Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 5 (17.1.1901)
- Date
- 1901-01-17
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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fürUsL^- WnhödöxeMüoeruhumÄ lRr. 3. (7. Aau 1901.] KW gpt Iso sprach Wesaia:*) <^^3 x" Weh dir, du Stadt Jerusalem, dein Haupt ist krank, dein Herz ist matt, Und dabei singt die obre Stadt, und singt und harft die untre Stadt! Weh dir, du Stadt Jerusalem, du Stadt voll Volks, wie magst du lachen, Sa Tag und Nacht, straßauf, straßab, die Sünden wie die Geier wachen?! Ser Herr ergrimmte über dich, der Zorn des Herrn, er ist erwacht, Er wandelt über Libanon und über Basans Eichenpracht, Er wandelt näher, näher schon, Jerusalem, zu deinen Zinnen, Schon xccfi er dräuend seine Faust, und vor der Faust ist kein Entrinnen! Wie schwarzer Rauch wälzt übers Land sich das Gewölk, das dich zerstört, lind tief in Kidrons Fluthen rauscht es auf, vom Strum zu Schaum empört, — Jerusalem, es kommt der Tag, da stolz die Syrer dich durchschreiten, lind durch den Wald von Anathot Mizraims dunkle Krieger reiten! Ein Schrei wird gehn durchs ganze Land, wie eines großen Volkes Schrei, Die müden Augen deiner Nacht reißt auf Affardons Raserei. *) Aus dem soeben erschienenen modernen Pracht'verke: „Juda" Gesänge von Börries, Freiherrn von Münchhausen. Buchschmuck von E M Lilien. Verlag F A. Latlmanu, Goslar Eine Besprechung des Werkes erfolgt in einer späteren Ausgabe. Red. d. Jsr. Dann wird des Meders braune Faust die Tochter deines Volkes fassen, Er wird auf ihrem weißen Arm die Spuren seines Griffes lassen! Das Kind, das du geboren hast, zerschellt an seines Wagens Rad, Und mit dem Blute düngt er dir die mederhufzerstampfte Saat, Auf Zions Zedertrümmern wird er seinen wilden Göttern beten, Im Marmorschutte wird sein Fuß den seidnen Vorhang Gottes treten! — Verrauscht ist dann der Harfe Klang, sie liegt am Wege, saitenleer, Und der Posaune Erz fließt träg, von Gluth geschmolzen drüber her, Des Feindes Feuer glitzern drauf, die fern die Abendhügel säumen, Und wochenlang soll überm Land der Rauch vom Brande Akras träumen. Und dann, wenn eure Knie ihr im Heimathschutte wund gekniet, Wenn ihr aus rauher Kehle schrill das Bußgebet zum Himmel schriet, Ihr Männer Judas, was ihr dann in irrem Schrei zu Gott gerufen, Zerklirrt wie weggeworfenes Glas an seines Thrones Marmorstufen! Er hört dich nicht, Jerusalem, wer Ohren hat, der höre mich! Dein Gott, dein Gott, Jerusalem, dein Gott verstieß, verfluchte dich!