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Der Israelit · 1900-12-31 · Heft 104 (31.12.1900) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 104 (31.12.1900)
Date
1900-12-31
Page
– (sequence 11)
Language
German
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2189 hnu] dos Nabbinerverbandes in Delltschland. 0. Eingegangene Anträge. Tie hier erscheinende „Israelitische Wachenschrift" hat bereits einen ausführlichen Bericht über diese Sitzung, während die dem Verbände mindestens ebenso nahestehenden „Allg. Zeitung des Judenth." und „Jüdische Presse" bis setzt noch nicht insormirt sind. Wir heben, nach dem oben genanntem Blatte, aus den in der Sitzung besprochenen Punkten das Folgende als besonders erwähnenswerth hervor: Bei dem Ausschüsse des „D.-J. G.-B." erzielten die Rabbiner, daß derselbe sich bereit erklärte, die Forderung der Rabbiner, „daß sie nach spätestens drei Jahren definitiv angestellt werden." ,;u fördern. Auch will er den Gemeinden dringend empfehlen, „bei Verhandlungen über religiöse Angelegenheiten den Rabbiner hinzuziehen." Allein ihnen anzurathen, bestehende Kultuseinrichtungen nur mit Zustimmung des Rabbiners abzuändern, könne er schon deßhalb nicht unternehmen, weil er durchaus sicher ist, daß er bei der überwiegenden Mehrzahl der Gemeinden hierin schroffe Abweisung finden würde. Der „D.-J. G.-B." erklärt sich bereit, diese Frage auf die Tagesordnung seines nächsten Gemeindetages zu setzen und den Rabbinern Gelegenheit zu geben, die Vertreter der Gemeinden für ihre Ansicht zu gewinnen. Also, auf in den Kampf Torero! Wegen der Vorgänge in K o - n i tz wird eine Erklärung der Rabbiner zur event Veröffentlichung bereit gehalten. Für die P e n s i o n snnd R e l i e t e n k a s s e der preußischen bezw. norddeutschen Rabbiner hofft Herr Rabbiner Dr. M a h - bäum in Berlin 160—200,000 Marl zusammenzubekommen. Die Prüfungskommission zur Ertheilung des R a b b i n n t s d i v l o m s soll so schnell wie möglich ernannt werden, da sich aus der Nichtexistenz eines solchen schon Mißstände ergeben haben. Zum Schlüsse berichtete Herr Dr. Maybaum nach der „Jsr. Wochenschrift" wörtlich- „Und nun erachte ich es als meine Pflicht. Ihnen zu berichten, daß ich in meiner Eigenschaft als Vorsitzender des Rabbiner-Verbandes aufgefordert wurde, die Einladung zur Besprechung über die beabsichtigte Einberufung eines Deutschen Judentages, welche übermorgen, den 27. c., Hierselbst stattfinden wird, zu unterschreiben. Ich habe meine Unterschrift nicht verweigert, unb ich habe dafür gesorgt, daß auch Kollege Horovitz. zur Besprechung eingeladen werde, aber ich erachte es fi'ir nothwendig, die Wohlmeinung des Ausschusses zu erkunden, um bei der Versammlung als Ihre Mandatare auftreten zu dürfen. Es ist ja in den letzten Wochen Vieles für und wider den geplanten „Judentag" vorgebracht »norden. Wenn es sich blos darum handeln würde, daß wir alljährlich zusammenkommen sollen, mn — wie man sagt — „zu schreien," und unsere Klagen und Wünsche, von denen die politischen Blätter sonst keine Notiz nehmen, durch diese neue, gleichsam politische Institution in die Zeitungen und damit zur I Kenntniß der Oeffentlichteit und der Regierung zu I bringen, so würden wir auch zu den Gegnern des Judentages gehören. Denn zugegeben, daß uns das „Schreien" nicht schadet, so ist es doch sehr fraglich, ob es nützen wird: so hoch wir auch das geistige und das wirthfchaftliche Gewicht der deutschen Judenheit anschlagen, es fehlt ihr die Brutalität der Zahl, die allein Eindruck macht. Aber es handelt sich hier ausgesprochcnermaßen auch um die Organisation des Judenthums, die zunächst in Preußen noch fehlt. Es sollen die bestehenden Institutionen: der Gemeindebund, der Rabbiner-Verband, die Litteratur-Vereine, der' Lehrerverein, der Bnei-Brith-Orden in Deutschland, der Eentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens etc. zusammengefaßt und in eine Organisation gebracht werden, welche aus freier Initiative das schafft und leistet, was die Regierung in Preußen für das Judenthum bisher zu leisten sich geweigert hat. Das ist in großen Umrissen der Plan, der den Einberufern der Versammlung vorgeschwebt hat, und es ist, wie gesagt, für die Vertreter unseres Verbandes in der Versammlung von der höchsten Wichtigkeit, Ihre Wohlmeinung in dieser Angelegenheit zu erfahren." Was die Zusammenwürselung so verschiedener Organe, Vereine, Gesellschaften und Verbände Ersprießliches zu wirken vermögen, können wir nicht recht einsehen. Warten wir den weiteren Bericht über diese erste eigenthümliche Sitzung des „Judentages" ab. Als Ort des nächsten Verbandstages wurde Frankfurt a. M. in Aussicht genommen. Ans Baliern. Der Artikel aus Hamburg in der jüngsten Nummer Ihres geschätzten Blattes war mir sehr sympathisch. 'Als mir nämlich Nr. 49 des „Familienblattes" als Probeblatt zugeschickt wurde, staunte ich über den billigen Preis und dachte, das ist ja eine wahre nrxa. Bei einer flüchtigen Durchsicht gefiel mir zwar nickt die Glorifizierung eines Reformhelden durch ein allein an solche Kleinigkeiten ist man schon gewöhnt. Denselben Bericht erstattet ja auch ein neues Blatt, das auf seiner ersten Seite betont, daß es von „traditionellem" Standpunkte aus geleitet werden soll. Als mir jedoch als zweite Probenummer das Blatt mit dem fauwsen Leitartikel des Herrn Dr. S. zugesandt wurde, dachte ich: gnoll non, ein Blatt mit solchem n - c ~i ip1 e x möchte ich auch nicht geschenkt lesen. Es ist mir nur ausfallend, daß Ihr Herr Corresvondent aus Hamburg nur das m:aa in Betreff des s: geißelte, während er das mit Stillschweigen überging, was in den Augen auch eines jeden rechtgläubigen Katholiken und Protestanten Aergerniß erregend sein muß, nämlich den frivolen Ton über das Wunder mit der Oelflasche des Propheten Elija 2'.Ed welches Dr. S. in gleiche Kategorie mit c: brachte. nxmrna .a Karlsruhe, 18. Dez. Herr Stadt- und Conferenzrabbiner Dr. Appel schreibt uns:

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