte sehr wohl, daß wir bei dem jetzigen Stande unserer Finanzen uns den härtesten Bedingungen fügen müßten. Das wollen wir aber nicht. Ehe in Sachen einer Anleihe etwas geschieht, muß erst die provisorische Anleihe konsolidirt werden. Dann erst wollen wir schauen, was zu machen sei." Nach Berlin, sagte Carp, sei er nur gereist, um seine Kinder zu sehen (ein Sohn ist Attache bei der rumänischen Gesandtschaft in Berlin, ein anderer studirt in Jena und seine Tochter, Frau Sturdza, wohnt in Hannover, wo ihr Gatte, als derzeit der deutschen Armee eingereiht, in Garnison steht) und in Wien habe er von früher viele Bekannte. Auf die Frage, ob, wie dies vor einiger Zeit verlautet hätte, die Judenfrage in den Kammern zur Diskussion kommen würde, antwortete Herr Carp: „Sie wird jedenfalls die Kammern beschäftigen, doch keineswegs als Judenfrage, sondern im Rahmen der Kultusfrage im Allgemeinen. Mein Kollege Arion, der Minister für Kultus, ist in diesem Augenblick mit der Ausarbeitung eines Kultusgesetzes für alle in Rumänien ansässigen Kulte beschäftigt, die außerhalb der Staatsreligion stehen. Es handelt sich also, wenn ich mich wie ein Rechtgläubiger oder gar ein Theologe auSdriicken würde, um die „Häretiker." Dies sind in Ruinänien Katholiken, Protestanten und Juden. Die Juden, mindestens eine Viertelmillion an Zahl, sind unter den Häretikern das weitaus iiberwiegende Element. Das Kultusgefeh. wird in erster Linie ihrem Kultus unbedingte Freiheit in Rumänien garantiren, dann ihnen das Recht ans Gründung von Schulen einräumen, die jedoch der Staat unter seinen Schutz nehmen will, und endlich ihre Wohlthätigkeitsanstalten in's Auge fassen. Jeder „Häretiker" in Rumänien wird fortan von staatswegcn verpflichtet sein, sich einer Kultusgemeinschaft anzuschließen und an diese eine Kultussteuer zu bezahlen. Der Staat wird jeder der Kultusgemeinschaften helfen, die Taxen einzutreiben. So wird auch die Judenschaft Rumäniens auf eine sichere Grundlage gestellt werden. Ich weiß, daß die Juden in Rumänien nicht in rosigster Lage sind. Allein die Stimmungen im Volle, die Verhältnisse im Lande machen es unmöglich, daß ihnen heute die volle Gleichberechtigung eingeräumt werde. Ja, im Jahre 1881, als der Berliner Vertrag in Rumänien zur Diskussion kam, war der Moment, den Juden die unbedingte Gleichberechtigung einzuräumen. Bratiano hatte damals nicht die Energie, es zu thun. Sie wissen, nur Eine Stimme erhob sich für volle Gleichstellung der Juden — cs war meine Stimme." 8 D r H) | ft ß l. Nüssetsheim. An einer Abrerjungst-n Nummer brachten (Die eine Ncui'» daß unter '.'Nilivirkung des Herrn Rabd. Dr. Alt a r r in Darmstadt und des Vorstandes, die dies. N-istvo, welche >eit Aabren vernachläßigt war, wieder rituell berge stellt sei. Ties iit dahin zu berichtigen, daß ahne Mithilfe deö Vorstandes nur aim ganz privaten, oder aus den V'itteln des hies. Arauenvereins für die M kwo etwas gethan wuroe. An eine vollständige rituelle Anstatt segung ist bis legt noch nicht zu denken und müssen deshalb, die Besucher derselben bei st r e n g st er Kalt e. um der Mizwoh Genüge zu leisten, bis heute noch, nach Mainz oder Franlfurt leisen. Auch ist von Seiten des Herrn .Nabb. Dr. Vt a ' r weder eine Besichtigung no.t eine Begutachtung erfolgt. Cs kann daher von einer rituellen Herstellung vorerst noch keine stieae sein. Cs wäre sehr >u wünschen, tvenn endlich einmal Schritte gethan würden, daß diese Mizwoh ei füllt werden fouu, denn durch eine derartige Vernachlässigung wird der Veqnemlich'eit halber diese große Mizwoh nicht geübt. Briefkasten der Redaction. E. )!. in R.: Das Telephonieren ist am §abo u verboten auch wenn das Läutewerk ilicht in Bewegung gefegt wird. Briefkasten der Expedition. E. H. in G.r Mark 4.—, B. <*. in Jy.: Mark IO.— empfangen.