Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 4 (14.1.1901)
- Date
- 1901-01-14
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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89 mit den durch die Statuten erforderten Papiere an den Schriftführer Dr. F i e g e l, Berlin N.W., Klopstockstraße 21, zu senden. Damit war die Tagesordnung erledigt, und der Vorsitzende schloß die Sitzung um IV« Uhr mit Worten des Dankes für alle Theilnehmer an der Versammlung. M. Hanfs, Vorsitzender. Dr. M. Fiegel, Schriftführer. Berlin, 8. Jan. Die Berliner Zionistische Vereinigung (Vorstand Dr. Katz) sendet uns folgende Mittheilung.' „Die heute im großen Saale des Berliner Handwerker-Vereins tagende, von mehr als 600 Juden besuchte Versammlung erklärt die Berufung eines allgemeinen „Deutschen Judentages" für eine Nothwendigkeit. In der Erwartung, daß derselbe zur Wahrung unserer bedrohten staatsbürgerlichen Rechte, zur Neubelebung des Zusammengehörigkeitsgefühls und zur Hebung des berechtigten Selbstbewußtseins beitragen wird, verlangt sie, daß die Delegierten durch allgemeine, gleiche und direkte Wahlen aller deutschen Juden bestimmt werden. «Die Berliner Zionisten kommen zu spät, bekanntlich ist das Projekt des „Deutschen Judentages" selig entschlafend Leipzig, 8. Jan. Es war eine herrliche, erhebende Feier, welche am gestrigen Abend die Mitglieder des neugegründeten „Verein zur Förderung jüdischer Interessen" im großen Saal des Hotel Fürstenhof vereinte. Galt es doch unfern hochverehrten Vereins-Rabbiner, Herrn Dr. I. A n e r b a ch (bisher Rogasen) zu begrüben. Wohl noch nie hat man in Leipzig eine derartige große Versammlung orthodoxer Jehudinr tagen sehen und es scheint, als wenn der lange unter der Asche glimmende Funke zur lodernden, weit leuchtenden Flamme entfacht worden ist, zu einer Flamme, die nie erlöscht und sich mehr und mehr «ausbreitet zum Heil unserer Stadt, zum Segen unseres Vaterlandes und zum Glück der ganzen Menschheit. Nachdem der Vorsitzende des Vereins Herrn Rabbiner Dr. Auerbacki begrüßt hatte, nahm dieser selbst das Wort, um in schwungvoller Rede der Versammlung zu sagen, was uür von ihm erwarten dürfen und erwarten können. Verschönt tnurde die Feier noch durch die Anwesenheit mehrerer angesehener Männer, welche von auswärts erschienen waren und nennen wir in erster Linie Herrn Beniamin Hirsch aus Halberstadt. Letzterer hob in begeisterter Ansprache ganz besonders hervor, mit welchem Wohlwollen seitens des Vorstandes der hiesigen jüdischen Gemeinde die Bestrebungen des neuen Vereins beurtheilt würden und noch mehr betonte derselbe die Toleranz, mit welcher der Gemeinde- Rabbiner, Herr Dr. P o r g e s , sich der Sache gegenüberstelle. Nur im Frieden mit der Gemeinde und im , Frieden unter seinen Mitgliedern sei es dem Verein 1 möglich, ein gedeihliches Wirken zu entfalten.' — Ja „Friede n" war es, der in jeder der zahlreichen Reden besonders betont wurde und Frieden ist das Losungswort, welches der Verein sich mit goldenen Lettern auf seine Fahne geschrieben hat! Von vielen auswärtigen Gönnern des Vereins waren Bcgrüßungstelegramme eingelaufen und eine ganze Anzahl auswärtiger Freunde meldeten telegraphisch ihre Mitgliedschaft an. — Ein großes Arbeitsfeld bietet sich dem Verein in unserer Stadt und wenn der Boden, welcher bearbeitet werden soll, auch noch steinig ist, und wenn der Weg zu dem erhabenen Ziel auch steil hinaufführt, wir werden keine Arbeit scheuen und uns keine Mühe verdrießen lassen, um das zu erreichen, was wir uns vorgenommen. Mit einem gvttbegeisterten Führer, wie Herr Dr. A u e r b a ch , an der Spitze, werden wir unserm Verein -yein Ansehen geben, auf welches das ganze orthodoxe Judenthum stolz sein kann! ,wrr. Nabbinatdbczirk Das segensreiche Wirten des Herrn Provinzial-Rabbiner Dr. C a h n in Fulda für Thora, Abodah und Gemilus chasodim ist ioeit über das Weichbild unserer Provinz hinaus bekannt. Aus allen Himmelsrichtungen wendet man sich an den Fuldaer Raw, von ihm Rath und Hilfe erb'llend. n:L"!-b --m.-G gilt ihm als höchste Lebensaufgabe, die er durch sein zündendes, Begeisterung weckendes Wort, durch sein leuchtendes Beispiel zu lösen sich bemüht. Ganz besonders verdient macht sich Herr Dr. Cahn um die Förderung des Thauroh-Studiums in Lehrerkreisen. Wie oft versammelt er einen größeren Kreis frommer, wißbegieriger und lernbeflissener Lehrer, um mit ihnen zu „lernen," und ihnen Gelegenheit zu geben, aus der Fundgrube seines reichen Wissens zu schöpfen und sie so mit Zedoh laderech, mit Vorrath für den Lebensberuf zu versehen. Seit einigen Jahren haben annähernd vierzig Lehrer des Regierungsbezirks Kassel, die sich dem allgemeinen Lehrerverbande nicht angeschlossen, einen llnterstützungsverein für emeritirte Lehrer und Lehrer-Wittwen und -Waisen in's Leben gerufen, die in dem hochverehrten Herrn Provinzial- Rabbiner ihren treuen Protektor sehen. Nicht nur dem Vereine in seiner Totalität erweist Herr Dr. Cahn unschätzbare Dienste, sondern auch jedes einzelne Mitglied des Vereins, der den Ehrennamen Jeschurun führt, weiß er durch sinnige Gaben zu erfreuen und zu Dank sich zu vervflichten. Die Werke des Großmeisters der jüdischen Wissenschaft, des Rabb. S. R. Hirsch s. A.. als: Pentateuch, Psalmen, Horeb, ferner den Haftoroth- Eom'.uentar des sel. Direktors Dr. Hirsch, haben im Laufe der Jahre sömmtliche Lehrer des diesseitigen Beziekes, sowie eine Reihe von Lehrern angrenzender Bezirke durch die Bemühungen des Herrn Dr. Cahn erhalten. Welch' eine Fülle geistiger Anregung den Jugenderziehern dadurch geboten ist und wie sie durch das Studium dieser Werke außer der eigenen Forlbil-