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Der Israelit · 1900-12-31 · Heft 104 (31.12.1900) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 104 (31.12.1900)
Date
1900-12-31
Page
– (sequence 1)
Language
German
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41. Jahrgang. M 104. Der Israelit. Ein Senlrat-Hrgan für das orlhodore IudentHum. Begründet von ör. in IKtain). Montag, den 31. Dezember S661 (1900). Leitender Artikel. Ter Mchlisiiliis »«hi Stkchiiilkt des jüdischt« ZchkiWuins. Von Rabb. Heinrich Galandauer, Soborten (Böhmen) (Fortsetzung.) Der unverwüstliche Optimismus, der dem Judenthum innervohnt und in seiner Lehre begründet ist, der von seinen Bekennern Freudigkeit des Herzens, Heiterkeit des Gemüthes und innigen Frohsinn fordert, dieser jüdische Optimismus gipfelt in dem herrlichen Satze: „Die Herrlichkeit Gottes weilt nicht bei dem Traurigen und Trübseligen, sondern bei dem, der fröhlichen und heiteren Sinnes ist, wo wahre Seelenfreude und Seelenfrieden herrscht" .iM b& nncer -pnc xbx mitr ii2rr>.i px Wahre und innige Seelenfreude ist aber nur dann beim Menschen vorhanden, wenn er sich einig weiß mit Gott und sein ganzes Thun und Lassen, sein Denkest und Fühlen, sein ganzes Sein von Gott erfüllt ist. Der wahrhafte Jehudi stellt daher auch seine „leiblichen" Genüsse in den Dienst Gottes. Sein Tisch ist ein Altar, sein Essen und Trinken ein Opfermahl, seine Mahlzeit ein Gottesdienst, an der Sabbat- und Festestasel vergnügt er sich an Fleisch und Wein (deren Genuß ihm von der Religion geboten ist), die Tischgenossen singen Lob- und Danklieder dem Weltenschöpfer, Licht und seliges Vergnügen strahlen aller Augen, himmlische Weihe und der Geist der Heiligkeit ist über die Feststube ausgegosten und jeder Anwesende empfindet es, daß hier die Schechinah ruht, daß Gottes Herrlichkeit da weilt, — ein Gefühl der Seligkeit aus Erden! So lehrt der Midrasch (Rabba, Schir Haschirim): Wenn Israeliten beisammen sitzen beim fröhlichen Mahle und sich vergnügen beim Essen und Trinken, so loben und preisen und verherrlichen sie den Heiligen, gelobt sei Er; nicht so die Heiden, die sitzen beisammen bei ihrem Gelage und geben sich dem ausgelassenen und unzüchtigen Treiben hin. pvi'pvt prctwr o’roo p ,pnD«i pnn p'lrx bxisp-oo nbsn 12-12 [i ppew® piw mxtwi ,i"2pitz .(85»™ X21 «>110) Die festlichen Veranstaltungen der Heiden verfolgen keinen ethischen Zweck, ihre Feiertage benützen sie zu materiellen Genüssen, zum Essen und Trinken, gehen in's Theater, weiden ihre Augen an dem Anblick grausamer Thierhetzen, ergötzen sich im Cirkus oder in der Arena an bestialischen Kämpfen und erzürnen Gott durch ihren ausgelassenen, unzüchtigen Wandel. Es gereicht ihnen daher zum sittlichen Vortheil, die Zahl ihrer Festtage möglichst zu beschränken. (Jalkut zu Jesaias 26.) 21 ,2-212 2'2' erb 12-2 11X DX V".1X L'INX f'J 21 PD'CT ITOrOp-p '12^1 JTOTBI» '12 f ,".1'2" llHv'X .6"2 iw vpb') cnwc:: 2.1'2112 *]mx Nicht ko Israel: Es freut sich mit seinen Festen, vergnügt sich am Festmahle, ißt und trinkt, geht in's Gotteshaus und in's Bet-Hamidrasch, verrichtet andächtig die Festgebete und bringt die Festopfer dar. (Das.) 2-2-21 2'2l: 2".1'2b po»jl G'nW piTSPl p^X dxlS" s>2X .cce>) m:2ip2i pc2-22 Dieselbe Anschauung wird auch durch das folgende Gleichniß illustrirt: Ein König veranstaltete ein großes Festmahl, zu welchem viele Gäste geladen waren. Die köstlichsten Speisen und Getränke wurden aufgetragen und es ging bei der Hoftafel recht lebhaft her. Dem Weine wurde wacker zugesprochen, die Geister wurden lebhafter, die Zungen lösten sich. Viele vergaßen allmählich die Ehrfurcht und Scheu vor dem königlichen Gastgeber, das Gespräch kam auf die Politik, die An-

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