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Der Israelit · 1901-01-10 · Heft 3 (10.1.1901) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 3 (10.1.1901)
Date
1901-01-10
Page
– (sequence 25)
Language
German
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ürdüSL Orthodoxe Muderrthum^ A RON>f>; LN MV. 10. Jan 1001] WWWZ WM 'Ml n(i> MW »M, ^Marokko. Pott Alexander Baum, ^ranffurt am 2tTaui. Fast alle Provinzen nnd Städte des Festlandes non Rord-Afrika, besonders aber die der Verberstaaien, stihlen unter ihren Einwohnern eine größere oder geringere Zahl jüdischer Familien, die in Stämme vereinigt, schon seit Jahrhunderten inmitten der maurischen Rare leben, ohne sich mit derselben zu vermischen oder deren Gebräuche und Sitten anzunehmen, ohne ihren Ueberlieferungen untreu gu werden, an denen ste mit der ihnen eigenen Zähigkeit sesthalten. So unverkennbar der jüdische Typus auch aller Orten ist, so hat sich derselbe doch nirgends so unverändert und ohne Zweifel in seiner ursprünglichen Reinheit erhalten, als hier, wo nie eine Verbindung mit anderen Raffen gestattet wurde, und namentlich zeichnet sich das weibliche Geschlecht, wenigstens bis zu einem gewissen Alter, durch regelmäßige Schönheit aus, wenn dieselbe auf offener Straße auch nur selten zu erkennen ist, da manche Jüdin ebenso wie die Mohamedanerin ihr Angesicht auf der Straße verhüllt, erstere aber nicht etwa aus gesetzlichen Gründen, sondern weil sie sich so bester geschützt weiß. Auch in Nordasrika wurden die Juden in besondere Stadttheile verwiesen, die Ghettos, welche dort die Bezeichnung „Mellah's" oder Mellach's (von Mellach, Salz, Saline) tragen. Innerhalb dieser, wo sie sich ganz gehen lasten, sind die Juden ganz andere Menschen, als außerhalb derselben. Das Gedrückte, Scheue sNachdruck verboten.) in ihrem Wesen schwindet mit einem Schlage; der Jude richtet sich dann hoch aus, wie der Halm nach dem Sturine wieder emporstrebt. Man mag nun hinkommen, wo man will, überall, wo ein Ghetto zu finden ist, da trägt er in all seinen Einzelnheiten denselben Charakter, sei es in Afrika oder Südeuropa, oder da. wo der Jude noch gezwungen ist, in Ghetto's zu leben. Die engen Straßen, die gerade nicht besonders rein gehalten sind, die kleinen, niederen, zerfallenen Häuser, die innen stark mit Balken verbarrikadirt, außen mit Vorlegeschlöstern an den Thüren versehen sind, die gleichfalls sorgsam vergitterten Fenster, dies alles ist typisch geworden in den Ghettos. Auch in den Mellach's Marokkos sieht es so aus, und ihre Bewohner zeigen im Handel und Wandel, in Sitten und Gebräuchen dieselben Bestrebungen, wie die Juden der gewesenen und noch bestehenden Ghettos. Allerdings genießen die Juden heute mehr Freiheit, als vor etwa hundert Jahren, wo sie sehr viel von der mohamedanischen Intoleranz zu leiden hatten, vor der sie ja ihr Ghetto am wirksamsten schützte, denn das Verbot, dasselbe nicht zu verlosten, kam den armen Juden zu Gute. Sie lebten unter dem ärgsten Druck, und Mißhandlungen von Seiten der Mohamedaner waren etwas Alltägliches. Ueberall da, wo es Juden wagten, sich ansästig zu machen, waren sie auch schon abgeschlossen, nur wenn sie sich außerhalb ihres Ghettos

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